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Zukunftslabor HfG
© Stadt Offenbach
Zukunftsfähig soll er sein. Und variabel. Der Neubau der Hochschule für Gestaltung im Hafen muss unterschiedlichen Anforderungen gerecht werden. Im Rahmen eines Symposiums wurden am Freitag, 3. Juni 2016, Ideen diskutiert.
Bernd Kracke
Präsident Dr. Bernd Krake © Stadt Offenbach
Die Freude auf dem Campus in der Schlossstraße war groß, als die Landesregierung am 1. Oktober vergangenen Jahres die Entscheidung bekanntgab, aus dem „HEUREKA II““-Programm 100 Millionen Euro für den Neubau der renommierten Talentschmiede auf der Hafeninsel bereitzustellen. Das Geld ist da und das 15.000 Quadratmeter große Grundstück wartet auf Bebauung. Jetzt fehlt nur noch ein architektonisches Konzept, das den Anforderungen des 21. Jahrhunderts entspricht. Variabel und zukunftsfähig. Mindestens. Das Symposium „Die Kunsthochschule des 21. Jahrhunderts, Räume für zeitgenössische künstlerische Lehre“ sollte erste Antworten auf die Frage der zukünftigen Gestaltung geben und helfen, ein präzises Briefing zu generieren.
Urbanitätsforscher mit Stiftungsprofessur Dr. Kai Vöckler
Urbanitätsforscher mit Stiftungsprofessur Dr. Kai Vöckler © Stadt Offenbach
1832 als Handwerkerschule gegründet und 1877 mit der Schule für Kunst und Industrie zu den Technischen Lehranstalten fusioniert, gehört die Hochschule für Gestaltung heute international zu den renommiertesten Talentschmieden in den Fachbereichen Kunst, Grafikdesign, Visuelle Kommunikation, Design und Innovation. Die Unterrichts- und Werkräume sind im 1913 bezogenen Hauptgebäude, im 1576 errichteten Isenburger Schloss sowie im 2003 errichteten Westflügel untergebracht. Zudem hat die Hochschule weitere Räume in der Geleitsstraße angemietet. Dass die HfG mehr Raum benötigt, ist schon länger bekannt. Finanzminister Karlheinz Weimar brachte 2007 mit seiner Aufforderung, Bedarfe zu konkretisieren, Bewegung in den Prozess, erinnert sich Präsident Bernd Kracke in seiner Eröffnungsrede: „Am neuen Standort können wir unsere Maximal- als auch Idealforderung realisieren, nämlich einen Campus in einem Bauabschnitt.“ Wie das neue Gebäude einmal aussehen kann, soll der im kommenden Jahr geplante Architekturwettbewerb zeigen. Ideen und Möglichkeiten sollten im Rahmen des Symposium diskutiert werden, zu dem Organisator Kai Vöckler Soziologen und Architekten eingeladen hatte.
Kai Vöckler mit Hafenkarte
"Harte Räume": Kai Vöckler erörterte die Nachbarschaft im Hafen © Stadt Offenbach
„Wie soll es werden?“ fragte Vöckler, insbesondere in Anbetracht des neuen Standorts im Hafen, umgeben von den "Harten Räumen" des Nordends und der City. Vierteln, mit einer hohen Austauschfrequenz und hohem Migrationsanteil. Einem neuen Quartier an der Schnittstelle zwischen der Offenbacher City und dem Frankfurter Ostend und der Europäischen Zentralbank. Wie also kann der Neubau Teil des städtischen Gemeinwesens werden, zum lebendigen Ort für Forschung und Lehre werden und wie könnte ein solchermaßen offenes Gebäude variabel und progressiv sein.
Beispiele für Hochschulerweiterungs- und Neubauten finden sich aktuell vor allem in Asien, dort entstehen derzeit zahlreiche Kunst- und Designhochschulen, deren Architektur und Ästhetik im Laufe des Nachmittags vorgestellt und diskutiert wurden. Der letzte Teil des Symposiums galt dem Campus, insbesondere dem amerikanischen, und dessen Beziehung zur umgebenden Stadtgesellschaft. Best-Practise, aber auch Fehlplanungen, sollen bei der Vorbereitung der Ausschreibung Berücksichtigung finden. Als nächstes ist eine Exkursion der 25-köpfigen AG Zukunftslabor aus Studenten/innen, Professoren/innen und Mitarbeiter/innen nach Zürich geplant, um die dortigen Hochschulneubauten aus der Nähe zu inspizieren.