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Stadt Offenbach

Baugrube der Emmy-Noether-Schule: Wand im Boden gegen das Wasser

05.03.2026

55 Zentimeter dick. Bis zu 9,5 Meter tief. Auf der Baustelle für das vierte Gymnasium der Stadt Offenbach schützt jetzt eine massive Wand im Boden die Baugrube vor Grundwasser. 

Denn auf dem ehemaligen Güterbahnhofsgelände steht das Wasser sehr hoch. Damit später im Trockenen gebaut werden kann, entstand daher in den vergangenen Wochen eine wasserdichte Wand im Boden. Aktuell beginnt der Aushub der Baugrube. Schritt für Schritt wächst hier die Emmy-Noether-Schule – das größte Offenbacher Schulbauprojekt.

Mit einer großen Maschine bohrten die Bauarbeiter mit drei Schnecken in den Boden und mischten Zement direkt ins Erdreich. So entstand ein festes Erdbeton-Gemisch. Abschnitt für Abschnitt wuchs daraus eine durchgehende Wand – pro Tag rund 100 bis 200 Quadratmeter, insgesamt rund 3.500 Quadratmeter. 

Die Wand reicht zwischen 7,5 und 9,5 Metern in die Tiefe. Eingebaute Stahlträger nehmen den Druck von Erde und Wasser auf. Ihre Köpfe sind noch zu sehen. Die Holzpfähle dienen später als Absturzsicherung. 

Hintergrund

Die Emmy-Noether-Schule wurde 2023 gegründet. Aktuell sind die Schülerinnen und Schüler im ehemaligen Gebäude der Fröbelschule untergebracht. Das neue Gymnasium entsteht auf dem ehemaligen Güterbahnhofsgelände und soll bis Ende 2028 fertiggestellt sein. Insgesamt investiert die Stadt Offenbach etwa 128 Millionen Euro in den Neubau. 

Der fünfgeschossige Neubau entsteht auf nur 10.000 Quadratmeter Grundstücksfläche. Mit durchdachter Planung bietet die neue Schule Platz für etwa 1.500 Schülerinnen und Schüler sowie 100 Lehrkräfte. Besondere Highlights des Projekts sind die vielfältigen Pausen- und Freizeitflächen auf den Dächern, eine Mensa, die bis zu 1.080 Mahlzeiten täglich vorbereiten kann, sowie eine Dreifeldsporthalle, die auch außerhalb des Schulbetriebs künftig von Vereinen genutzt werden kann. Das Gebäude wird im KfW-40-Standard errichtet und mit Photovoltaikanlagen, einer hybriden Heiztechnik und effizienter Lüftung energieeffizient sein. Zudem spart das großzügige Dach, das auch als Pausen- und Lernfläche genutzt wird, mit den automatisierten Bewässerungssystemen hohe Unterhaltskosten.

Stadt investiert in Bildung

Die Stadt Offenbach am Main investiert seit 2007 kontinuierlich in moderne Schul- und Kitagebäude. Grund sind gestiegene Kinderzahlen und das Ziel, optimale Lernbedingungen für die kommenden Generationen zu schaffen. Mit anteiliger Unterstützung von Bund und Land sind seit 2007 bis heute bereits über 409 Millionen Euro in den Neubau sowie die Sanierung von Schulen und Kindertagesstätten geflossen. Heute lernen über 60 Prozent der rund 18.800 Schülerinnen und Schüler in komplett neuen oder vollständig sanierten Schulgebäuden. Weitere 15 Prozent besuchen teilsanierte Einrichtungen, 5 Prozent gehen in Schulen, die aktuell umgebaut oder erweitert werden. Von insgesamt etwa 2.300 Kitakindern unter 6 Jahren in städtischen Einrichtungen gehen rund 80 Prozent in neue oder vollständig sanierte Kindertagesstätten. Derzeit sind Bauprojekte im Wert von rund 266 Millionen Euro für Schulen in Planung oder im Bau. 

Das Hochbaumanagement des Amts für Planen und Bauen verantwortet als Eigentümervertretung und Bauherr die Maßnahmen. Es übernimmt die planerische Ausrichtung und Entwicklung der Projekte. Für die Projektsteuerung aller Sanierungs- und Neubauprojekte beauftragte der Magistrat die OPG Offenbacher Projektentwicklungsgesellschaft mbH, ein Tochterunternehmen der Stadtwerke Offenbach. Im Auftrag der Stadt setzt die OPG viele Projekte der Stadtentwicklung um. Dazu gehören, neben der Projektsteuerung für den Bau und die Sanierung von Schulen und Kitas, die Entwicklung und Vermarktung des Hafenareals und des Innovationscampus. 

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