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OPG-Geschäftsführerin Daniela Matha, Astrid Reese, Stadtplanungsamt und Bildungsdezernent Paul-Gerhard Weiß und überreichen im Namen der Stadt den symbolischen Schlüssel an Vertreterinnen der Schulleitung und der Kitas. © Stadt Offenbach / georg-foto
Nach einer Bauzeit von rund zwei Jahren hat die neue Hafenschule als Bildungs- und Sportstätte an der Hafenschule am 14. August ihren Betrieb aufgenommen. Am Mittwoch, 30. August, feierte die Stadt Offenbach nun die offizielle Einweihung des für 26,6 Millionen Euro errichteten Gebäudes.

Mit 5,6 Millionen Euro wurde der Bau der Kita durch den Regionalfonds Fluglärmschutz zur Förderung der nachhaltigen Regionalentwicklung bezuschusst. Die Projektleitung lag beim Amt für Stadtplanung, Verkehrs- und Baumanagement. Mit der Projektsteuerung und treuhänderischen Bauabwicklung war die OPG Offenbacher Projektentwicklungsgesellschaft mbH beauftragt. Das Unternehmen aus dem Geschäftsfeld Immobilien der Stadtwerke-Gruppe (SOH) entwickelt und vermarktet das gesamte Hafenviertel.

Platz für bis zu 420 Kinder

Die vierzügige inklusive Grundschule für den Hafen und das angrenzende Nordend bietet mit zwei Vorklassen bis zu 420 Kindern Platz. Für weitere 170 Kinder beinhaltet der Standort zudem eine Kindertagesstätte sowie eine Hortbetreuung für 200 Kinder der Grundschule. Die beiden übereinander liegenden Sporthallen stehen außerhalb der Unterrichtszeit Sportvereinen zur Verfügung. Der Neubau umfasst außerdem Klassen- und Kleingruppenräumen, Cafeteria, Mehrzweckraum, eine Bibliothek, Fachklassenräume für Werken, Kunst, Musik und EDV sowie Räume für die Schulverwaltung.

Aktuell betreuen dort 12 Lehrkräfte 223 Schülerinnen und Schüler, 75 von ihnen nehmen die Hortbetreuung bis zum späten Nachmittag in Anspruch. Am kommenden Montag startet außerdem die Kitabelegung mit 36 U3-Kindern in drei Gruppen sowie zwei aus der Kita Bernardstraße ausgelagerten Ü3-Gruppen mit 50 Kindern plus weitere 75 Kinder, die bereits drei Jahre oder älter sind.

Oberbürgermeister Horst Schneider betonte in seiner Ansprache, dass die neue Schule und Kita von Anfang an zentrales Element der Hafenentwicklung war.

„Dass wir aufgrund der Auflagen des Regierungspräsidiums die Kosten für den Neubau reduzieren mussten und deshalb auf eine Tiefgarage verzichten sollten, ist aufgrund des enorm hohen Parkdrucks in diesem Teil der Stadt sicherlich eine Entscheidung gewesen, die kritisch zu hinterfragen ist“, so Schneider.

„Letztlich aber bin ich sehr froh, dass wir trotz Schutzschirms und unserer Haushaltslage diese Investition in die Bildung stemmen konnten. Immerhin entsprechen die Kosten für diesen Neubau in etwa den gesamten Investitionsmitteln, die die Stadt in einem Jahr überhaupt nur zur Verfügung stehen.“

Bildungsdezernent Paul-Gerhard Weiß lobte die gemeinsamen Erfolge aller Offenbacher Akteure im Bildungsbereich, eng verzahnt auf die Nachfrage von ganztägiger Betreuung reagieren zu können.

„Offenbach beweist damit, dass diese Stadt ein sehr guter Lebensort für Familien ist.“

Er kündigte zudem an, dass die Stadt in Zukunft weitere Schulen neu bauen werde: 

„Der Druck auf Schulen und Kitas ist aufgrund des Bevölkerungswachstums groß, wir sind eine lebendige kinderreiche Stadt und mit der Bereitstellung moderner Unterrichtsräume kommt die Stadt im Rahmen ihrer finanziellen Möglichkeiten der Aufgabe nach, gleiche Bildungschancen für alle Offenbacher Kinder zu schaffen.“

Daniela Matha, Geschäftsführerin der für die Entwicklung des Hafenviertels verantwortlichen Offenbacher Projektentwicklungsgesellschaft (OPG) und der Mainviertel GmbH, lobte die besondere Architektur des Gebäudes, für dessen Errichtung zahlreiche bauaufsichtliche und planungsrechtliche Auflagen beachtet werden mussten.

„Wir richten an uns selbst stets einen hohen qualitativen Anspruch, weshalb wir uns freuen, dass sich die Stadt dazu entschieden hat einen architektonischen Wettbewerb auszuschreiben.“

Heller und freundlicher Eindruck mit Blick auf den Main

Die engere Zusammenarbeit des gesamten Immobilienbereichs der Stadtwerke von der Projektrealisierung bis zum Gebäudemanagement war bei diesem Projekt erstmalig dazu genutzt worden, die Betriebskosten zu minimieren.

