Sprungmarken
Suche
Suche

Offenbach am Main, 16. Dezember 2020 – Die Suche nach einem Ausbildungsplatz kann sich mitunter schwierig gestalten. Vor allem, wenn, wie in der aktuellen Situation, Berufsmessen und Praktika abgesagt werden. Wie sollen Unternehmen auf junge Menschen treffen und wie können Ausbildungsplatzsuchende trotzdem ihren Beruf lernen? „Offenbach geht hier neue Wege“, sagt Sabine Groß Dezernentin für Soziales und Arbeitsförderung, „damit unterstützen wir junge Menschen beim Übergang Schule-Beruf mit zeitgemäßen digitalen Formaten.“

Insgesamt 360 anerkannte staatlich anerkannt Ausbildungsberufe gibt es in Deutschland, hinzu kommen rund 18.000 Bachelorstudiengänge – hier den richtigen Beruf für sich herauszufinden, ist schon eine echte Herausforderung. Weiß auch Brigitte Kümbel vom Übergangsmanagement Schule-Beruf der Stadt Offenbach in der Hassia-Fabrik. Die promovierte Chemikerin ist seit 2008 beim Übergangsmanagement, das sie seit 2018 leitet „Viele junge Menschen kommen regelmäßig zu uns, weil sie hier Unterstützung und Zuspruch bekommen. Denn nicht alle Schulabgänger wissen schon, was sie beruflich machen möchten. Geschweige denn, wie sie zu einem Ausbildungsplatz kommen. Da helfen wir.“

Fachkraft für Bäderbetriebe, Kaufmann/frau für Büromanagement oder Zweiradmechatroniker/in? Keine leichte Entscheidung, daher hält das Team des Übergangsmanagements einige VR-Brillen vor, mit denen die jungen Menschen für kurze Zeit in die virtuelle Welt ihres Wunschberufs eintauchen können. Rund 80 Berufsbilder sind auf diese Art erlebbar. Offenbacher Schulen können sich die Brillen für den Arbeitslehreunterricht oder die Berufsorientierung beim Übergangsmanagement ausleihen.  Ist der Wunschberuf gefunden, gilt es das passende Ausbildungsangebot zu finden.

Hier hilft das Team vom Übergangsmanagement mit Beratung, Kontakten sowie dem eigens entwickelten Portal www.azubisuche-of.de, bei dem ausbildende Betriebe auf die Profile junger Menschen treffen und sich schnell ein Bild machen können. Der Clou dabei: Der Bewerbungsprozess wird umgedreht! Wenn ein Profil passt, schickt das Unternehmen einfach eine SMS und hat direkt Kontakt. Seit November ist die Seite online und sind bereits die ersten 50 Betriebe aus Stadt und Kreis Offenbach registriert. „Die Coronapandemie hat konkrete Auswirkungen auf die Ausbildungssituation junger Menschen. Es gibt viele Betriebe, die ihr Ausbildungsengagement verringern oder im schlimmsten Fall sogar ganz einstellen müssen, während Branchen wie Handwerk oder der IT-Bereich sogar einen Boom erleben.
„Wir hatten schon lange die Idee Jugendliche digital anzusprechen, die Coronapandemie hat die Umsetzung beschleunigt und hilft jetzt hoffentlich, Brücken zu bauen und Kontakte zwischen potenziellen Azubis und Betrieben zu ermöglichen“, hofft Kümbel. Für das kommende Jahr rechnet sie mit vielen Schulabgängern und gleichzeitig weniger Ausbildungsplätzen: „Da müssen wir mit vereinten Kräften gegensteuern, die jungen Menschen brauchen Perspektiven.“ Jetzt konzentrieren sich alle Aktivitäten darauf, zusätzlich zu den bereits gelisteten 50 Betrieben weitere Ausbildungsbetriebe für www.azubisuche.de zu akquirieren und das Portal bei Jugendlichen bekannter zu machen.

Bildinformation:

Brigitte Kümbel vom Übergangsmanagement Schule-Beruf und Sozialdezernentin Sabine Groß