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Die Idee ist nicht neu, das Angebot für Offenbacher Schülerinnen und Schüler jedoch schon: Wegen des gestiegenen Bedarfs während der Corona-Epidemie helfen sogenannte Lernbuddies Grundschülerinnen und Grundschülern der dritten und vierten Klasse dabei, Lerndefizite auszugleichen.
Mädchen zeigt auf Alphabet an der Wand
© cottonbro / Pexels.com

Unter www.offenbach.de/lernbuddies können Eltern ihre Kinder für das kostenfreie Angebot anmelden. Die Aufgabe der Lernbuddies übernehmen Schülerinnen und Schüler der Oberstufe oder Studierende, die für diese ehrenamtliche Tätigkeit eine Aufwandsentschädigung erhalten. Die Lernförderung der Kinder erfolgt zwei Mal in der Woche in öffentlichen Einrichtungen, wie in der Volkshochschule, Stadtbibliothek, Medienetage, dem Freiwilligenzentrum oder in Stadtteilbüros.

„Mit dem neuen Angebot wollen wir Bildungsungleichheiten entgegenwirken, die während der Corona-Pandemie im Homeschooling entstanden sind, oder sich dort verfestigt haben. Wir möchten besonders denjenigen Grundschulkindern eine Lernunterstützung geben, die nächstes oder übernächstes Jahr an die weiterführende Schule wechseln und ihnen helfen, ihre Kompetenzen im Online-Lernen zu verbessern. Dies erfolgt durch ehrenamtliche Lernpatinnen und Lernpaten, die im Gegenzug die positiven Wirkungen ihres Engagements direkt erfahren können“, erklärt Bildungsdezernent Paul-Gerhard Weiß.

Der Bedarf an Lernunterstützung ist groß, denn die Bildungsungleichheit hat sich bedingt durch die Corona-Pandemie verstärkt. Mitte März 2020 wurden die Schulen geschlossen und die Phase des Homeschoolings begann. Kinder waren beim Lernen nun noch stärker auf die Unterstützung in der Familie angewiesen. Ein Teil der Schülerinnen und Schüler konnte allerdings online nicht erreicht werden, da zuhause PCs, Tablets oder Internetzugänge fehlten.

In den Sommerferien haben sich bereits einige Schülerinnen und Schüler als ehrenamtliche Lernbuddies beworben. Der Bewerbungsprozess verläuft in Etappen: Interessierte füllen den Anmeldebogen aus und beantragen ein Führungszeugnis. Im persönlichen Gespräch lernen sie die Koordinatorin des Angebots kennen und erhalten weitere Informationen. Bevor die Lernbuddies ihre Tandempartnerinnen und -partner sowie deren Eltern kennenlernen, steht noch eine Qualifizierung auf dem Programm. Lernbuddies sollten mindestens 15 Jahre alt, engagiert und verantwortungsbewusst sein. Außerdem sollten sie Spaß daran haben, Kindern spielerisch für Inhalte zu begeistern und ihnen Tipps für das selbständige Lernen zu geben. Für ihr Engagement erhalten die Lernbuddies eine Aufwandsentschädigung. Interessierte, die eine solche Lernpatenschaft übernehmen möchten, können sich ebenfalls unter www.offenbach.de/lernbuddies bewerben.

Das Angebot wurde von der Fachstelle Bildungskoordinierung und Beratung der Volkshochschule konzipiert. Getragen wird es von zwei Säulen: Vom Interesse der Lernbuddies, sich in Offenbach ehrenamtlich für Jüngere zu engagieren, und von der Zusammenarbeit unterschiedlicher Einrichtungen in der Stadt, die Räume, IT-Infrastruktur und ihr Wissen zur Verfügung stellen. „Neben dem Selbstlernzentrum der vhs, haben die Stadtbibliothek, die Medienetage, das Freiwilligenzentrum und die Quartiersinitiativen sofort ihre Unterstützung für die Lerntandems zugesagt. Das zeigt einmal mehr, wie groß die Solidarität und die Bereitschaft zur Kooperation in Offenbach ist“, freut sich Dr. Gabriele Botte, Leiterin der vhs.

14. August 2020