Der Neubau zeichnet sich durch einen hellen und freundlichen Eindruck mit viel Blick auf das Wasser des Mains aus. Das Gebäude besteht entlang der Hafenallee aus fünf Geschossen. Im Süden schottet ein fast 20 Meter hoher Gebäudetrakt mit Fachklassen, Verwaltungsräumen und – als bauliche Besonderheit – zwei übereinander angeordnete Einfeld-Sporthallen die dahinter liegenden zweigeschossigen Gebäudeteile mit den Klassen- und Gruppenräumen vom Verkehrslärm ab. An der Nordseite hingegen geben große Glasflächen den Blick auf die Hafentreppe und das Hafenbecken mit dem Blauen Kran frei. Wie die gesamte, nach den Plänen der Darmstädter waechter + waechter Architekten BDA entstandene Architektur, strahlt auch der Innenraum Großzügigkeit und Qualität aus. Die Hafenschule fügt sich damit nahtlos in die hochwertige Infrastruktur ein, die die Stadtwerke-Tochter OPG im neuen Stadtviertel schafft. Um die städtebaulich und architektonisch bestmögliche Planungslösung zu erhalten, hatte die Stadt eigens den Weg eines Realisierungswettbewerbs gewählt.

Der in sich geschlossene, 100 mal 60 Meter große Gebäudekomplex mit seiner optisch ansprechenden Klinkerfassade reagiert mit seiner Struktur auf die historische Blockrandbebauung des benachbarten Gründerzeitviertels: Mit einer Bruttogrundfläche von rund 11.000 Quadratmetern dehnt er sich exakt bis an die Grenzen des rund 7.100 Quadratmeter großen Grundstücks aus. Der Eingang zur Schule befindet sich im Südwesten an der Ecke Hafenallee/Kranweg, der Eingang zur Kita im Nordwesten an der Ecke Hafenallee/Hafendeck. Ein zweigeschossiger Querriegel mit gemeinsam nutzbarer Cafeteria trennt inmitten des Baukomplexes Schule und Kita voneinander ab. Durch diese Mittelspange sind zwei Innenhöfe zum Spielen und Lernen entstanden.

Die Hafenschule ist die erste Offenbacher Schulneugründung seit der Eröffnung der Edith-Stein-Schule 1979 und neben dem Rückbau des Kaiserleikreisels, dessen Projektsteuerung ebenfalls die OPG versieht, das zuletzt größte Bauprojekt der Stadt.

Baubeschreibung, Planungsdaten und Kosten

Baubeschreibung:

  • Tiefgründung mit 500 Stahlbeton-Fertigteil-Rammpfählen von 11-17 Metern Länge,
  • 2- bis 5-geschossiger Massivbau mit zweischaligen Außenwänden,
  • Kerndämmung und Klinkervormauerung (rund 258.000 Klinker sind vermauert)
  • Flachdächer, teils begrünt, teils vorgerichtet für Photovoltaikelemente
  • Transparente Fassadenelemente: thermisch getrennte Holz-Aluminium-Konstruktion gemäß Wärme- und Schallschutzanforderungen; außenliegender Sonnenschutz; Wärmeschutzverglasung
  • Energetisches Niveau: gemäß Erweitertem Grundsatzbeschluss werden die Anforderungen der EnEV 2009 um 30 Prozent übererfüllt, damit sind auch die aktuellen Anforderungen der EnEV 2014 erfüllt;
  • Mechanische Lüftung, zur Einhaltung der erforderlichen Raumluftqualität Geothermieanlage mit 30 Erdsonden zur sommerlichen Kühlung und Unterstützung der Beheizung (Fernwärme, Fußbodenheizung): bis in eine Tiefe von 99 m ins Erdreich eingebracht
  • Verzicht auf Tiefgarage; 22 gemäß Satzung und Baugenehmigung erforderliche PKW-Stellplätze; davon 4 Stellplätze auf dem Grundstück realisiert; 18 weitereper Baulast im nahegelegenen Parkhaus der Mainviertel zu sichern und anzumieten

Planungsdaten:

  • Gesamtfläche des Baugrundstücks 7.092 m²
  • Bebaute Fläche 3.985 m²
  • Unbebaute Fläche 3.134 m²
  • Geschosszahl 2 bis max. 5
  • Bruttogrundrissfläche ca. 11.000 m²
  • Bruttorauminhalt ca. 43.000 m³
  • Freiflächen Grundschule 2.083 m²
  • Freiflächen Kindertagesstätte 1.215 m²

Gesamtkosten brutto 26.610.000,00

Förderung: Der Bau der Kindertagesstätte wird mit ca. 5,6 Mio. Euro aus Mitteln des Regionalfonds zur Förderung der nachhaltigen Kommunalentwicklung gefördert(Regionalfonds Fluglärmschutz)

31. August 2017