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Nachhaltig zu leben ist modern – und vor allem sinnvoll. Doch auf den eigenen Vorsatz Taten folgen zu lassen ist gar nicht so einfach. In diesem Semester beschäftigen sich die Online-Vortragsreihe "Ökologische Correctness der Zukunft" mit konkreten Problemdarstellungen und Handlungsempfehlungen.

Politik, Unternehmen und Verbraucher als Klimaschutzgemeinschaft der Zukunft

Prof. Dr. Rainer Grießhammer
Mittwoch, 7. Oktober 2020, 19:00 - 20:30 Uhr

Seit langem wird gestritten, ob für Umwelt- und Klimaschutz das Verhalten oder die Verhältnisse geändert werden müssen - der Konsum oder die gesetzlichen Rahmenbedingungen, und was zuerst? Fahren viele erst mit dem Fahrrad, wenn die Radwege gut und sicher sind, oder wird die Radinfrastruktur erst ausgebaut, wenn viele radeln? Produzieren Unternehmen energieeffiziente Haushaltsgeräte, weil es dafür eine große Nachfrage der Konsumenten gibt, oder reagieren die Konsumenten erst auf ein entsprechendes Angebot? Am Beispiel von Innovationen wird gezeigt, dass sie durch gesellschaftliche und technische Änderungen in mehreren Bereichen zustande kommen: bei den gesellschaftlichen Werten, Informationen und Bildung, dem Bewusstsein und Verhalten der Konsumenten, der Entwicklung von Technologien und Produkten, den Infrastrukturen und natürlich auch durch Gesetze, Steuern und Fördermaßnahmen. Innovationen zu Umwelt- und Klimaschutz sind besonders dann erfolgreich, wenn Initiativen und Aktivitäten gleichzeitig in mehreren dieser Bereiche erfolgen und sich gegenseitig verstärken.

Foto zeigt eine Hand mit einem grünen Globus
© CC0/Pixabay

Energie verbrauchen ohne schlechtes Gewissen

Prof. Dr. Manuel Frondel
Mittwoch, 14. Oktober 2020, 19:00 - 20:30 Uhr

Wer viel Energie verbraucht, tut dies in der Regel mit schlechtes Gewissen: Energie zu verbrauchen ist heutzutage vor allem wegen der ökologischen Folgen negativ konnotiert. Zudem kostet es Geld. Besonders gebrandmarkt wird der Verbrauch von Strom, etwa wegen der zunehmenden Zahl an elektrischen Geräten in Haushalten, beispielsweise Saugrobotern oder elektrischen Zahnbürsten. Hierbei wird häufig vergessen, dass der einfache Zugang zu Strom eine wesentliche Voraussetzung für unseren heutigen Wohlstand und viele Annehmlichkeiten unseres Lebens sind. Milliarden von Haushalten in den Entwicklungsländern ist dieser Zugang als Voraussetzung zur Verbesserung ihres Lebens noch immer verwehrt. Ein schlechtes ökologisches Gewissen beim Stromverbrauch zu haben, ist dank des europäischen Emissionshandels jedoch unnötig. Diese und andere Tatsachen zum Energieverbrauch sind Thema des Vortrags.

Nachhaltiger Modekonsum: wie schaffen wir es, so zu konsumieren, wie wir es uns vornehmen?

Prof. Dr. Jacob Hörisch
Mittwoch, 21. Oktober 2020, 19:00 - 20:30 Uhr

Wer möchte das nicht? Nachhaltige Kleidung, die nicht nur modisch ist, sondern auch ökologisch und fair produziert wurde. Doch die Realität sieht anders aus: Kleidung verursacht zahlreiche soziale und ökologische Probleme, wie z.B. Kinderarbeit oder den Eintrag von giftigen Chemikalien in die Natur und den menschlichen Körper. Trotz dieser großen Bedeutung von Kleidung für nachhaltige Entwicklung und eines wachsenden Bewusstseins für das Thema, macht der Anteil ökologisch oder sozial zertifizierter Mode nur ca. 1-4% des gesamten Marktes aus.

Im Vortrag wird der Referent darlegen, wie wir es schaffen können, so fair und ökologisch Kleidung zu konsumieren, wie wir es uns selbst vornehmen. Hierbei wird er insbesondere auf die "GreenFashion-Challenge" eingehen, eine App, die die Konsumierenden dabei unterstützt, sich selbst Ziele für nachhaltigen Modekonsum zu setzen und diese Ziele auch zu erreichen.

Milch versus Grünkohl? Nachhaltige Ernährung fängt bereits im Supermarkt an

Dr. Melanie Speck
Mittwoch, 4. November 2020, 19:00 - 20:30 Uhr

Im Rahmen der nachhaltigen Entwicklung wird das Handlungsfeld Ernährung schon lange als besonders relevant eingestuft. Besonders zu berücksichtigen ist, dass das Handlungsfeld nicht nur die abstrakte, häufig wenig greifbare ökologische Dimension mit der individuellen gesundheitlichen Dimension vereint. Produkte, die also aus ernährungswissenschaftlicher Sicht als weniger empfehlenswert einzustufen sind, z.B. Fleisch- und Fleischerzeugnisse oder Milcherzeugnisse werden auch von der Umweltwissenschaft als relevante Lebensmittel eingestuft. Mein individuelles Ernährungsverhalten und die Dinge, die ich selbst zu mir nehme, beeinflussen damit ganze Ökosysteme.

Doch wie genau kann "nachhaltigere Ernährung" im Alltag umgesetzt werden und wie kann man damit anfangen, Schritt für Schritt?

Dieser Frage wird der Vortrag nachgehen und herausarbeiten, welche richtigen und auch falschen Einstellungen zu nachhaltiger Ernährung uns heute prägen und was die wichtigsten Handlungsempfehlungen sind, um zukunftsfähig und genussvoll zu speisen.

Die Reihe "Ökologische Correctness der Zukunft" ist eine Kooperation mit der vhs.Böblingen-Sindelfingen e.V.