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v.l.n.r.: Thomas Löhr (Amtsleiter des Stadtschulamts), Markus Eichberger (Leiter des Amts für Stadtplanung, Verkehrs- und Baumanagement), Paul-Gerhard Weiß (Schul- und Bildungsdezernent), Marlies Stülb (Schulleiterin KKS), Ute Listmann (Projektleiterin Hochbaumanagement),vorne: Anna Heep, Bereichsleiterin Hochbaumanagement), Annette Schröder-Rupp und Daniela Matha (beide Geschäftsführung OPG), Matthias Hennig (Architekt, B + P Bauconsulting GmbH)und Andreas Dohn (Projektleiter OPG) ( © Stadt Offenbach
Während die Stadt die Planungen für den gestiegenen Raumbedarf an den Offenbacher Schulen infolge des Bevölkerungswachstums aufgenommen hat, rollen bereits die Bagger an der Käthe-Kollwitz-Schule (KKS). Die Berufsschule an der Buchhügelallee wird bis Januar 2019 für rund 19 Millionen Euro umfassend saniert und umgebaut. Bei einem Pressetermin stellte Schuldezernent Paul-Gerhard Weiß zusammen mit der Schulleitung und dem gemeinsamen Projektteam des Amtes für Stadtplanung, Verkehrs- und Baumanagement und der OPG Offenbacher Projektentwicklungsgesellschaft mbH – ein Unternehmen der Stadtwerke Gruppe (SOH) im Geschäftsfeld Immobilien – die drei Bauabschnitte vor.
Metallschrott
Die Vorbereitungen für die Modernisierung haben bereits begonnen. © Stadt Offenbach

Geplant sind im Einzelnen die Sanierung aller Oberflächen (Boden, Wände, Decken), die Erneuerung der Technik (Heizung, Lüftung, Sanitär, Elektro, Gebäudeleittechnik), die behindertengerechte Erschließung durch einen Aufzug, die energetische Sanierung von Gebäudehülle und Technik, die brandschutztechnische Ertüchtigung, neue Ausstattungen für die naturwissenschaftlichen Räume und die bessere Erschließung zusätzlicher Räume.

Im Zuge der Sanierung werden nicht nur 6.000 Quadratmeter asbestbelastete PVC-Bodenbeläge, sondern auch die mit fest gebundenem Asbest versehenen Fassadenplatten samt Brüstungselementen und Fenstern fachgerecht ausgebaut und gemäß der gesetzlichen Vorgaben entsorgt. Durch den Austausch der Fassadenelemente wird mit einer Energieeinsparung in Höhe von rund 55 Prozent im Jahr gerechnet.

Der bauliche und technische Zustand des Gebäudes, in dem rund 1.400 Schülerinnen und Schüler unterrichtet werden, wurde bislang nicht grundsaniert und entspricht nicht mehr den aktuellen Anforderungen an Technik, Energie und Brandschutz. Bei laufendem Schulbetrieb wird das 1978 eröffnete Schulgebäude mit einer Bruttogrundfläche von 11.200 Quadratmetern nach der architektonisch hochwertigen Planung der Darmstädter B+P Bauconsulting GmbH in drei Bauabschnitten von Juni 2017 bis Januar 2019 saniert.

Eine neue Fassade, eine neue Farbgestaltung und auch ein veränderter Eingangsbereich werden dem Schulgebäude ein „neues Gesicht“ geben. Der Großteil der Klassen- und Aufenthaltsräume, der bisher über sechs halbversetzte Ebenen zwischen Erdgeschoss und zweitem Obergeschoss mit einem Flur verbunden war, erhält eine zusätzliche Querverbindung und einen Aufzug. Für die Neuaufteilung der Räume werden nicht-tragende Trennwände eingerissen, bestehende Türöffnungen geschlossen und neue geschaffen. Alle Räume sind dann barrierefrei und zeitsparend zu erreichen.

Schuldezernent Paul-Gerhard Weiß zeigte sich erleichtert, dass nach langer Planungszeit nun zeitlich absehbar die Unterrichtssituation an der Berufsschule deutlich verbessert wird: „Für die Schülerinnen und Schüler sowie die dort tätigen Pädagogen ist dies eine sehr gute Nachricht, auch wenn sie während der Bauarbeiten gewisse Einschränkungen hinnehmen müssen.“ Weiß danke zudem der bereits sanierten und erweiterten Theodor-Heuss-Schule sowie der Anne-Frank- und der Grundschule Buchhügel, dass diese teilweise eigene Räume während der Bauzeit zur Verfügung stellen.

