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Entkerntes Gebäude auf dem Gelände der Geschwister-Scholl-Schule
Entkernter Schusterbau der Geschwister-Scholl-Schule © OPG / Jörg Muthorst

Mit dem Abbruch des Schusterbaus beginnt in der zweiten November-Hälfte eine neue Bauphase an der Bieberer Geschwister-Scholl-Schule. Der Schusterbau aus den sechziger Jahren hat drei Geschosse und ist nach dem Architekten Franz Schuster benannt, welcher diesen Gebäudetyp entwickelt hat. Die Stadt Offenbach am Main reagiert auf steigende Schülerzahlen und erweitert und saniert die Integrierte Gesamtschule (IGS) für 29,5 Millionen Euro.

Mit der Umsetzung hat der Magistrat, vertreten durch das Hochbaumanagement des Amts für Stadtplanung, Verkehrs- und Baumanagement, das Stadtwerke-Unternehmen OPG Offenbacher Projektentwicklungsgesellschaft mbH beauftragt. Nach jetzigem Stand soll das gesamte Bauvorhaben bis Ende 2024 abgeschlossen sein.

Neue Versorgungsleitungen sind bereits gelegt und eine neue oberirdische Heizzentrale mit Holzpellets-Befeuerung ist installiert. Nun müssen auf dem Schulgelände an der Ecke Erich-Ollenhauer-Straße und Hamburger Straße zwei Gebäude weichen, um Platz für einen größeren Ersatzbau zu schaffen.

Der neue zweigeschossige Klassenbau soll an das Hauptgebäude der Schule, den Atriumbau, angeschlossen werden. „Der Schusterbau wäre wirtschaftlich nicht mehr sanierbar – deshalb wird er mitsamt dem Kellergeschoss und dem zweigeschossigen Verbindungsbau zum Hauptgebäude abgebrochen“, erläutert Stadtplanungs- und Bildungsdezernent Paul-Gerhard Weiß.

Beeinträchtigungen möglich

Leider sei es von den Bauabläufen her nicht möglich gewesen, diese Arbeiten in die Ferienzeit zu legen, bedauert der Stadtrat. Der Abriss müsse deshalb bei laufendem Schulbetrieb erfolgen. Weiß bittet sowohl die Schülerinnen und Schüler sowie das Kollegium, als auch die Wohnnachbarn um Verständnis, dass es durch die Abbrucharbeiten zu Beeinträchtigungen durch Lärm, Staub und Erschütterungen kommen könne.

Die maschinelle Niederlegung der Gebäude beginnt voraussichtlich ab der zweiten Novemberhälfte. Abbruch und Abtransport des Bauschutts werden je nach möglichem Fortschritt vier bis sechs Wochen in Anspruch nehmen. Gearbeitet werden darf zwischen 7 und 20 Uhr.

Die OPG hat das Abbruchunternehmen vertraglich verpflichtet, die Gebäude möglichst erschütterungs- und staubarm abzubrechen und die Beeinträchtigung der Schulgemeinde sowie der Anwohnerinnen und Anwohner auf das unvermeidbare Mindestmaß zu reduzieren. Baubegleitend wird das Immobilienunternehmen der Stadtwerke durchgehend Lärm- und Erschütterungsmessungen durchführen lassen und sowohl der Schule als auch den Anwohnern als direkter Ansprechpartner zur Verfügung stehen, falls die Belästigung ein erträgliches Maß überschreiten sollte.

Beide Gebäude sind bereits entkernt. Es werden Schutzmaßnahmen an den zu erhaltenden Bestandsgebäuden getroffen und ein provisorischer Eingang geschaffen, da der Ersatzanbau direkt ans Hauptgebäude anschließen wird, der Atriumbau jedoch weiterhin in Betrieb bleibt.

Sowie das Baufeld frei ist, können die Erdbau- und dann die Rohbauarbeiten beginnen. Voraussichtlich bis zum zweiten Quartal 2023 soll der Ersatzbau fertiggestellt sein. Ein Teil des Unterrichts findet unterdessen in einer dreigeschossigen Interimsanlage in Modulbauweise mit 24 Klassenräumen statt.

Sechszügigkeit angestrebt

Die Geschwister-Scholl-Schule wird zurzeit vierzügig betrieben und von rund 600 Kindern und Jugendlichen besucht. Der neue zweigeschossige und teilunterkellerte Stahlbetonbau soll auf einer Gesamtfläche von 4.300 Quadratmetern eine Erweiterung auf sechs Züge mit rund 900 Schülerinnen und Schülern ermöglichen und dafür nicht nur Klassenräume, sondern auch Differenzierungs- und Hausaufgabenräume zur Verfügung stellen, die nach Jahrgängen gruppiert werden. Die Flure werden als so genannte offene Mitten gestaltet und stehen dadurch ebenfalls der pädagogischen Arbeit zur Verfügung.

Stadtrat Weiß: „Wir erhöhen an der Geschwister-Scholl-Schule nicht nur die Kapazität an Unterrichtsplätzen, sondern unterstützen mit modern gestalteten Räumlichkeiten auch die pädagogische Arbeit.“ 

Durch den Einbau einer Aufzugsanlage wird auch das Obergeschoss des mit dem Neubau verbundenen Hauptgebäudes barrierefrei zugänglich. 

Im Neubau sollen die Jahrgänge fünf bis acht, im Atriumbau weiterhin die Jahrgänge neun und zehn unterrichtet werden. Zusätzlich wird das Hauptgebäude neben der Verwaltung und der Aula auch die Bibliothek aus dem Mensa-Gebäude aufnehmen, um dort Platz für einen Freizeitbereich zu schaffen, der für den Ganztagsbetrieb wichtig ist.

Sobald der Neubau fertig ist, werden etwa ab Mitte 2023 der Atriumbau und der Fachklassentrakt energetisch saniert. Im Wesentlichen umfasst dies die Erneuerung der haustechnischen Anlagen, der Fenster und Außentüren sowie der Wand-, Decken- und Bodenbeläge sowie die Sanierung der Fassaden und Dächer. Alle Fensterflächen erhalten einen außenliegenden Sonnenschutz.

Sporthalle, Cafeteria und Hausmeisterhaus bleiben unverändert. Voraussichtlich im vierten Quartal 2023 soll nach jetziger Kalkulation der Bauabläufe das gesamte Projekt abgeschlossen sein. 

15. November 2021