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Stadt Offenbach

INNO Gesellschaft: Wert denkmalgeschützter Gebäude nach unten korrigiert

19.05.2026 – Die INNO-Innovationscampus Offenbach GmbH & Co. KG hat im Rahmen des Jahresabschlusses 2025 routinemäßig den Wert der denkmalgeschützten Gebäude und der dazugehörigen Grundstücke auf dem INNO-Gelände gutachterlich bewerten lassen. Daraus ergibt sich eine bilanzielle Abwertung in Höhe von rund 6,9 Millionen Euro. Die Erschließung des Innovationscampus ist davon nicht betroffen und läuft im Zeitplan weiter. Die Strategie zur Ansiedlung von Unternehmen, die Arbeitsplätze bringen und Steuern zahlen, ist ebenfalls nicht betroffen.

Das Grüne Haus an der Mainstraße

Eine Abwertung um 6,9 Millionen Euro ist eine relevante Summe und löst berechtigterweise Fragen aus. Entscheidend ist, was sie bedeutet und was sie nicht bedeutet: Sie ist eine kaufmännisch vorgeschriebene Neubewertung eines schwierigen Teilbereichs: der vier denkmalgeschützten Bestandsgebäude mit hohem Investitions- und Sanierungsbedarf. Sie ist damit aber völlig unabhängig von der Strategie zur Entwicklung des Innovationscampus zu betrachten. 

Warum jetzt? Die einfache kaufmännische Antwort lautet: Weil ein Jahresabschluss die heutige Marktlage abbilden muss - nicht die Annahmen aus früheren Gutachten. Wenn sich der Markt deutlich verändert, müssen Buchwerte überprüft und, wenn nötig, korrigiert werden. Seit 2020 haben Corona, der russische Überfall auf die Ukraine, weitere globale Konflikte, Lieferkettenprobleme, Energiekrise, Inflation, stark gestiegene Baukosten, höhere Zinsen und eine deutlich vorsichtigere Nachfrage nach komplexen Gewerbeimmobilien die Rahmenbedingungen verändert. Als Konsequenz wird ein schwieriger Teil des Projekts jetzt kaufmännisch neu bewertet - transparent und nach dem „strengen Niederstwertprinzip“, wie es fachlich heißt. Diese Abwertung im Jahresabschluss 2025 führt nicht zu einem Liquiditätsverlust bei der Stadt. Das heißt, sie wird nur in der Bilanz der INNO Gesellschaft ausgewiesen und muss vor 2031 nicht durch eine Zahlung des städtischen Haushalts ausgeglichen werden- und auch nur dann, wenn sich die Marktlage bis dahin nicht ändert. Aber genau für diesen Fall hat seriöse Buchführung Vorsorge zu leisten und im städtischen Haushalt eine Rückstellung zu bilden.

Innenaufnahme aus dem Grünen Haus.

Was bedeutet das für Offenbach?

Erworben hatte die Stadt das Gelände, weil es im Einklang mit dem Masterplan Offenbach 2030 das strategische Ziel des Oberbürgermeisters war, dass die Stadt große Flächen in ihren Besitz bringt, um aktiv Gewerbeansiedlungen vorantreiben zu können. Es sollten Unternehmen nach Offenbach geholt werden, die gut bezahlte Arbeitsplätze und dauerhaft Gewerbesteuereinnahmen sichern. 

Oberbürgermeister und Wirtschaftsdezernent Dr. Felix Schwenke erklärt: „Diese Abwertung ist unerfreulich und es gehört sich, die Öffentlichkeit darüber zu informieren. Wichtig für die Offenbacherinnen und Offenbacher ist: Schon heute sieht man, dass die Strategie aufgeht. Aus einer lange abgeschotteten Industriebrache ist das wichtigste Wirtschaftsprojekt der Stadt geworden. Wir haben neue Unternehmen gewonnen. Unternehmen mit modernen, Zukunftsfesten Arbeitsplätzen, in großen Teilen auch völlig neue Arbeitsplätze. Arbeitsplätze in Industrie und Biotechnologie. In Ausbildung, Forschung und Produktion. Und damit wird es auch Gewerbesteuereinnahmen geben. Dieses Vorgehen hat gerade erst letzte Woche wieder Bestätigung gefunden, als das renommierte Institut IW Consult uns attestiert hat, dass wir „eigene Impulse“ setzen und die positive Entwicklung unserer Stadt nicht allein Ergebnis von Umlandeffekten sei, sondern auf deren aktiver Nutzung beruhe. Und schon heute beweist ja die harte Zahl “sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze”: Offenbach hat wieder eine Zukunft, kommt aus seinem Tal. Genau dafür brauchen wir diese Fläche. Der Wert des INNO-Quartiers bemisst sich deshalb nicht allein an einzelnen Bestandsgebäuden und ihrem Entwicklungspotential, sondern daran, ob hier dauerhaft Wertschöpfung in Offenbach entsteht."  

Die Dreibogenhalle auf dem Innovationscampus.

Offenbach hat mit dem früheren Clariant-Gelände keine einfache Fläche übernommen, sondern eine Aufgabe: Altlasten, alte Industriegebäude, Denkmalschutz, Erschließung und Vermarktung müssen zusammengebracht werden. Solche Projekte sind nie risikofrei. Deshalb wurde bereits beim Kauf eine Patronatserklärung der Stadt vereinbart, um die Handlungsfähigkeit der INNO auch in Krisenzeiten abzusichern. Mit dieser Patronatserklärung verpflichtet sich die Stadt Offenbach am Main, die INNO Gesellschaft so zu unterstützen und ihr die jeweils erforderlichen Finanzmittel zur Verfügung zu stellen, die es ihr jederzeit ermöglicht wirtschaftlich handlungsfähig zu bleiben.  

Die INNO Gesellschaft hat jetzt aufgrund der Abwertung die Inanspruchnahme dieser Patronatserklärung angezeigt. Die Stadt hat dies bestätigt und bildet im Jahresabschluss 2025 eine entsprechende Rückstellung zur Risikovorsorge. Das belastet den Abschluss - aber es schafft zugleich Klarheit und verhindert, dass Risiken verdeckt oder verschoben werden.

Die Geschäftsführer der INNO-Innovationscampus GmbH & Co. KG Bozica Niermann und Peter Walther erklären: "Wir nehmen diese Abwertung ernst. Sie ist unangenehm, aber wir bilanzieren transparent, weil sich die Märkte seit 2020 massiv verändert haben. Gleichzeitig entwickeln wir mit der Wirtschaftsförderung und dem Oberbürgermeister den Innovationscampus zu einer Fläche, die Offenbach über Jahrzehnte wirtschaftlich stärken kann. Damit das Ziel des Projektes erreicht werden kann: neue Unternehmen, neue Arbeitsplätze und neue Einnahmen für unsere Stadt."

Wie ist eigentlich die Situation bei der Erschließung?

Abschließend ergänzt die Stadt der Vollständigkeit halber, dass die Erschließung des Innovationscampus derzeit innerhalb der zuletzt kommunizierten Zeitpläne liegt und die Gesamterschließung bis Ende 2027 erfolgen soll.

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