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Stadt Offenbach

Qualifizierung „Elternbegleitung“ in Offenbach

11.12.2025

Von links nach rechts: Beate Lamm und Oda Bakuhn (Konsortium Elternchancen), Bürgermeisterin Sabine Groß und die neuen Elternbegleiterinnen und -begleiter.

Elf pädagogische Fachkräfte aus Offenbacher Einrichtungen haben in den vergangenen fünf Monaten trägerübergreifend eine Zusatzqualifizierung „Elternbegleitung“ absolviert. Ihre Zertifikate erhielten sie von Bürgermeisterin Sabine Groß, die sich sehr freute, dass es dem DRK Kreisverband Offenbach e.V. in Kooperation mit dem städtischen Netzwerk Elternschule gelungen ist, die erprobte Qualifizierung des Konsortiums „Elternchancen“ erstmals nach Offenbach zu holen: „Elternbegleitung ist ein zentraler Ansatz in Offenbach, um Familien in besonderen Lebenslagen in ihrer Entwicklung zu fördern, Kindern bessere Startchancen und gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen“, versichert Sabine Groß den neuen Elternbegleiterinnen und -begleitern. „Um die Weiterentwicklung in diesem Feld in Offenbach zu gewährleisten, brauchen wir vor allem gut qualifizierte Fachkräfte wie Sie“, so die Bürgermeisterin.

Beatrix Duttiné-Eberhardt, DRK Kreisverband Offenbach e.V. und Gastgeberin, hob in ihrer Begrüßung hervor, wie wichtig die Begleitung der Eltern für die Bildungschancen der Kinder ist und lobte das Engagement der Stadt. “Es ist etwas ganz Besonderes, dass eine Kommune die Elternbegleitung in familienunterstützenden Angeboten so konsequent aufgreift und fördert. Das hat mittlerweile Leuchtturmcharakter und Vorbildfunktion für andere Kommunen.“ „Das sei auch der guten Kooperation mit den Trägern wie dem DRK zu verdanken“, lobte die Bürgermeisterin. 

Ende August startete die Qualifizierung zur Elternbegleitung unter Leitung des Konsortiums „Elternchancen“ in den Räumen des DRK. Die Weiterbildung umfasste insgesamt 120 Unterrichtseinheiten in drei Blöcken – in Präsenz und online. Das Konsortium „Elternchancen“ hat seit 2012 im Auftrag des Bundesfamilienministeriums (BMBFSFJ) über 15.000 pädagogische Fachkräfte zu Elternbegleiterinnen und -begleiter weiterqualifiziert. Zu verdanken ist das der Initiative des hiesigen DRK. Die finanzielle Förderung übernahm das Netzwerk Elternschule Offenbach, unter der Geschäftsführung des Jugendamts. Die beiden Dozentinnen Oda Bakuhn und Sabine Lamm sind begeistert vom großen Engagement der Teilnehmenden und deren überzeugenden Praxisarbeiten zum Abschluss. „Der Plan ist aufgegangen: trägerübergreifend trafen hochmotivierte Fachkräfte aufeinander, aus dem Austausch hat sich eine hohe Wirksamkeit in die Stadt hinein entwickelt,“ so die Dozentinnen. Die frisch zertifizierten Elternbegleiterinnen und –begleiter werden im kommenden Jahr ihre Ideen für Angebote in Offenbach im Netzwerk Elternschule vorstellen. 

Ali-Firat Nehir, Sozialarbeiter im Anerkennungsjahr beim DRK und Absolvent der Fortbildung, bringt es auf den Punkt: „Die Elternbegleitung zielt darauf ab, die Ressourcen der Familien zu stärken und sie zu Experten für ihre Kinder und ihre eigene Lebenslage werden zu lassen. Ich freue mich sehr auf die bevorstehende Zusammenarbeit mit den Eltern.“ Layla Bouhmidi, Sozialarbeiterin im Kindertreff Neusalzer Straße, resümiert: „Die Weiterbildung zeichnete sich durch einen sehr dialogorientierten Stil aus. Ich fühle mich nun gut vorbereitet, um die Bedürfnisse der Familien zu erkennen und Bildungsgerechtigkeit für die Kinder zu erreichen.“

Im Anerkennungsjahr als Sozialarbeiterin befindet sich auch Marija, die künftig für das DRK als Elternbegleiterin im Lauterborn unterwegs sein wird. „Gerade nach meinem Studium der Sozialen Arbeit und den ersten Schritten ins Berufsleben war die Weiterqualifizierung zur Elternbegleitung für mich ein wichtiger Entwicklungsschritt. Sie hat mir geholfen, meine professionelle Haltung zu festigen, meine Methodenkompetenz auszubauen und die Sicherheit zu gewinnen, die ich für meinen Start als Elternbegleiterin in Lauterborn brauche.“ Sie wird Familien am Bildungsübergang Kita-Grundschule begleiten und dafür mit den Kitas, Schulen, dem Jugendzentrum und Quartiersmanagement im Lauterborn zusammenarbeiten. Die Maßnahme wird finanziert mit Mitteln des Aktionsplans gegen Kinderarmut.

In Offenbach sind bereits viele Elternbegleiterinnen und -begleiter für Familien tätig: Sie arbeiten für die Jugendhilfe im Mehrgenerationenhaus der Sandgasse oder im Kindertreff Neusalzer Straße, bei verschiedenen Trägern wie im Krabbeltreff Luise oder in Kitas. Seit drei Jahren sind sie auch für das Projekt „Elternchancen Offenbach im Nordend“ (ECHO) und der Innenstadt am Start. Das Kooperationsprojekt von Jugendamt und DRK wird noch bis 2028 mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds und des Bundesfamilienministeriums (BMBFSFJ) gefördert. ECHO wird im kommenden Jahr einen trägerübergreifenden „Qualitätszirkel Elternbegleitung“ aufbauen. Damit wird ein Forum des Austausches, der Reflexion und der Fortbildung für die qualifizierten, in Offenbach tätigen Fachkräfte aus der Familien-, Elementar- und Primarbildung geschaffen. Das erste Treffen ist für 12. März 2026, ab 14 Uhr im Haus der Wirtschaft geplant. 



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