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„Bildung von Anfang an“, das fordert der hessische Bildungs- und Erziehungsplan. Es ist wissenschaftlich belegt, dass schon sehr früh entscheidende Weichen für das Lernen - und damit für den späteren Bildungserfolg - gestellt werden: Lernbereitschaft und -vermögen sind in den ersten sechs Lebensjahren stark ausgeprägt. Das gilt vor allem für das Verständnis von Sprache, aber auch für naturwissenschaftliche Zusammenhänge. Hier setzt das Konzept der frühkindlichen Bildung in Offenbach an.

In der kleinen Großstadt am Main leben Menschen aus mehr als 150 Nationen. Die Zahl der Kinder mit Migrationshintergrund wächst, und daher kommt der Sprachförderung in den Kitas eine besonders wichtige Rolle zu. Hier setzt die Stadt mit qualifizierten Angeboten schon für die Kleinsten an: Seit 2004 hat der Eigenbetrieb Kindertagesstätten Offenbach (EKO) sein Angebot an Sprachförderung stetig ausgebaut, wozu auch die systematische Qualifizierung der ErzieherInnen gehört. Denn Sprachkompetenz gilt als der Schlüssel zum schulischen Erfolg.

Das Engagement der Stadt zahlt sich aus: Wie die Schuleingangsuntersuchungen von 2007 bis 2011 belegen, sinkt der Anteil der Kinder mit Sprachproblemen kontinuierlich. Und je länger die Mädchen und Jungen eine Kita besuchen, desto besser schneiden sie bei der Untersuchung ab. 

Die Weiterbildung des Personals ist ebenfalls ein bedeutender Baustein in der frühkindlichen Bildung in Offenbach. Die Stadt setzt auf innovative pädagogische Konzepte, die in der klassischen Ausbildung noch zu kurz kommen. Es geht um die Verzahnung von Erziehung und Bildung, um die Kinder in ihrer Motivation und in der gesamten Persönlichkeitsentwicklung zu stärken. Die Angebote reichen vom Besuch des Bilderbuchkinos über Musik- und Naturtage bis hin zur Verkehrserziehung und Zahnpflege.

Neben dieser Qualitätsoffensive in städtischen Kitas, die seit 2009 alle EKO-Beschäftigten durchlaufen, startete Offenbach ein Aktionsprogramm für qualifizierte Kindertagespflege. Denn auch wer 0- bis Zweijährige betreut, sollte sich in seiner Ausbildung mit den Themen Erziehung und Bildung beschäftigen – so sieht es das Curriculum des Deutschen Jugendinstituts zur Qualifizierung von Tagespflegepersonen vor. Es umfasst 160 Stunden und wurde 2010 an der Offenbacher Volkshochschule eingeführt. Damit reagiert die Stadt auch auf den wachsenden Betreuungsbedarf für Kinder unter drei Jahren.

Um dem Nachwuchs aus Haushalten mit niedrigen Einkommen den Besuch von Kindertageseinrichtungen zu ermöglichen, werden die dafür entstehenden Kosten teilweise oder auch vollständig von der Stadt Offenbach übernommen. Zur Chancengleichheit trägt auch die Integration von behinderten Kindern in Regelkindergärten bei. So gelingt es trotz der speziellen Herausforderungen, schon den Kleinsten viel zu bieten – an Bildung, Erziehung und Betreuung. Denn die Kinder sind Offenbachs Zukunft.

Weitere Informationen zur frühkindlichen Bildung liefert der Erziehungs- und Bildungsbericht für Offenbach (EBO).