Gut betreut in Offenbacher Kindertagesstätten
09.10.2025
In städtischen Kindertagesstätten in Offenbach sind über 90 Prozent der Mitarbeitenden ausgebildete Erzieherinnen und Erzieher oder haben ein entsprechendes pädagogisches Studium absolviert und werden damit nach dem Gesetz als Fachkraft eingestuft. Sie werden von Fachkräften zur Mitarbeit unterstützt. Dazu zählen Menschen, die vorgegebene formale Qualifikationen schon aus Ausbildung oder Fortbildung mitbringen. Deren Eignung wird vom zuständigen Landesministerium und vom örtlichen Jugendamt geprüft. Fachkräfte zur Mitarbeit müssen sich mit mindestens 160 Unterrichtsstunden im frühpädagogischen Bereich weiterbilden. Ihr Anteil darf höchstens 25 Prozent des personellen Mindestbedarfs einer Einrichtung ausmachen. Zusätzlich können als Fachkräfte zur Mitarbeit auch Menschen aus den Bereichen Kinderpflege und Sozialassistenz eingesetzt werden, die mit einer einschlägigen Ausbildung als Fachkräfte zur Mitarbeit gelten. Diese Fachkräfte zur Mitarbeit können in Hessen als Fachkraft auf den Betreuungsschlüssel einer Kita angerechnet werden. Der EKO erfüllt deutlich mehr als die gesetzlichen Mindestanforderungen. Zusätzlich eingesetzte weitere, den Betrieb unterstützende Mitarbeitende aus fachfremden Berufen werden bei der Fachkraftquote dagegen gar nicht erst mitgerechnet.
Pro Kita wird nach komplexen Vorgaben der zu erfüllende Betreuungsschlüssel berechnet. Kita-Träger sind verpflichtet, für jede Gruppe neben der Gruppenleitung eine zweite Fachkraft zu stellen. Offenbach hat einen hohen Betreuungsumfang und braucht daher auch mehr Fachkräfte als viele andere Kommunen. Fast vier von fünf Kindern bei den unter Dreijährigen benötigen eine Betreuung von mindestens achteinhalb Stunden am Tag in der Kita. Im Kindergarten sind dies zwei von drei Kindern. Diesen Bedarf erfüllt die Kommune weit überwiegend mit Erzieherinnen und Erziehern.
„Eine jüngst publizierte Studie erweckt den Eindruck, dass in Offenbacher Kitas viele unqualifizierte Menschen mit Kindern arbeiten. Das spiegelt die Realität in den städtischen Kitas in Offenbach nicht wider. Fachkräfte zur Mitarbeit leisten jeden Tag eine hervorragende Arbeit. Ohne diese Kräfte würden weniger Kinder einen Kitaplatz erhalten oder müssten Betreuungszeiten deutlich verkürzt werden. Beim EKO haben wir in den zurückliegenden Jahren viel Geld investiert, um bisher nicht als Fachkraft qualifizierte zu Fachkräften zur Mitarbeit auszubilden. Eine Investition, die sich für die Kinder in unseren Einrichtungen und für die Mitarbeitenden auszahlt. Daher war mir dieser Schritt sehr wichtig“, erläutert Bürgermeisterin Sabine Groß. „Zwischen Dezember 2024 und Juni 2025 konnten in Offenbach insgesamt 226 Kitaplätze neu belegt werden, ohne dass in diesem Zeitraum eine neue Kita eröffnet worden ist, allein 124 dieser Plätze entfallen auf den EKO. Ohne die Beschäftigung aller auf den Fachkraftschlüssel anrechenbaren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wäre dies nicht möglich gewesen“, zeigt Sabine Groß auf, welche Vorteile die Studie unerwähnt lässt.
Grundlage der Studie ist eine idealtypische Festlegung von Fachkraftdefinition und -quote, die für das Generieren von pädagogischer Qualität als notwendig definiert wird. Nur wer diese Quote erfüllt, wird als Kita gezählt, die dieser Festlegung gerecht wird. Wie hoch die Abweichung von dieser Festlegung in einer Kita ist, wird nicht weiter berücksichtigt. Die Studie stuft Mitarbeitende nicht alle als Fachkräfte ein, die der Gesetzgeber als auf den Fachkraftschlüssel anrechenbare Fachkräfte anerkennt.
Die Studie orientiert sich nicht an der Gesetzeslage zum Beispiel in Hessen. „Ein hoher Betreuungsumfang, wie er in der Stadt Offenbach von allen Trägern gemeinsam geleistet wird, ist insbesondere in Zeiten von Fachkräftemangel, nur unter Ausschöpfung der gesetzlichen Vorgaben möglich“, betont Bürgermeisterin Groß.
Der EKO beschäftigt aktuell rund 370 Erzieherinnen und Erzieher sowie studierte Pädagoginnen und Pädagogen in 29 Kitas. Dazu kommen 33 andere Fachkräfte sowie Auszubildende und Studierende.
„Kurz vor der Eröffnung stehen in Offenbach aktuell drei weitere Kitas von freien Trägern mit insgesamt 310 Betriebserlaubnisplätzen. Dann werden wir seit Beginn meiner Amtszeit insgesamt 1.078 neue Krabbel- und Kindergartenplätze in Offenbach geschaffen haben“, so Bürgermeisterin Groß.