Umgestaltung der Freianlagen an der Bismarckstraße nimmt konkrete Formen an
10.02.2026
Der Magistrat der Stadt Offenbach gab in seiner jüngsten Sitzung dem Projektbeschluss für die Umgestaltung der Freianlagen Bismarckstraße grünes Licht. Nach der Zustimmung der Stadtverordneten soll das ehemalige Deutsche Bahn-Gelände an der Bismarckstraße 118 zu einem attraktiven Aufenthaltsort und multifunktionalen öffentlichen Raum entwickelt werden.
Die Stadt hatte das Areal im Rahmen des Städtebauförderprogramms „Sozialer Zusammenhalt südliche Innenstadt“ 2018 von der Deutschen Bahn AG erworben. Zum Gelände gehört auch das denkmalgeschützte historische Stellwerk, das derzeit saniert wird. Grundlage für die Planung der Freianlagen ist der Siegerentwurf eines freiraumplanerisch-städtebaulichen Wettbewerbs. Dieser verbindet hohe Aufenthaltsqualität mit einem klaren Fokus auf Nachhaltigkeit mit dem zukunftsfähigen Regenwassermanagement.
Der vordere Bereich der neuen Freianlagen, zwischen Bismarckstraße und dem bestehenden Fußgängertunnel, bildet künftig das „Tor“ von den südlichen Stadtteilen in die Innenstadt. Hier liegt der Fokus auf einer ansprechenden Gestaltung, die den Anforderungen des Rad- und Fußverkehrs gleichermaßen gerecht wird. Ein kleiner Platz lädt mit Brunnen und Sitzgelegenheiten zum Verweilen ein. Für die Neupflanzung großkroniger klimaresilienter Bäume und zur Herstellung der erforderlichen Zufahrt für die Feuerwehr müssen in diesem Bereich drei bestehende Bäume gefällt werden.
Im hinteren Teil der Fläche entsteht der Vorplatz des historischen Stellwerks. Dieser dient als notwendige Feuerwehraufstellfläche für das denkmalgeschützte Gebäude, weshalb dieser gesamte Bereich sowie die notwendige Zufahrt entsprechend befestigt werden müssen, aber dennoch in den Randbereichen weitere Bäume gepflanzt werden können. Eine Bankskulptur bildet, neben ihrer gestalterischen Funktion, die Abgrenzung zu einem ausgegliederten Grundstück, auf dem ein Neubau entstehen soll. Rankelemente und Pflanzungen entlang des Bahndamms und an der Grundstücksgrenze zum Nachbarn bilden einen grünen Rahmen für die Gesamtfläche.
Ein zentraler Baustein der Planung ist das nachhaltige Regenwassermanagement. Das Oberflächenwasser der Freiflächen wird in Baumquartiere nach dem sogenannten Stockholmer System geleitet. So bleibt ausreichend Regenwasser vor Ort und entlastet die Kanalisation. Zusätzlich werden die neu gepflanzten Bäume optimal mit Wasser versorgt.
Bei der Materialwahl wird auf helle versickerungsfähige Pflasterflächen geachtet, um unnötige Aufheizung im Sommer zu vermeiden. Gleichzeitig werden alle Wege so ausgeführt, dass sie bequem für Rollstühle, Rollatoren und Kinderwagen nutzbar sind.
Mit dem Projektbeschluss können die weiteren Planungsschritte für eine Realisierung zügig begonnen werden. Für die Öffentlichkeit werden die Freianlagen voraussichtlich ab Frühjahr 2027 nutzbar sein. Mindestens 75 Prozent der Kosten werden durch das Städtebauförderprogramm refinanziert.