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Zwei Jungs beim Lesen
In den Schulferien verbessern Offenbacher Drittklässler spielerisch ihr Sprachverständnis. © Jörg Muthorst/ Stadt Offenbach
Lesen und Schreiben, Wortschatz und Grammatik, aber auch Naturerkundung und soziales Lernen stehen im Mittelpunkt von drei ebenso lehrreichen wie spannenden Ferienwochen, die 32 Offenbacher Drittklässler vom 18. Juli bis 5. August im Schullandheim Wegscheide in Bad Orb verbringen.
Unter dem Motto "Ferien, die schlau machen" verbessern die aus vielen verschiedenen Nationen stammenden, etwa neun Jahre alten Grundschülerinnen und -schüler im nunmehr siebten Offenbacher DeutschSommer spielerisch ihr Sprachverständnis und ihre Ausdrucksfähigkeit. Im Mittelpunkt dabei steht in diesem Jahr Astrid Lindgrens Roman „Ronja Räubertochter“.

Der DeutschSommer ist eine schulische Veranstaltung in Trägerschaft der Stadt Offenbach. Er ist ein qualitativ hochwertiges, bewährtes und erfolgreiches Projekt zur Förderung der Sprach- und Persönlichkeitsbildung von Drittklässlern mit einem besonderen Förderbedarf in der deutschen Sprache. In diesem Jahr beteiligen sich zehn der 14 Offenbacher Grundschulen an dem Projekt.

Mit Hilfe eines intensiven Sprach- und Theaterunterrichts in kleinen Gruppen sowie einem ebenfalls überwiegend sprachlich orientiertem Freizeitprogramm verbessern die Mädchen und Jungen vor dem Übergang in die für ihre weitere Schullaufbahn wegweisende vierte Klasse ihre deutschen Sprachkenntnisse. Betreut werden sie dabei von sieben erfahrenen Pädagogen, denen im Hintergrund drei Fachberater zur Seite stehen.

Spendenscheck-Übergabe
Mit einer Spende über 510 Euro, die Susan Castaneto, Managerin Airfreight Export, Bürgermeister Peter Schneider übergab, finanziert die Toll Global Forwarding (Germany) GmbH in diesem Jahr die Lektüre der Offenbacher DeutschSommer-Kinder. © Toll Global Forwarding

"Gute Deutschkenntnisse", so Bürgermeister Peter Schneider, "sind der Schlüssel für den schulischen und beruflichen Erfolg und wichtige Voraussetzung für die gesellschaftliche Teilhabe und Integration." Trotz weiterhin angespannter Haushaltslage hat die Stadt Offenbach auch dieses Jahr wieder ihren Kostenanteil an dem nachweislich wirksamen Sprachförderprogramm aufgebracht. „Das zeigt“, so der Bürgermeister, „wie wichtig uns dieses Projekt ist. Der DeutschSommer ist ein fester Bestandteil der nach wie vor ganz erheblichen Anstrengungen der Stadt Offenbach, die Startchancen ihrer Kinder zu erhöhen.“

Ohne Partner jedoch, sagt Peter Schneider, könne die Kommune das Projekt nicht umsetzen. Der Bürgermeister dankt deshalb der Frankfurter Erhard-Kunert-Stiftung, die sich gemeinnützig im Bildungsbereich engagiert und als Hauptsponsor den Offenbacher DeutschSommer fördert, sowie auch den anderen Geldgebern wie der Ippen-Stiftung, der Städtischen Sparkasse, der Bürgerstiftung Offenbach und der Stadtwerke Offenbach Unternehmensgruppe, die das Projekt teilweise schon seit Jahren als verlässliche Partner mitfinanzieren.

Der DeutschSommer Offenbach wird seit Projektstart im Jahr 2010 von der Stiftung Polytechnische Gesellschaft Frankfurt fachlich begleitet und sowohl vom Staatlichen Schulamt für den Landkreis und die Stadt Offenbach als auch von der Stadtbibliothek und vom Klingspor-Museum Offenbach unterstützt.

„Wir freuen uns über jede Hilfe und auch über kleinere Spenden“, sagt Thomas Löhr, Leiter des Stadtschulamtes Offenbach, das für die administrative Abwicklung des Projektes verantwortlich ist.

So konnte Bürgermeister Schneider kürzlich eine Spende von 510 Euro in Empfang nehmen, mit der das am Rhein-Main-Flughafen ansässige Transport- und Logistik-Unternehmen Toll Global Forwarding (Germany) die diesjährige Lektüre der DeutschSommer-Kinder finanziert hat.

An der Tafel
So macht Deutschlernen Spaß: Unterricht mit DeutschSommer-Pädagogin Sandy Schulz im Bad Orber Schullandheim Wegscheide. © Stadt Offenbach

p>Christopher Braun, Director Airfreight Export Germany: „Als weltweit tätiges Unternehmen ist uns nur zu gut bekannt, wie wichtig Sprache, Kommunikation und Austausch sind. Es ist wichtig, dass die nächsten Generationen gute Grundlagen für eine qualitativ fundierte Bildung erhalten. Im Offenbacher DeutschSommer sehen wir die Möglichkeit, Kinder dabei zu unterstützten, ihre sprachlichen Barrieren abzubauen.“</p>
<p>Alle Jungen und Mädchen erhalten nun zu Beginn der Projektwochen eine gebundene Ausgabe von Astrid Lindgrens berühmtem Kinder- und Jugendbuch „Ronja Räubertochter“ geschenkt. „Der Roman“, erläutert DeutschSommer-Fachberaterin Derya Akbas, „dient während der drei Wochen auf der Wegscheide nicht nur zum Schmökern und Vorlesen. Er bildet auch die Grundlage für den Deutsch- und Theaterunterricht.“</p>
<p>„Wir haben uns nach sechs Jahren ganz bewusst für einen Wechsel der Lektüre und für diesen Roman entschieden“, erklärt Projektleiter Jörg Muthorst. Der Räuberroman der schwedischen Autorin sei in seiner Aussage aktueller denn je und behandle in Anspielung an den dramatischen Shakespeare-Stoff „Romeo und Julia“ Themen wie Emanzipation, Vorurteile und Gewalt, Freundschaft, Liebe und Respekt. Lindgren zeige mit ihrem Plädoyer für den Frieden gewaltfreie Möglichkeiten zur Konfliktlösung auf. „Es sind die Kinder, die durch ihr gemeinsames entschlossenes Eintreten die Differenzen der verfeindeten Erwachsenengruppen überwinden."

Offenbach am Main, 20.06.2016

Zwei Jungs beim Lesen Jörg Muthorst/ Stadt Offenbach
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