Stadt Offenbach verkürzt Wartezeiten bei Bearbeitung von Wohngeldanträgen mithilfe Künstlicher Intelligenz
02.06.2026
Die Stadtverwaltung Offenbach setzt seit 1. Juni 2026 Künstliche Intelligenz (KI) ein, um die Bearbeitung von Wohngeldanträgen zu beschleunigen. Ein innovatives KI-Assistenzsystem unterstützt die Beschäftigten der Wohngeldbehörde dabei, das deutlich gestiegene Aufkommen an Wohngeldanträgen nach der Wohngeld-Plus-Reform schneller zu bewältigen. Ziel ist es, vor allem die Bearbeitungszeiten für Bürgerinnen und Bürger spürbar zu verkürzen. Dies gelingt über effizientere Verwaltungsabläufe und entlastet dadurch auch die Mitarbeitenden.
Mit dem Einsatz der neuen Technologie sollen insbesondere wiederkehrende und zeitintensive Arbeitsschritte optimiert werden. Dadurch können Anträge schneller bearbeitet und Rückmeldungen an Antragstellende zügiger erteilt werden. Dies trägt dazu bei, dass Bewilligungen und Auszahlungen des Wohngeldes künftig schneller erfolgen können.
Die Zahl der Wohngeldanträge ist seit der Wohngeld-Plus-Reform erheblich gestiegen. Mit dieser Reform hat sich die Anzahl der Leistungsberechtigten nahezu verdoppelt. „Die steigenden Mieten sind für viele Menschen in Offenbach ein Problem und immer öfter wird für die Miete ein wesentlicher Teil oder gar der Großteil des Einkommens aufgebracht. Deshalb befürworte ich weiterhin die Wohngeldreform, die dazu beiträgt, dass mehr Menschen darauf einen Anspruch auf Wohngeld haben“, sagt Bürgermeisterin Sabine Groß.
Für die Umsetzung auf Verwaltungsseite fehlte der Stadt das Geld, um das erforderliche Personal einzustellen.
Bürgermeisterin Sabine GroßWir haben nach der Reform zwar 4,7 Stellen zusätzlich geschaffen. Die Bearbeitung der gestiegenen Anzahl von Anträgen können sie aber nicht schaffen.
„Deshalb mussten wir einen anderen Weg gehen als auf weiteres Personal zu setzen. Die Mitarbeitenden des Amts haben daher auf meine Bitte Kapazitäten zur Digitalisierung der Anträge freigeschaufelt. Mit dem Einsatz moderner KI-Technologie verbessern damit den Service für die Bürgerinnen und Bürger und schaffen wir eine wichtige Unterstützung für unsere Mitarbeitenden“, erläutert Bürgermeisterin Sabine Groß.
Das System wird bereits erfolgreich in anderen Kommunen eingesetzt und hat dort gezeigt, dass es die Bearbeitung von Wohngeldanträgen effizient unterstützen kann. Die KI dient dabei ausschließlich als unterstützendes Werkzeug für die Sachbearbeitenden.
Wichtig ist: Das KI-System trifft keine Entscheidungen über die Anspruchsberechtigung von Antragstellenden oder die Höhe des Wohngeldes. Die abschließende Prüfung und Entscheidung über jeden Antrag verbleibt jederzeit bei den zuständigen Sachbearbeitenden der Wohngeldbehörde.
Die Wohngeldbehörde setzt seit Jahren auf digitale Prozesse. Nach der automatischen Ablage von Wohngeldbescheiden und dem automatisierten Bescheidversand, wird mit der Einführung eines KI-Assistenzsystems dieser Digitalisierungsprozess konsequent fortgeführt.
„Mit der Einführung des KI-Assistenzsystems setzen wir auf eine moderne und bürgerorientierte Verwaltung. Wir nutzen digitale Innovationen gezielt, um den steigenden Anforderungen gerecht zu werden und den Service für die Offenbacherinnen und Offenbacher zu verbessern“, so die Bürgermeisterin abschließend.
Hintergrund
Die Wohngeld-Plus-Reform ist zum 1. Januar 2023 in Kraft getreten. Es gibt seitdem deutlich mehr Anspruchsberechtigte, da die Einkommensgrenzen, ab denen ein Haushalt Wohngeld beantragen kann, deutlich angehoben wurde. .Dadurch sind die Bearbeitungsfälle von 3000 auf etwa 6000 gestiegen. Dies hat zu deutlich längeren Bearbeitungszeiten geführt. Zudem wurde die Höhe des Wohngeldes deutlich erhöht. Ein Heizkostenzuschuss ist als fester Bestandteil des Wohngeldes integriert, um Haushalte von den gestiegenen Energiepreisen zu entlasten.