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Bonny
Bonny (ver-)zaubert © Stadt Offenbach
Seit September 2015 unterstützt die Hütehündin Bonny leseschwache Kinder, in dem sie sich vorlesen lässt. Den geduldigen Umgang mit Kindern hat Bonny in der Schulhundausbildung gemeinsam mit Frauchen und Bibliotheksmitarbeiterin Yasmina Förster gelernt, jetzt wurde die „geschickte Kombination aus origineller Idee und weiterführender Nachhaltigkeit“ mit Hessischen Leseförderpreis ausgezeichnet. Die Auszeichnung des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst ist mit einem Preisgeld von 4.500 Euro verbunden. Bereits zum dritten Mal darf sich das Team über eine Auszeichnung freuen, schon 2004 und 2012 wurden Projekte der Kinderbibliothek mit dem Leseförderpreis ausgezeichnet.
Urkunde
© Stadt Offenbach

„Der Kontakt mit der Hündin fördert in besonderem Maße die Kommunikation, er stärkt das Selbstwertgefühl der Kinder und hilft ihnen dabei, systematisch die eigene Lesefähigkeit auszubauen“, heißt es in der Begründung der Jury. Und wirklich: Wer Bonny erlebt, bekommt eine Ahnung davon, wie sehr Kinder von der Begegnung profitieren können. „Viele haben kein Haustier“, so Förster, die die Kinder sachte anleitet: „Hunde hören viel besser als ihr, deshalb müsst ihr viel leiser sein,“ instruiert sie die Kinder aus der Kita 11. Die vier- bis sechsjährigen sind heute zum Bilderbuchkino mit Lesehund gekommen und sind Mucksmäuschen still, als Förster den Hund mit einem kurzen Zeichen zu sich bittet. Regel Nummer zwei: nicht in die Augen starren, das macht auch den Hund nervös, erklärt sie. „Außerdem bitte nicht anfassen und streicheln, zwanzig Kinder wäre dann doch zu viel.“ Damit die Kinder sich beim Hundequiz beteiligen können, werden Karten mit Tatzen-Abbildung verteilt. Damit können sie sich melden und beispielsweise sagen, welches Bild gerade Bonny weggezaubert hat. „Das kann sie nämlich, Bilder, aber auch mal eine Scheibe Wurst verschwinden lassen“, erklärt Förster. Die Bilder tauchen wieder auf, als Bonny sich von ihrem Platz erhebt.

Bilderbuchkino
© Stadt Offenbach
Nach dem Quiz beginnt das Bilderbuchkino, Bibliotheksmitarbeiterin Sonja Elfe liest das Buch „Hilfe, das Buch hat meinen Hund gefressen“ vor, in dem Bellas Hund in der Falz des Buches verschwindet. Nach und nach verspeist das Buch auch ihren Freund Ben, ein Polizeiauto, den Hunderettungsdienst und schließlich auch Bella. Übrig bleibt nur die Hundeleine. Dann flattert ein Brief aus dem Buch und jetzt sind die Kinder gefragt: das Buch muss ordentlich geschüttelt werden, damit alle wieder herausfallen. Mit viel Witz moderiert Elfe das Buch und stellt Fragen zum Inhalt.
Gruppenbild mit Hund
© Stadt Offenbach
„Wir wollen die Freude am Lesen wecken und fördern“, erklärt die Leiterin der Kinder- und Jugendbibliothek Nicole Köster, „und das Lesen mit Hund kommt gut an.“ Neben dem Bilderbuchkino mit Lesehund für Kindergartengruppen „arbeitet“ Bonny übrigens als guter Zuhörer bei Vorleseterminen in der Kinderbibliothek und in der Erich-Kästner-Schule, dann lässt sie sich von jeweils einem Kind etwa 30 Minuten vorlesen und ist Teil des pädagogischen Programms.