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Zum Abschluss der Kindermeilen-Kampagne in Offenbach, bei der sich alles um umweltfreundliche Mobilität dreht, hängt nun der neue Schulwegplan in der Humboldtschule. „Der Schulwegplan zeigt gute, sichere Fußwege innerhalb des Einzugsgebiets der Schule, auf denen die Kinder gut aufgehoben sind“, erklärt Umweltdezernent Paul-Gerhard Weiß.

Wer mit dem Auto von den Eltern bis zum Schultor chauffiert wird, verliert ein wesentliches Stück Lebenserfahrung und Selbstständigkeit. „Eltern haben meist die besten Absichten - dabei wird aber leicht vergessen, dass für die Kinder auch eine Chance verloren geht“, erläutert Nina Merten vom Amt für Umwelt, Energie und Klimaschutz. Die stolzen Schulkinder erlernen auf dem Schulweg Selbstständigkeit und Selbstbewusstsein und trainieren ihren Körper und ihre Motorik. Der Schulweg ist ein wichtiges Stück persönliche Entwicklung. Diese Zeit zusammen mit den Freunden vor dem Unterricht macht außerdem in der Schulstunde aufmerksamer und aufnahmefähiger.

Der Schulwegeplan enthält auch Treffpunkte, an denen sich die Kinder miteinander verabreden können um gemeinsam zu laufen. Das erhöht die Sichtbarkeit im Straßenverkehr. „Unser größtes Problem sind die chaotischen Zustände vor unserer Schule zu den Bring- und Holzeiten“, erzählt die Schulleiterin Hafize Sucu. „Die Autos halten kreuz und quer und gefährden damit die Kinder, die sich zum Schultor durchkämpfen müssen. Der Schulwegplan soll vor allem den Schülern und ihren Eltern dabei helfen, den ungefährlichsten Weg zur Schule zu finden und somit die Verkehrssicherheit zu erhöhen. Unser Ziel ist es, dass möglichst viele Kinder zu Fuß, mit dem Fahrrad oder dem Roller in die Schule kommen. Und ganz nebenbei leisten wir somit einen positiven Beitrag für die Umwelt.“

Sucu und eine engagierte Gruppe von Eltern haben sich für den Schulwegplan engagiert und mit dem Amt für Umwelt, Energie und Klimaschutz den richtigen Partner gefunden. Damit es für Schulen leichter wird, einen Schulwegplan zu erstellen und aktuell zu halten, gibt es Unterstützung im Rahmen des Mobilitätsmanagements in Kitas und Schulen, einer Maßnahme aus dem Klimaschutzkonzept.

Im Arbeitskreis Mobilitätsmanagement in Kitas und Schulen, bestehend aus Vertretungen der Polizei, der Verkehrsplanung der Straßenverkehrsbehörde, des Ordnungsamts, des Umweltamts, des Stadtschulamts und einem Fachbüro für Verkehrsplanung, werden die Voraussetzungen für eine Moderne kindgerechte Mobilitätsplanung geschaffen. Die Projektleiterin Nina Merten erklärt: „Wichtig ist, nicht über die Köpfe der Kinder hinweg zu planen. Wir waren an einem Projekttag mit den Kindern als Verkehrsdetektive unterwegs. Sie haben Gehwegbreiten und Ampelzeiten gemessen und den Verkehrsplanern die Stellen gezeigt, wo es Schwierigkeiten gibt, zum Beispiel zugeparkte Gehwege oder zu hoch gewachsene Sträucher, die den Blick auf die Straße versperren.“ Die guten Wege wurden aufgenommen und in den Plan integriert, bei den Stolperstellen heißt es Abhilfe schaffen. Der fertige Plan wurde vom Vermessungsamt erstellt. Danach konnten die Eltern auf einem Elternabend die Arbeit ihrer Kinder bewundern und den Plan aus Erwachsenensicht ergänzen. Das Ziel des Amtes für Umwelt, Energie und Klimaschutz ist es, alle Grundschulen mit einem aktuellen Schulwegplan auszustatten, so dass noch mehr Familien den Sitz im Auto gegen den Fußweg eintauschen.

Ein weiterer Schritt ist bereits gemacht: Auch die Hafenschule freut sich über ihren ersten Schulwegplan. Hier hat die aktive Mitarbeit von Schulleiterin Bianca Mohr und den Kindern ihrer damals zweiten Klasse die wichtigste Arbeit gemacht. Und natürlich waren die Hafenschule und die Humboldtschule auch wieder bei der Kindermeilen-Kampagne dabei, die aktuell läuft. Dieses Jahr ist die Hafenschule nicht nur Teilnehmerin, sondern auch Gastgeberin der Prämierung. Am Donnerstag, 24. Oktober, 14 Uhr sind nicht nur die Kleinen Klimaschützer der Kindermeilen-Kampagne aller Schulen zu Gast, um ihre Preise entgegen zu nehmen, sondern auch die Gewinner der Klimarallye und die fleißigen Radfahrerinnen und Radfahrer des Stadtradelns. Ein weiterer Programmpunkt zusätzlich zu den drei Prämierungen ist der Auftritt des Energie-Theaters, der es besonders für die vielen Schülerinnen und Schüler kurzweilig und lehrreich machen wird.

1. Oktober 2019