Die Testraum-Allee: Ein Ort für neue Ideen in der Innenstadt von Offenbach
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Worum es geht (Ausgangslage)
Unsere Innenstädte verändern sich gerade sehr stark. Viele Geschäftsleute und Stadtplaner stehen vor großen Herausforderungen. Zum Beispiel kaufen immer mehr Menschen im Internet ein. Das ist für viele kleine Läden ein Problem. Dazu kommen noch sehr hohe Mieten für Ladenräume.
All diese Dinge stellen die Städte vor eine wichtige Frage: Wie können wir dafür sorgen, dass unsere Innenstädte auch in Zukunft lebendig, anziehend und voller Leben bleiben? Um diese Probleme zu lösen, brauchen wir neue, kluge Ideen, wie wir die Geschäfte in den Städten anpassen und stärken können.
Die Stadt Offenbach hat hierfür einen Plan entwickelt: das „Zukunftskonzept Innenstadt“. Dieser Plan bietet verschiedene Lösungen an. Eine davon ist die Einrichtung eines "Testraums". Die Idee entstand im Projekt „Testraum-Allee“.
In einer sehr guten Lage in der Großen Marktstraße 39 in Offenbach gibt es dafür eine Ladenfläche. Sie liegt in der Nähe vom KOMM Center. Diese Ladenfläche wurde bis Ende 2027 nur für diesen Zweck von der Stadt Offenbach und der IHK Offenbach gemietet. Das Ziel dieses Testraums ist: hier kann man neue Geschäftsideen unter echten Bedingungen ausprobieren. „Reale Bedingungen“ bedeutet: die Ideen existieren nicht nur auf dem Papier, sondern sie werden mit echten Kunden im normalen Ladenalltag getestet.
Diese Möglichkeit, ein fertig ausgestattetes Geschäft zu nutzen, eröffnet eine Chance für: erfahrene Unternehmen, junge Start-ups (neue Unternehmen, die oft innovative Ideen haben) und Menschen, die ein neues Unternehmen gründen (Existenzgründer*innen). Egal aus welcher Branche sie kommen (also egal, ob Mode, Essen oder Technik). Sie können ihre besonderen Geschäftsideen für eine begrenzte Zeit im echten Laden ausprobieren.
Der größte Vorteil dabei ist, dass sie die 46,5 Quadratmeter große Verkaufsfläche bis zu drei Monate lang kostenlos nutzen können. Die neuen Unternehmerinnen und Unternehmer müssen also keine Miete zahlen, während sie ihre Idee testen. Dies soll es für Unternehmerinnen und Unternehmer einfacher machen, ein neues Geschäft zu starten. Sie soll auch kreative Geschäftsideen unterstützen und es ermöglichen, dass sich neue, besondere Geschäfte in der Stadt ansiedeln. Das alles soll dazu führen, dass die Offenbacher Innenstadt dauerhaft lebendiger und attraktiver wird.
Projektziel
Mit diesem Test wollte die Offenbacher Testcommunity OTiS herausfinden, wie der Testraum in der Offenbacher Innenstadt bei den Menschen ankommt. Das Ziel der Umfragen war es zu erfahren, ob der Testraum von verschiedenen Personengruppen in Offenbach angenommen wird (also beliebt ist und genutzt wird) und welche Gruppen sich besonders dafür interessieren. Die Studierenden der HfG (Hochschule für Gestaltung) haben geprüft, was die Stadt Offenbach tun muss, damit noch mehr Menschen den Testraum besuchen und dort einkaufen.
Was bisher passiert ist (Bisheriger Projektverlauf)
- Dezember 2025: Es gab Umfragen und Tests im Testraum selbst.
- Januar bis Februar 2026: Es gab Umfragen und Tests draußen auf der Großen Marktstraße in der Nähe des Testraums und an der Herrnstraße/Berliner Straße (am Spielplatz zwischen C&A und dem Rathaus).
- Februar 2026: Umfragen und Tests waren auch online möglich.
Wie die Studierenden vorgegangen sind (Vorgehensweise)
Die erste Umfrage wurde im Dezember 2025 direkt im Testraum durchgeführt. Dafür wurde eine digitale Umfragebox eingesetzt, das sogenannte Citizen Dialog Kit (CDK). Ein CDK ist ein mobiles Gerät, das Bürgerinnen und Bürger auf einfache Weise befragen kann. Dies hilft dabei, viele verschiedene Meinungen zu sammeln. Gleichzeitig gewöhnen sich Menschen daran, digital an Umfragen und Entscheidungen im öffentlichen Raum teilzunehmen.
