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Bildungsdezernent Paul-Gerhard Weiß und das Kollegium der GTS mit den Schülerinnen und Schülern. © Stadt Offenbach

Offenbach am Main, 07.02.2017 – Knapp 100 Jugendliche verlassen jedes Jahr Offenbacher Schulen trotz der zahlreichen Anstrengungen der Bildungsträger ohne Abschluss. „Dabei handelt es sich nicht nur um Schulverweigerer, sondern meist um junge Menschen, die aus persönlichen oder familiären Gründen, den Bildungsanschluss verpasst haben“, erklärt Bildungsdezernent Paul-Gerhard Weiß, und die „wir weder mit Förderkursen noch zusätzlichen Angeboten erreicht haben.“ Deshalb gibt es jetzt ein neues Angebot bei den Gewerblich-Technischen-Schulen (GTS): Ab 6. Februar starten die ersten zwei Realschulklassen für Erwachsene. 30 Studierende haben sich entschlossen ihren Realschulabschluss nachzuholen. Das Angebot richtet sich an alle Erwachsenen, die Ihre Vollzeitschulpflicht erfüllt haben oder den Hauptschulabschluss besitzen. In den zwei Jahren werden, neben dem Unterricht in den allgemeinbildenden Fächern, auch Praktika in Betrieben durchgeführt.

Die Gründe, weshalb so mancher die Schule ohne einen Abschluss verlassen hat, sind vielfältig. All jenen, denen in der Jugend Durchhaltevermögen oder Motivation fehlte, möchte die Stadt Offenbach mit dem neuen Angebot an den Gewerblich-Technischen-Schulen (GTS) entgegenkommen. „Wir wissen, dass der Bedarf da ist“, erklärt Bildungsdezernent Paul-Gerhard Weiß. Auf rund 2.000 erwachsene Schüler schätzt er das Potenzial in der Stadt ein.

Entsprechend heterogen sind beispielsweise auch die Klassen in den Weiterbildungskursen der Volkshochschule zusammengesetzt, in denen Erwachsene auf dem zweiten Bildungsweg nachholen, was sie in jungen Jahren versäumt haben.

Das viersemestrige Angebot der GTS ist kostenlos. Es richtet sich an alle ab 18 Jahren, die die Vollzeitschulpflicht erfüllt und noch keinen Realschulabschluss haben, bisher aber von den Gebühren abgeschreckt wurden. Im 2. Jahr kann eine monatliche Unterstützung über das Berufsförderungsgesetz (BAfög) beantragt werden.

Ein Eignungstest soll beiden Seiten Aufschluss über die Motivation der Interessenten geben. „Die Motivation muss stimmen“, erklärt Schulleiter Johannes Leist „Die Interessenten müssen versichern, dass sie die Schule ernsthaft besuchen und den Abschluss schaffen wollen.“

Das Curriculum ist vorgegeben: neben den klassischen Fächern Deutsch, Mathematik, Englisch, Historisch-Politische Bildung stehen Arbeitslehre und Informationstechnik auf dem Stundenplan. „Vor allem bei Mathematik und Informationstechnik können die Schüler von den Netzwerken der Schule profitieren und an berufliche Zusammenhänge anknüpfen“, so Leist weiter.

Passgenaues Angebot auch für alleinerziehende Frauen

Schon jetzt zeichnet sich ein großes Interesse von Frauen ab, berichtet Leist: „Das ist für eine Schule wie die unsere mit einem technischen Schwerpunkt eher ungewöhnlich.“ Die Erhöhung des Frauenanteils ist durchaus gewollt. Damit auch alleinerziehende Frauen den Realschulabschluss nachträglich erwerben können, findet der Unterricht jeden Tag in der Zeit von 11 bis 16.15 Uhr statt.