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Schulklasse
© georg-foto.de
15 Prozent der Schülerinnen und Schüler in den Abgangsklassen der Offenbacher Haupt- und Realschulen streben eine betriebliche Berufsausbildung im dualen System an. 61 Prozent wollen weiter auf die Schule gehen, um einen höheren Abschluss zu erreichen. Das sind zwei Ergebnisse der Schulabgangsbefragung, die das Übergangsmanagement im Amt für Arbeitsförderung, Statistik und Integration der Stadt auch in diesem Jahr durchgeführt hat. 723 Schülerinnen und Schüler der allgemeinbildenden Schulen (außer Gymnasien) haben an der Befragung teilgenommen. Das entspricht einer Quote von 75 Prozent aller angefragten Schüler. Die Aktion erfolgt seit 2009 jährlich und liefert einen Überblick über Erfahrungen, Einschätzungen und Wünsche zum Übergang von der Schule in den Beruf.

Wie die Befragung zeigt, steht die weitere schulische Laufbahn nach wie vor auf der Wunschliste ganz oben. Das Ziel einer dualen Berufsausbildung verliert Jahr für Jahr etwas an Bedeutung. 56 Prozent der Befragten fühlen sich gut auf den Übergang vorbereitet, 7 Prozent gaben an, sich schlecht oder gar nicht vorbereitet zu fühlen. 10,5 Prozent wissen drei Monate vor Abschluss noch nicht, welchen Weg sie weitergehen werden. Auf die Frage, ob Jugendliche bereit sind, für ihren Wunschberuf ihre Heimatstadt Offenbach zu verlassen, zeigten sich 48,6 Prozent bereit, auch in die Nachbarstadt Frankfurt zu wechseln. Ein Viertel würde in einem Umkreis von 50 Kilometern eine Tätigkeit aufnehmen. 16 Prozent wären bereit, für eine Ausbildung umzuziehen. 12 Prozent können sich vorstellen, überall in Deutschland zu arbeiten, wenn es der Wunschberuf erfordert.

Die wichtigste Rolle bei der persönlichen Berufswahl spielt auch in diesem Jahr die Familie. Dabei messen die Schülerinnen und Schülern ihren Müttern mit 56 Prozent (2016: 51 Prozent) die größere Bedeutung bei, der Vater wurde von 44 Prozent (2016: 43 Prozent) genannt. Die Berufsberatung der Agentur für Arbeit empfinden 12 Prozent (2015: 13 Prozent) nützlich als Orientierung für ihre Zukunftsplanung.

Als besonders hilfreich sehen 50 Prozent Betriebspraktika an. Ausbildungsmessen sind für 30 Prozent eine gute Möglichkeit, die richtige Berufswahl zu treffen, gefolgt vom Berufsinformationszentrum der Agentur für Arbeit (BIZ; 27 Prozent) sowie Internetseiten wie planet-beruf.de.

„Die Onlinebefragung stellt einen subjektive Momentaufnahme nach dem Halbjahreszeugnis dar“, erläutert der Leiter des Übergangsmanagements im Amt für Arbeitsförderung, Ralph Kersten. „Das zweite Schulhalbjahr kann durchaus noch zum ,Wachwerden‘ beitragen, quasi als Entscheidung ,auf den letzten Drücker‘.“ Deshalb sei man seitens der Arbeitsförderung mit vielen Aktivitäten zur Berufsinformation und Orientierung vor Ort in den Schulen. „Aber auch die Elternarbeit spielt eine zentrale Rolle, denn es fehlt immer noch an Informationen über die Vorteile einer klassischen Berufsausbildung im dualen System.“ Die Orientierung an höheren Berufsabschlüssen und akademischen Studiengängen sei für viele Jugendliche nicht unbedingt hilfreich. „Gleichzeitig ist vielen nicht bewusst, dass man mit einer betrieblichen Ausbildung heutzutage meist auch gute Chancen für eine künftige Karriere hat.“

Die Arbeitsförderung der Stadt hat zur Unterstützung bei der Bewerbung auf eine Ausbildungsstelle die so genannte KAUSA-Servicestelle eingerichtet, die Schülerinnen und Schüler einzeln und in Gruppen intensiv fördert. „Der Einzelne ist spätestens nach der zweiten Absage frustriert und beendet seine Bemühungen“, berichtet Brigitte Kümbel von der Servicestelle. „In der Gruppe erfahren die Bewerber, dass es vielen so ergeht und dass es manchmal notwendig ist, zwanzig bis fünfzig Bewerbungen zu verschicken, um eingeladen zu werden.“ Die Arbeit in Gruppen helfe, Blockaden zu überwinden, so Kümbel.

Stadtrat Peter Freier zeigt sich von der Notwendigkeit der Förderung durch das Übergangsmanagement überzeugt: „Die Betriebe brauchen Fachkräfte. Deshalb müssen wir alle Talente mobilisieren. Für eine gute berufliche Zukunft der Jugendlichen ist eine gute Ausbildung unverzichtbar. Für jeden muss es eine Brücke in den Beruf geben.“

Der ausführliche Bericht findet sich auf www.offenbach.de. Der schnellste Weg zum Ziel: In der Suchmaske den Begriff „Schulabgangsbefragung“ eingeben. Der Bericht kann außerdem im Downloadbereich dieser Meldung heruntergeladen werden.

Offenbach am Main, 2. Juni 2017