Wie funktioniert das CDK-Testing?
Diese mobilen, orangefarbenen und wetterfesten Geräte haben spezielle Bildschirme (E-Paper-Displays). Sie sehen wie Papier aus und sind auch bei Sonnenlicht gut lesbar. Sie stellen Passantinnen und Passanten (also Menschen, die vorbeigehen) direkt vor Ort Fragen.
Das CDK ist so gestaltet:
- Es ist sehr einfach zu bedienen ("niedrigschwellig).
- Es ist für fast jeden nutzbar („barrierearm“).
- Man kann direkt darauf reagieren („interaktiv“) und
- es ist unkompliziert.
- Es soll technische Schwierigkeiten für die Nutzer verringern und die Antworten sofort auswerten.
Tests im Innenraum des Testraums
Die Umfrage im Testraum selbst sollte herausfinden, warum Bürgerinnen und Bürger den Testraum besuchen, ob sie wiederkommen würden, was sie gut oder schlecht am Testraum finden und welche Produkte für sie interessant sind.
Auswertung der Tests im Innenraum
Die erste Auswertung brachte wichtige Informationen und zeigte: Die meisten Besucherinnen und Besucher suchen den Testraum ganz gezielt auf. Und sie haben sich bereits vorher über ihn informiert. Keiner der Befragten kam rein zufällig vorbei oder wusste vorher nichts vom Testraum. Sie hatten vorher vom Testraum erfahren über: soziale Medien, die Website der Stadt, die Presse und persönliche Empfehlungen (Mundpropaganda). Gleichzeitig war der Wunsch sehr groß, noch mehr Informationen, besonders über Plattformen wie Instagram zu erhalten.
Ein besonders erfreuliches Ergebnis war, dass fast die Hälfte der Befragten den Testraum bereits zum zweiten Mal besuchten. Mehr als die Hälfte hatte zudem schon etwas gekauft oder geplant, etwas zu kaufen. Der Hauptgrund für den Besuch waren größtenteils die Produkte oder die Idee, die hinter dem Testraum steckt. Der Testraum wird also selten zufällig entdeckt, sondern meistens gezielt besucht. Außerdem wurde der Testraum in dieser Umfrage durchweg gut bewertet.
Tests im Außenraum
Bürgerinnen und Bürger wurden mithilfe von zwei CDK-Abfrageboxen befragt. Eine Abfragebox stand in der Großen Marktstraße in der Nähe des Testraums, die zweite auf dem Spielplatz neben dem Rathaus. Beide waren an Aufstellern in Dreiecksform angebracht. Bei der Umfrage im öffentlichen Raum ging es unter anderem darum, über welchen Weg Bürgerinnen und Bürger vom Testraum erfahren und was die Gründe sind, in den Testraum zu gehen.
Wie es weitergeht: Auswertung der Tests im Außenraum
OTiS hat viele Rückmeldungen gesammelt. Diese wurden geordnet, aufbereitet und den Verantwortlichen des Testraums („unsere Testgeber“) vorgestellt. Sobald OTiS eine Zustimmung der möglichen Umsetzungen bekommt, wird es auf dieser Webseite veröffentlicht. OTiS wird mitteilen, welche Anregungen und Ideen (sogenannte „Insights“) der Testcommunity von den Testgebern umgesetzt werden.
Beteiligte
- Stadt Offenbach / Stabsstelle Digitalisierung: Das ist die Abteilung der Stadtverwaltung, die sich um digitale Themen und die digitale Entwicklung der Stadt kümmert.
- Hochschule für Gestaltung (HfG) / Digital Design: Das sind Studierende vom Fachbereich Digital Design der Design-Hochschule in Offenbach, die bei der Gestaltung und sich um die Tests kümmern.
- Agentur Mitte: Eine Abteilung der Wirtschaftsförderung, die das Zukunftskonzept Innenstadt und das Projekt Testraum verantwortet.
- IHK (Industrie- und Handelskammer) Offenbach: Eine Organisation, die die Interessen der Unternehmen vertritt und die Existenzgründerinnen und –gründer mit Beratungen unterstützt.
Kontakt
Team Otis
Christa Petrovic (otisoffenbachde)
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