„Vor allem aber freue ich mich über die Erleichterungen, die sich nach dem Umbau für die Schülerinnen und Schüler mit Behinderungen ergeben“, sagte der Stadtrat. Die KKS ist die zuständige Berufsschule für die Mitarbeiter der Werkstätten Hainbachtal. 64 Menschen werden dort unterrichtet. Rollstuhlfahrer müssen bislang noch im Hainbachtal lernen.

Auswirkungen auf den Unterricht

Der Unterrichtsbetrieb an der KKS wird während der Arbeiten fortgesetzt. „Das ist für uns natürlich eine ganz besondere Herausforderung“, erklärte Daniela Matha, Geschäftsführerin der Unternehmen im SOH-Geschäftsfeld Immobilien. Die Stadtwerke-Gruppe leistet jetzt nicht nur für den Neubau der Grundschule im Hafen, sondern auch für den Umbau der beruflichen Schule auf dem Buchhügel das komplette Projektmanagement und wickelt damit Bauvorhaben im jeweils zweistelligen Millionenbereich ab.

Integraler Bestandteil des Immobilienbereichs der SOH-Gruppe ist neben der OPG auch die GBM Gebäudemanagement GmbH. „Mit ihrem Know-how, was sowohl das Gebäude und seine Nutzer als auch die gesamte Haustechnik angeht, ist die GBM intensiv in die laufenden Arbeiten eingebunden und für die Aufrechterhaltung des Unterrichtsbetriebes während der Bauphasen zuständig“, erläuterte Geschäftsführerin Annette Schroeder-Rupp, die den SOH-Immobilienbereich gemeinsam mit Daniela Matha verantwortet.  

Bauliche Abtrennungen sollen vor Staub und – soweit technisch möglich – Lärm schützen sowie ein unbefugtes Betreten verhindern. Da für die Bauarbeiten Teile des Schulgebäudes geräumt werden müssen, sind bereits Ende Mai/Anfang Juni die Schulverwaltung und der Hausmeister innerhalb des Gebäudes umgezogen. Zudem wurden insgesamt 24 Klassenräume sowie Fach- und Nebenräume frei gemacht. Auf teure Raummodule kann während der Bauzeit verzichtet werden: Die Unterrichtszeiten wurden ausgeweitet und mit jenen der benachbarten Theodor-Heuss-Schule (THS) abgestimmt. Dadurch können Flächen der THS durch die Käthe-Kollwitz-Schüler interimsweise genutzt werden. Zusätzlich findet Projektunterricht im gemeinsamen Erweiterungsbau von THS und KKS statt.

Der Fachbereich Textil wird vollständig in die Anne-Frank-Schule ausgelagert. Nach dem Umbau wird er im KKS-Schulhaus zusätzlich einen kleinen Ausstellungs- und Verkaufsraum erhalten. Darüber hinaus stehen für die Dauer der Bauarbeiten auch noch zwei Multifunktionsräume in der nahen Buchhügel-Grundschule als Ausweichquartier zur Verfügung.

KKS von außen
© Stadt Offenbach

Stadt investiert in Schulstandorte

Schuldezernent Weiß betonte heute zudem, dass die Stadt auch in den kommenden Jahren den weit überwiegenden Teil ihrer Investitionen in die Schullandschaft steckt: „Wir machen Schule, denn eine gute Bildung in modernen Unterrichtsräumen ist für die Attraktivität Offenbachs von entscheidender Bedeutung. Gleichwohl muss ich alle um Verständnis bitten, dass unsere finanziellen Möglichkeiten begrenzt sind.“ Erst in der vorvergangenen Woche hatte der Schuldezernent den kurzfristig notwendig gewordenen Erweiterungsbedarf an allen Offenbacher Schulen aufgrund der steigenden Schülerzahlen vorgestellt. Hierfür und für zusätzliche Instandhaltungsmaßnahmen an den Schulen, deren Gesamtsanierung noch aussteht, will die Stadt fortan zwei Millionen Euro jährlich im Investitionsprogramm bereitstellen.

Die Baumaßnahmen an der KKS in Höhe von insgesamt 18,95 Millionen Euro werden über das Kommunalinvestitionsgesetz (KIP) mit rund 4 Millionen Euro anteilig für energetische Maßnahmen gefördert.