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Stadt Offenbach

Deutschsommer erstmals im Taunus

13.08.2026 – Rund 30 förderbedürftige Kinder aus zehn Grundschulen haben in einer dreiwöchigen Ferienfreizeit spielerisch ihre sprachlichen Fähigkeiten verbessert, Theater gespielt und bei einem spannenden Freizeitprogramm viele neue Erfahrungen gesammelt. Erstmals fand dieser nunmehr 17. Deutschsommer der Stadt Offenbach nicht mehr im Schullandheim Wegscheide im Spessart, sondern in der Jugendherberge Oberreifenberg im Taunus statt. Ausschlaggebend dafür waren konzeptionelle Überlegungen. 

In den Ferien spielerisch die Deutschkenntnisse verbessern und dabei viel Spaß haben: Während dieses Deutschsommers gehörte auch ein Besuch des Opel-Zoos dazu.

Beim Deutschsommer handelt es sich um ein halbjähriges Förderprogramm für Grundschulkinder, das neun- und zehnjährigen Mädchen und Jungen der dritten und vierten Jahrgangsstufe hilft, vor dem Wechsel in die weiterführende Schule sprachliche Rückstände auszugleichen, eine größere Lesemotivation und mehr Selbstvertrauen im Umgang mit der deutschen Sprache zu entwickeln. 

Gute Sprachkenntnisse sind der Schlüssel zu gesellschaftlicher Teilhabe.

Bildungs- und Jugenddezernentin Helena Wolf

Im internationalen Offenbach mit seinen vielen Zuwanderer-Kindern leiste der städtische Deutschsommer als ein seit vielen Jahren etabliertes und bewährtes Erfolgsmodell einen wichtigen Beitrag, um unabhängig von Herkunft oder familiärem Hintergrund der Kinder für mehr Bildungsgerechtigkeit und größere Chancengleichheit zu sorgen. 

Wolf dankt vor diesem Hintergrund besonders der Frankfurter Erhard-Kunert-Stiftung für ihre langjährige Unterstützung. Stadt und Sponsor tragen je zur Hälfte die Kosten. „Gemeinsam war es uns möglich, in den zurückliegenden Jahren mehreren Hundert Grundschulkindern zu helfen, ihre deutschen Sprachkenntnisse und damit auch ihre Startchancen zu verbessern“, so die Stadträtin.   

Den Auftakt des Förderprogramms machen dabei im Sommer die dreiwöchigen „Ferien, die schlau machen“, so der Untertitel des Projekts. Drei mal fünf Tage sind die Kinder fern von ihrer häuslichen und damit auch sprachlichen Umgebung und sprechen rund um die Uhr Deutsch. Aufgrund ihres noch geringen Alters sind sie an den Wochenenden aber jeweils zu Hause. 

„Bei täglichem Deutsch- und Theaterunterricht gleichen die Kinder in kleinen Gruppen nicht nur grammatikalische Defizite aus, sondern sie erweitern auch ihren Wortschatz und verbessern ihre Ausdrucksfähigkeit“, erläutert Jörg Muthorst, der das städtische Förderprojekt bereits seit 13 Jahren leitet. Betreut werden die Kinder von einem qualifizierten Pädagogen-Team aus den Fachbereichen Deutsch als Zweitsprache, Theater- sowie Sozial- und Erlebnispädagogik.  

Im Deutschsommer, so Muthorst, erhielten die Kinder ebenfalls wichtige Impulse für ihre Persönlichkeitsbildung. In den drei Wochen finde bei ihnen sehr viel Entwicklung statt. Während der Sprachferien lernten die Jungen und Mädchen, selbstständiger zu werden. Sie stärkten ihr Selbstvertrauen und auch ihre soziale Kompetenz. 

