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Mittagessen am Einzeltisch
© Stadt Offenbach
Der neue Stundenplan ausgeklügelt und die Zielsetzung ambitioniert: In der Lauterbornschule wurden in den letzten Wochen viele Maßnahmen für einen kontaktarmen Schulbetrieb ersonnen und umgesetzt, um eine Art „eingeschränkten Regelbetrieb“ für die Grundschülerinnen und Grundschüler zu gewährleisten.

„Damit“, erklärt Schulleiterin Dorothee Weitzel, „wollen wir Eltern Angst nehmen und Kindern wieder Raum zum Lernen und zum Austausch geben.“ Da sei auch der Vorlauf mit den Viertklässlern gut und wichtig gewesen, um Maßnahmen feinzujustieren und Ängste abzubauen. Anlässlich der Wiederaufnahme des Schulbetriebs für alle Grundschulklassen besuchte Stadtrat und Bildungsdezernent Paul-Gerhard Weiß gemeinsam mit dem Leiter des Stadtschulamts Thomas Löhr am Dienstag, 2. Juni 2020, die Lauterbornschule, um sich einen Eindruck über die getroffenen Maßnahmen zu verschaffen.

Mittagessen und Hausaufgabenbetreuung: Entlastung von berufstätigen Eltern

Gelbe Quadrate auf dem Boden markieren die richtigen Abstände.
Gelbe Quadrate auf dem Boden markieren die richtigen Abstände. © Stadt Offenbach

Weil es für viele Eltern die Notwendigkeit einer Kinderbetreuung gibt, bietet die Schule seit 2. Juni wieder jeden Tag ein Mittagessen und die Hausaufgabenbetreuung bis 15.30 Uhr beziehungsweise freitags bis 14 Uhr an. „Wir wissen, wie wichtig das Angebot für viele berufstätige Eltern gerade jetzt ist. Schon jetzt haben viele Angst, ihren Job zu verlieren und stehen unter einem enormen Druck“, erklärt Weitzel. Deshalb hatte die Schule die Eltern angeschrieben und die aktuellen Bedarfe abgefragt.

Insgesamt 32 Kinder können jetzt in kleinen Gruppen Mittag essen und nachmittags betreut werden. Damit die Kinder sich nicht zu nahekommen, gibt es Pfeile und Abstandspunkte auf dem Boden und sind die Tische mit Abstand im Raum verteilt. Da, wo sonst ein quirliges Tohuwabohu herrscht, gelacht und geplaudert wird, ist es nun vergleichsweise schweigsam und ruhig. Das gilt beim Essen, aber auch in den Klassen.

Kinder brauchen feste Strukturen

Wie in allen anderen Schulen auch, sind auch in der Lauterbornschule die Kinder an Einzeltischen mit Abstand im Raum platziert. Damit tatsächlich alle Kinder wieder zur Schule gehen können, hat das Kollegium lange an einem Stundenplan mit Gruppengrößen und unterschiedlichen Zeitfenstern gefeilt. Insgesamt 8 Präsenzstunden haben die Schülerinnen und Schüler zwar nun nur jeweils pro Woche, dafür aber jeden Tag.

„Gerade bei den Kleinen ist eine gewisse Grundstruktur und Regelmäßigkeit wichtig und ist eine Klassenlehrerein auch wichtige Bezugsperson“, erklärt Konrektorin Andrea Seipel. Sie unterrichtet Mathematik, Deutsch, Sachunterricht und Schwimmen. „Bisher hat keines unserer Kinder die Schule ohne das Seepferdchen verlassen, daran wollen wir möglichst festhalten.“ Sie hofft, dass daher auch das Schwimmen bald wieder einen Platz im Stundenplan hat.

Digitalisierung ist das Gebot der Stunde

„Die Corona-Pandemie hat unseren vertrauten Alltag auf den Kopf gestellt, vieles von dem, was uns selbstverständlich erschien ist gerade nicht möglich. Die Situation war und ist nicht leicht und mit viel Kreativität und Offenheit wurden auch neue Wege beschritten, um Kinder und Jugendliche weiterhin zu beschulen“, lobt Bildungsdezernent Paul-Gerhard Weiß die Arbeit an den Offenbacher Schulen.

Vor allem in Puncto Digitalisierung ist bundesweit viel in Bewegung gekommen und Offenbachs Schulen profitieren schon jetzt von einem stabilen Glasfasernetz und schnellem Internet. „Moderne Ausstattung für pädagogisch zeitgemäßen Unterricht ist ein wesentlicher Schwerpunkt der Offenbacher Schulpolitik, damit sind wir gerade in der aktuellen Zeit absolut auf dem richtigen Weg. Corona ist daher auch eine Chance, den Herausforderungen der Zukunft besser zu begegnen. Und die ist nun einmal digital.“

4. Juni 2020