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Boris Rhein erhält einen Neubau-Schal
"NeubauNow": die HfG hat schnell gestrickt und so konnte HfG-Präsident Bernd Kracke Wissenschaftsminister Boris Rhein einen schönen Schal überreichen. Irene Bauerfeind-Rossmann, Abteilungsleiterin im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst (HMWK), half beim Auspacken. © Stadt Offenbach
Der Sanierungs- und Platzbedarf der Hochschule für Gestaltung ist kein Geheimnis, seit längerem schon gibt es Pläne für einen Neubau der international renommierten Talentschmiede auf der Hafeninsel. Entsprechend groß ist die Freude auf dem Campus in der Schlossstraße über die am 1. Oktober bekanntgegebene Entscheidung der Landesregierung, die erforderlichen Mittel im Rahmen des sogenannten „HEUREKA II“ Programms bereitzustellen.

Tags zuvor hatte die Hochschulleitertagung, gemeinsam mit den 13 hessischen Hochschulen die Zukunft des Hochschulbaus beraten und die Verteilung der HEUREKA-Mittel beschlossen. Das von der hessischen Landesregierung 2008 auf den Weg gebrachte Modernisierungsprogramm HEUREKA (Hochschul Entwicklungs- und Umbauprogramm: RundErneuerung, Konzentration und Ausbau von Forschung und Lehre in Hessen) wurde von drei auf vier Milliarden Euro erhöht und zudem bis 2025 verlängert.

Das Programm zeige den Willen der Landesregierung zum modernsten Hochschulstandort Deutschlands und suche beim Tempo seinesgleichen, erklärte Wissenschaftsminister Boris Rhein bei der Pressekonferenz am 1. Oktober: “Nach den Hauptprofiteuren Campus Westend und Uniklinik kommen mit HEUREKA II nun Kunst und Kultur zum Zug.“ Neben der HfG wird die Landesregierung unter anderem auch der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst einen Neubau, allerdings auf dem Kulturcampus in Bockenheim, mit Mitteln aus HEUREKA II ermöglichen.

„Der Startschuss ist hörbar gefallen“, so Rhein weiter, rund 100 Millionen Euro stehen der Hochschule für Gestaltung nun für den langersehnten Neubau auf der Hafeninsel zur Verfügung. Trotz der neunjährigen Wartezeit: der Zeitpunkt könne günstiger nicht sein: „Nur jetzt haben wir das Grundstück und jetzt haben wir das Geld“. Eine Zusammenlegung mit der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst oder der Umzug der HfG sei dabei übrigens nie eine Frage gewesen, erklärt Rhein: „Wir wollen eine nachhaltige Stärkung des Kreativstandortes Offenbach.“ Daher würden die Gespräche über das Grundstück im Hafen jetzt schnellstens wieder aufgenommen. Dort hat die für die Entwicklung und Vermarktung des 256.000 großen Areals im Hafen Offenbach verantwortliche Offenbacher Projektentwicklungsgesellschaft (OPG) schon lange ein Grundstück für den Neubau der HfG freigehalten. Daniela Matha, Geschäftsführerin der OPG, zeigte sich zuversichtlich, dass alle Fragen gelöst und der Neubau auf dem vorgesehen Areal zwischen Gutschepark und Nordring realisiert werden kann.

„Die HfG Offenbach ist sehr glücklich über die Entscheidung des Landes“: Für HfG-Präsident Bernd Kracke nicht nur eine richtungs- und wegweisende, sondern vor allem auch eine Grundsatzentscheidung für Kunst und Design: „Damit können wir unser hohes Niveau endlich weiterentwickeln.“ Denn, bei allem Charme des Schlosses und der Gebäude in der Schlossstraße, seien die Entwicklungsmöglichkeiten endlich und ausgereizt: „Wir brauchen Labs, Studios, Flexibilität und Dynamik und müssen internationale Entwicklungen aufgreifen können.“ Schließlich nehme auch in den asiatischen Ländern das Designbewusstsein zu, „Made in Germany betrifft schon lange nicht nur den Bereich Engineering“. Der Neubau müsse daher nicht weniger, als „die Zukunft antizipieren“, sowohl bei den inhaltlichen Möglichkeiten als auch beim architektonischen Konzept: „Wir brauchen eine `atmende Architekturkonzeption´, die es so noch nicht gibt.“ Diese gilt es nun zu entwickeln.