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Im PC Raum
v.l.n.r. Klassenlehrerin und IT-Beauftragte Laura Straub, Jeremi, Referendarin Nupur Sahni, Lelle und Amina im Computerraum der Wilhelmschule © Stadt Offenbach
Mobiltelefon oder Tablet bedienen heute schon die Jüngsten, aber wie kompetente Mediennutzung funktioniert, lernen Offenbacher Kinder bereits in der Grundschule. Seit knapp zwei Jahren hat die praktische Arbeit an Computern einen festen Platz im Stundenplan an den meisten Schulen und werden Tablets im Unterricht eingesetzt. Jeweils ein LED-Panel sowie einen Koffer mit 16 Tablets mit Router hat jede Schule in den vergangenen zwei Jahren erhalten, das Betriebssystem konnten die Schulen selber wählen. Zur Wahl standen Android, Windows und Apple-Geräte, die meisten Schulen entschieden sich für IOS, also Apple. „Die Geräte sind anwenderfreundlich, intuitiv bedienbar und laufen stabil und sicher, das rechtfertigte auch die etwas höheren Anschaffungskosten, erklärt Lothar Wattendorf aus der IT-Abteilung des Stadtschulamts. Gemeinsam mit Kollegen kümmert er sich um das stadteigene Schulnetzwerk, das alle 30 Schulstandorte per Glasfaser miteinander verbindet und manipuliersicher auf zentralen Servern bei der ENO am Goethering gehostet wird. Im Rahmen der Digitalisierungsoffensive sollen in den nächsten drei bis vier Jahren alle Schulen mit W-Lan und mehr Geräten ausgestattet werden. 4,2 Mio. Euro hat die Stadt dafür beantragt, mit Geldern in Höhe von insgesamt 9.87 Mio. Euro rechnet Bildungsdezernent Paul-Gerhard Weiß aus dem vom Land Hessen aufgesetzten Digitalpakt: „Wer Schulen zukunftsfähig machen möchte, darf an der Technik nicht sparen. Wichtig ist aber auch, dass die Technik genutzt wird und ankommt.“

Homepagegestaltung in der Grundschule  ´

In der Wilhelmschule wird mit Apple-Tablets gearbeitet, täglich sind die Geräte im Einsatz und wird der Computerraum von den Grundschülern genutzt. Neben Lern- und Leseprogrammen wie Onlio und Antolin sind die Tablets auch im Unterricht im Einsatz. Dabei wird viel ausprobiert und getestet, berichtet Nupur Sahni. Sie ist Referendarin an der Schule und unterrichtet Englisch und Mathematik. Weil sie will, dass die Kinder sich auch mal ein Eis in englischer Sprache kaufen können, nimmt sie immer wieder kleine Theater-Sequenzen auf, die sie dann mit den Kindern bespricht: „So lernen die Kinder auch viel über sich und können sich besser einschätzen.“

Jeremi ist 8 Jahre alt hat schon die Lernplattform Onilo kennengelernt. Zuhause hat er natürlich ein Tablet und er kennt auch schon etliche Spiele. In der Klasse haben sie ein Buch über den Wald gemeinsam gelesen, das habe auch deshalb Spaß gemacht, weil es dort etliche bewegte Elemente gab, berichtet der Zweitklässler. „Wir müssen die Kinder früh abholen und ihr Bewusstsein für die Technik schärfen,“ sagt Klassenlehrerin und IT-Beauftragte Laura Straub.

Nicht nur konsumieren, sondern auch produzieren

Deshalb wird im Kollegium viel ausprobiert und getestet. Natürlich geht es auch darum, Vorbehalte vor der Technik abzubauen. Kinder haben einen beinahe traumwandlerischen Umgang mit den Geräten und begreifen die Möglichkeiten schnell, die ihnen die Technik bietet. Erst zehn Jahre alt ist Amina und darf sich schon Medienprofi nennen. So heißt die AG an der Schule, die sich auch um die Homepage der Schule kümmert. Einmal in der Woche kommt die freiberufliche Medienpädagogin Franziska Bosselmann und bringt den Kindern Tricks und Kniffe bei und vermittelt natürlich auch Kenntnisse über die Do´s and Dont´s im Netz. Denn damit die Kinder auch recherchieren lernen, dürfen sie auch ins Internet und in den Suchmaschinen für Kinder „Blinde Kuh“ oder „fragFinn“ stöbern. Amina findet es super, dass sie ihrer Kreativität freien Lauf lassen kann: „Wir haben schon Interviews gemacht, kleine Filme gedreht und können sogar Bilder bearbeiten.“ Den Titel Medienprofi trägt sie also nicht ganz zu unrecht.

Offenbach am Main, 22. Januar 2020