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Über 150 Nationen leben in Offenbach. Die Vielfalt an Sprachen spiegelt sich auch in den Bildungseinrichtungen der Stadt wider und stellt diese vor Herausforderungen, insbesondere in der Elternarbeit. Um die Zusammenarbeit zwischen Lehrkräften und Eltern zu verbessern, vermittelt das zur Volkshochschule gehörende OF Bildungsbüro seit zwei Jahren ehrenamtliche Übersetzer/-innen an Schulen.

Keine Kosten für die Schulen

Das Angebot wurde so gut angenommen, dass dafür im Haushalt der Volkshochschule nun dauerhaft Mittel pro Jahr bereit stehen. Diese werden für die Aufwandsentschädigung der ehrenamtlich tätigen Übersetzer/-innen verwendet. Für die Schulen entstehen keine Kosten. „Um den Bildungsauftrag angemessen erfüllen zu können, ist eine Zusammenarbeit mit Eltern unerlässlich. Die Bildungseinrichtungen in der Stadt sehen sich aber oftmals mit Sprachbarrieren konfrontiert. Das OF Bildungsbüro hat hier den Bedarf erkannt und eine Lücke im Angebot geschlossen. Mich freut, dass wir diese Leistung für Schulen verstetigen können und damit einen Beitrag zur Elternarbeit in der Stadt leisten“, sagt Bildungsdezernent Paul-Gerhard Weiß.

45 Sprachen abgedeckt - Bengalisch oder Patschu gesucht

Das Verfahren für die Offenbacher Schulen ist einfach: Sie melden ihren Bedarf an das OF Bildungsbüro, das die Übersetzer/-innen vermittelt. Aufgrund seiner guten Kontakte verfügt das Bildungsbüro über einen Übersetzerpool mit derzeit 70 Personen. Damit können 45 Sprachen abgedeckt werden. Ist eine Sprache nicht im Angebot, bemüht sich das Bildungsbüro um weitere Übersetzer/-innen. Im ersten Halbjahr 2017 gab es 89 Anfragen, 70 Übersetzungsgespräche wurden geführt (im Vergleich zum Vorjahreszeitraum eine Steigerung um 46 Prozent).

„Der Unterschied zwischen Anfragen und Gesprächen resultiert daher, dass für einen Termin nicht immer die gewünschte Sprache zur Verfügung steht“, erklärt Jasmin Hambach vom OF Bildungsbüro. „Gerade Anfragen für Bengalisch oder Paschtu sind für uns noch schwierig zu bedienen, hier sind wir auf der Suche nach Übersetzern.“

Über die Hälfte der Anfragen kommt aus Grundschulen

Weit über die Hälfe der Anfragen stammt aus Offenbacher Grundschulen. Aber auch weiterführende Schulen und Förderschulen nutzen das Angebot. Übersetzungsbedarf besteht meist für Türkisch (33 Prozent der Anfragen), Bulgarisch (16 Prozent), Rumänisch (9 Prozent) und Polnisch (7 Prozent). Damit entfallen fast zwei Drittel der Anfragen auf diese vier Sprachen.

Inhaltlich geht es bei den Übersetzungen meist um Lernförderung oder Unterstützungsmöglichkeiten der Eltern. Auch Verhaltensregeln, z.B. unentschuldigtes Fehlen, pünktlicher Schulbeginn, werden besprochen. „Ebenfalls sind Fragen zum Übergang in die weiterführende Schule ein Thema, denn in Hessen müssen Eltern nach der Grundschule ihr Elternwahlrecht aktiv ausüben und einen Bildungsgang wählen. Das ist meist völlig anders als im Heimatland der Eltern“, erläutert Kai Seibel, Leiter der Fachstelle Bildungskoordinierung und Beratung/OF Bildungsbüro.

21.07.2017