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Kinder beim Deutschsommer 2021
© Jörg Muthorst
Rund 20 Mädchen und Jungen der dritten Jahrgangsstufe haben drei Wochen lang im Deutschsommer, einer ebenso spannenden wie lehrreichen Ferienfreizeit der Stadt Offenbach, spielerisch und in kleinen Lerngruppen ihre sprachlichen Defizite ausgeglichen und dabei viele neue Erfahrungen gesammelt.

Am Anfang herrschen noch ein wenig Skepsis und Zurückhaltung. Tapfer verabschieden sich die Kinder am Schultor von ihren Eltern. Was kommt wohl  auf sie zu? Neue Lehrkräfte, neue Mitschülerinnen und Mitschüler und für viele von ihnen auch ein ungewohnter Ort, die Eichendorffschule in der Innenstadt.

Doch dann beginnt das große Ferienabenteuer: Deutsch lernen so ganz anders als in der Schule, spielerisch und ohne Leistungsdruck, mit vielen Sprachübungen, die Spaß machen und für die man sich auch schon mal im Klassenraum hin und her bewegen muss.

Theater spielen und Comics zeichnen

Für die meisten Jungen und Mädchen ebenfalls eine ganz neue Erfahrung: Theater spielen, wenn auch corona-bedingt ohne Körperkontakt. In verteilten Rollen wird laut vorgelesen und damit das Verständnis der Deutschsommer-Lektüre aus dem Sprachunterricht vertieft. Schlüsselszenen  werden anschließend in einem Comic zeichnerisch umgesetzt.  Dazu kommen spannende Spiele und viel Bewegung im Freien, Töpfern in der Schulwerkstatt, Erkundung der Innenstadt beim City Bound  sowie Ausflüge zum Waldzoo und zum Wetterpark.

Auf einmal sind drei Ferienwochen wie im Fluge vergangen und niemand von den neun- und zehnjährigen Grundschulkindern, die nach den Ferien in die vierte Klasse wechseln werden, mag es so richtig glauben, dass das städtische Sprachförderprojekt schon zu Ende ist.

„Ich bin froh, dass es dem Deutschsommer-Team erneut gelungen ist, das Förderangebot in diesem neu entwickelten Format und in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt auch in schwierigen Zeiten aufrechtzuerhalten“, sagt Bildungsdezernent Paul-Gerhard Weiß.

Die pandemiebedingten Unterrichtseinschränkungen hätten bei vielen Grundschulkindern zu Lern- und Entwicklungsdefiziten geführt. „Der Deutschsommer bietet hier eine wichtige Hilfe, um Lernlücken zu schließen und die Kinder in ihrer Entwicklung zu stärken.“     

„Naturerlebnisse wie sonst im Schullandheim Wegscheide inmitten der Spessartlandschaft konnten wir den Kindern zwar nicht bieten und auch ein völlig unbeschwertes Miteinander war mit Maskenpflicht und Abstandsregeln in Pandemiezeiten nicht möglich“, sagt Projektleiter Jörg Muthorst. „Dennoch haben wir nun schon im zweiten Corona-Jahr das Beste aus der Situation gemacht und den Kindern wichtige Impulse für ihre schulische und auch persönliche Weiterentwicklung gegeben.“

Sprachförderung auch in Zeiten von Corona

Der Deutschsommer ist ein Modellprojekt, das die Stadt Offenbach 2010 von der Stiftung Polytechnische Gesellschaft Frankfurt am Main übernommen und in den zurückliegenden zwölf Jahren kontinuierlich weitenwickelt hat. Um die Sprachförderung auch in Zeiten von Corona aufrechtzuerhalten, hätten das Bildungsdezernat, das Gesundheits- und das Stadtschulamt sowie das Team der Deutschsommer-Pädagogen an einem Strang gezogen, berichtet Muthorst. „Unser Dank gilt insbesondere der Schulleitung und dem Kollegium der Eichendorffschule, die uns nun schon im zweiten Jahr bei sich aufgenommen und ihre Räume zur Verfügung gestellt haben.“

Ganz zu Ende ist der Deutschsommer noch nicht, denn die Sprachferien sind Teil eines rund halbjährigen Förderprogramms. Ein Teil der Kinder wird nach den Sommerferien ab 6. September unterrichtsbegleitend an zwei Nachmittagen in der Woche bei den Deutschsommer-Detektiven der Sprache auf der Spur bleiben. Hierfür können die Offenbacher Grundschulen auch noch weitere Kinder anmelden.

Darüber hinaus können alle Deutschsommer-Kinder und -Detektive das Erlernte noch bei einem einwöchigen Endspurt zum Ende der Weihnachtsferien vertiefen. 

12. August 2021