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Schulklasse
© georg-foto.de

Zeitgemäße Räume für zeitgemäßes Lernen schaffen: Bereits 2007 hat die Stadt Offenbach ein umfangreiches Schulsanierungsprogramm angestoßen, das, wenn zwischendurch auch mit verringertem Tempo, weiterhin umgesetzt wird. Die Geschwister-Scholl-Schule wurde in den 1960er Jahren gebaut, aktuell werden 590 Schülerinnen und Schüler in der vierzügigen Geschwister-Scholl-Schule im Stadtteil Bieber unterrichtet, zwei weitere Züge sollen bis 2023 hinzukommen.

Die Schule besteht aus insgesamt sechs Gebäuden. Dies sind neben einem zweigeschossigen Aulagebäude aus dem Jahr 1966, in dem Klassenräume und die Verwaltung untergebracht sind, der dreigeschossige sogenannten „Schusterbau“, ebenfalls aus dem Jahr 1966, ein zweigeschossiges Fachklassengebäude aus dem Jahr 1985, ein Pavillon mit Cafeteria, Bibliothek und Ganztagsbetrieb sowie eine Sporthalle und das Wohnhaus des Hausmeisters. Insbesondere die älteren Gebäude haben einen hohen Sanierungsbedarf, die Räume sind für einen modernen Unterricht nicht mehr geeignet. Auch die Barrierefreiheit ist nicht in allen Gebäuden gegeben. Weil die Schule ohnehin erweitert werden muss, soll dies im Zuge der umfangreichen Sanierung erfolgen. Daher haben die Architekten des Stadtplanungsamtes gemeinsam mit der Schulgemeinde drei Varianten erarbeitet, die einen modernen, zukunftsfähigen Unterrichtsbetrieb erlauben und zudem Barrierefreiheit, Brandschutz und Gefahrenprävention sowie einen wirtschaftlicheren Gebäudebetrieb herstellen.

Sanierung und Ausbau in drei Varianten

Während Variante 1 die Gesamtsanierung und teilweise Umstrukturierung von Atriumbau, Schusterbau und Fachklassentrakt sowie die Erweiterung um einen eingeschossigen Verwaltungsbau vorsieht, werden in Variante 2 nur noch Aulabau und Fachklassentrakt saniert, der Schusterbau hingegen abgerissen und durch einen größeren Erweiterungsbau mit klassischer Flurerschließung ersetzt. Von einer konventionellen Raumstruktur spricht Fachreferentin Astrid Reese vom Amt für Stadtplanung, Verkehrs- und Baumanagement, die allerdings die im Raumprogram geforderten Flächen wirtschaftlich umsetzt. Anders hingegen Variante 3, der auch seitens der Schulgemeinde präferierte Entwurf, der einen Erweiterungsbau mit Klassenclustern und „Offener Mitte“ vorsieht. Auch hier wird der Schusterbau abgerissen und werden Aulabau und Fachklassentrakt saniert. Das neue Gebäude wirkt modularer und ermöglicht die Bildung sogenannter „Klassenhäuser“, um die sich Fach- und Differenzierungsräume ordnen, wie dies auch von den Pädagogen gewünscht wird. Die Kosten liegen bei allen drei Varianten bei rund 24,5 Mio. Euro, allerdings, ergänzt Reese, „wäre es mit dem Erhalt des sanierungsbedürftigen Schusterbaus ungleich teurer.“

Erweiterung bedarf einer Ausnahmegenehmigung

Sobald der Projektbeschluss vorliegt, soll auf dieser Grundlage auch eine Ausnahmegenehmigung beim Regierungspräsidium Darmstadt beantragt werden. Denn die Geschwister-Scholl-Schule liegt in der Lärmschutzzone II und dürfte gemäß des Fluglärmschutzgesetztes jetzt nicht erweitert werden. Damit allerdings könnte die Stadt Offenbach ihren Bildungsauftrag nicht mehr umsetzen und eine wohnortnahe Beschulung gewährleisten. „Es erwarten uns noch spannende Diskussionen“, so Bildungs- und Stadtplanungsdezernent Paul-Gerhard Weiß, „denn um dem aktuellen Bevölkerungswachstum in der Stadt gerecht zu werden, müssen auch andere Schulen erweitert werden. Zudem fehlen aktuell zwei Grundschulen sowie ein Gymnasium. Da macht das Fluglärmschutzgesetz unseren Bildungsauftrag zur Quadratur des Kreises.“

25. September 2018