„Sich in einer völlig neuen Umgebung mit neuen Kindern und bislang unbekannten Pädagoginnen und Pädagogen zurechtzufinden, Heimweh zu überwinden, sich beim Theater mit eigenen Gefühlen auseinanderzusetzen und selbst bei nur geringen Sprachkenntnissen wie im Fall von Flüchtlingskindern vor Eltern und Geschwistern beim Abschlussfest ein Theaterstück aufzuführen: Das ist schon eine großartige Leistung in diesem Alter.“      

Natürlich darf dabei auch das Freizeitangebot nicht zu kurz kommen, schließlich sind je Ferien. Instrumente basteln aus Naturmaterialien, Hip-Hop tanzen, Zaubertricks lernen, dazu Bewegungsspiele und Lagerfeuer, ein Workshop im Klingspor-Museum und als Highlight ein Besuch des Kronberger Opel-Zoos, dessen Eintritt die Königsteiner Carls-Stiftung spendierte: An Spiel und Spaß hat es in diesen abwechslungsreichen drei Wochen nicht gemangelt. 

Anlass für den Standortwechsel waren konzeptionelle Überlegungen gewesen. Die Jugendherberge bietet eine bessere räumliche Ausstattung und auch eine bessere Verpflegungssituation, weil die Mahlzeiten nicht mehr wie zuvor arbeits- und zeitaufwendig in den Gruppenräumen, sondern zentral in einem Speisesaal eingenommen werden können. Im eng getakteten Tagesablauf erhielt das Pädagogen-Team so mehr Zeit für Abstimmungsgespräche und Pausen.

Bereits eine Woche nach Schulbeginn startet jetzt der zweite Teil des städtischen Förderprogramms. Rund 20 Kinder bleiben als Deutschsommer-Detektive schulbegleitend an jeweils zwei Nachmittagen in der Woche im Familienzentrum Zion der Evangelischen Familienbildung „der Sprache auf der Spur“, so der Untertitel dieser kontinuierlichen Sprachförderung. Wie im Sommer, verbessern sie bei den von Deutschsommer-Pädagoginnen geleiteten Treffen spielerisch Grammatik, Wortschatz und sprachlichen Ausdruck. 

Und zum Abschluss des halbjährigen Förderprogramms haben rund 15 Kinder noch die Möglichkeit, das Erlernte in einem einwöchigen Deutschsommer-Endspurt in den Weihnachtsferien weiter zu vertiefen. 

Das Anmeldeverfahren für den Deutschsommer 2027 beginnt in wenigen Wochen. Eltern, die sich für die Sprachförderung in den ersten drei Sommerferienwochen interessieren, wenden sich an ihre Klassenlehrkräfte, die die Kinder für eine Teilnahme empfehlen. 

Hintergrund: Deutschsommer Offenbach

Der Deutschsommer ist ein 2010 von der Stiftung Polytechnische Gesellschaft Frankfurt übernommenes Modellprojekt, das die Stadt Offenbach im Laufe der Jahre ihren lokalen Gegebenheiten angepasst und zu einem halbjährigen Sprachförderprogramm weiterentwickelt hat. 

Dazu zählen nach den dreiwöchigen „Ferien, die schlau machen“ in der Jugendherberge Oberreifenberg die „Deutschsommer-Detektive“, die nach den Sommerferien zweimal nachmittags unterrichtsbegleitend in Offenbach „der Sprache auf der Spur“ bleiben. Abschließend kann das Erlernte bei einem einwöchigen „Endspurt“ während der Weihnachtsferien in Oberreifenberg noch weiter vertieft werden. 

Am Deutschsommer 2026 haben sich zehn Offenbacher Grundschulen beteiligt: Uhlandschule, Wilhelmschule, Goetheschule, Anne-Frank-Schule, Beethovenschule, Schule Bieber, Waldschule, Eichendorffschule, Mathildenschule, Grundschule Buchhügel.   

Finanziert wird das Sprachförderprojekt je zur Hälfte durch die Stadt Offenbach als Trägerin und durch die Frankfurter Erhard-Kunert-Stiftung. Unterstützt wird der Deutschsommer durch die Offenbacher Kinder- und Jugendbibliothek, die den Kindern zur Lektüre mehrere Bücherkisten zur Verfügung stellt, und durch das Klingspor-Museum, das den Kindern zu Beginn der zweiten Projektwoche in einem Workshop das Thema Schrift und Buch näherbringt. 

Weitere Unterstützung erfährt der Deutschsommer vom städtischen Bildungsbüro, das Mütter und Väter bei einem Elterngesprächsabend etwa zur Mitte der Projektlaufzeit berät, was sie selbst für ihre auch sprachliche Weiterbildung tun können.

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