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Geb.1933 in Korbach, lebte zuletzt in Frankfurt/Main. Lyrik, Erzählungen, Essays; Herausgeber; Initiator von Literaturforen; 1983-85 Stadtschreiber in Offenbach; 1984 Wilhelm-Leuschner-Medaille; 2001 Lyrikpreis der "Weltbilder Kosmopolitania" der "Brücke", Saarbrücken. Verstorben im April 2008.

Poetologisches Statement:

Unerbittlich, wie Kunst
und Steine sind, stoßen
die Dichter die Worte in
die Welt: Papier
gewordenes Gedächtnis
der Menschheit. Wut und
Trauer, halten die
Literatur zusammen.
Der Mensch setzt sich
immer wieder neu durch
Sprache zusammen, ein
Leben in Worten, Sätzen
und Geschichten, das
einzige lebendige
Register der
Weltgeschichte.

Seine skurrilen, knappen, ironischen und bisweilen überraschenden Geschichten und Gedichte bleiben. Und es bleibt auch die Erinnerung an seine Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus in lyrischer Form, die bald als sensationell eingeschätzt und mit einem Artikel in ‚Kindlers Literaturgeschichte nach 1945’, gezeichnet von Karl Krolow, gewürdigt wurde“.

Nach Offenbach wurde er in der Zeit berufen als die Stadtbibliothek umgebaut wurde. Der engagierte Autor, der auch Bundesvorsitzender im Schriftstellerverband war, residierte deshalb mit seinen Veranstaltungen im Foyer des Büsingpalais.

Seine Frau Barbara Böddicker, die er in Offenbach 1985 heiratete, hatte Horst Bingel „inmitten von Büchern, nämlich im Bücherturm“ kennen gelernt. Noch in der Offenbacher Zeit wurde ihm das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen.