Catcalling
Viele Menschen erleben täglich Catcalling. Gemeint sind sexualisierte Zurufe, Kommentare, Gesten oder Hinterherpfeifen im öffentlichen Raum, zum Beispiel auf der Straße, an der Bushaltestelle oder im Park.
Catcalling betrifft vor allem Frauen und Mädchen, die meistens von Männern belästigt werden. Nahezu jede Frau erlebt im Laufe ihres Lebens mindestens einmal Catcalling, viele sind sogar regelmäßig betroffen. Besonders häufig trifft es noch sehr junge Frauen und Mädchen.
Die Erfahrungen können bei Betroffenen Gefühle von Unsicherheit, Angst, Scham oder Ohnmacht auslösen und lange nachwirken. Viele Frauen und Mädchen passen ihr Verhalten im Alltag an, vermeiden bestimmte Orte oder Uhrzeiten oder fühlen sich auf dem Weg zur Schule, zur Arbeit oder in der Freizeit nicht mehr unbeschwert und sicher.
Dadurch wird deutlich: Catcalling schränkt nicht nur das persönliche Sicherheitsgefühl ein, sondern auch die selbstverständliche und freie Nutzung des öffentlichen Raums.
kein Kompliment
Catcalling wird nicht selten als Kompliment oder harmloser Flirtversuch dargestellt. Entscheidend ist jedoch, wie die betroffene Person die Situation erlebt. Ungewollte Kommentare über Aussehen, Körper oder Kleidung sind keine Komplimente, wenn sie im öffentlichen Raum erfolgen und nicht erwünscht sind.
Viele Betroffene empfinden Catcalling als unangenehm, übergriffig oder bedrohlich. Ein Kompliment setzt immer voraus, dass es willkommen ist. Fehlt diese Zustimmung, handelt es sich nicht um eine positive Ansprache, sondern um eine Form der Belästigung!
Was kann man tun?
Es gibt kein richtig oder falsch im Umgang mit Catcalling. Jede Person entscheidet selbst, was sich in der jeweiligen Situation richtig und vor allem sicher anfühlt.
Für manche ist es am besten die Situation zu ignorieren, andere holen sich Unterstützung von anderen ein, wenn es sich sicher anfühlt, sprechen andere den Catcaller direkt an, um ihre Grenzen zu setzen. Im Downloadbereich steht ein Zine mit Handlungsmöglichkeiten und Hilfsangeboten für die Hosentasche zur Verfügung.
Für den abendlichen Nachhauseweg in Offenbach kann außerdem das Heimwegtelefon (Öffnet in einem neuen Tab) genutzt werden. Geschulte Ehrenamtliche begleiten telefonisch den Weg nach Hause und können im Notfall den Standort orten.
- Telefonnummer: 030 12074182
- Erreichbarkeit: Sonntag bis Donnerstag von 21 bis 24 Uhr sowie Freitag und Samstag von 21 bis 3 Uhr
Betroffene können ihre Erlebnisse außerdem anonym bei Catcalls of Offenbach (Öffnet in einem neuen Tab) einsenden. Dort werden Catcalling-Erfahrungen in Offenbach gesammelt und an den Orten, an denen sie passiert sind, angekreidet. So wird das Thema im öffentlichen Raum sichtbar gemacht und Aufmerksamkeit geschaffen.
Anti-Catcalling-Tag
Der Anti-Catcalling-Tag findet bundesweit jedes Jahr am zweiten Freitag im Juni statt. Unter dem Motto #keinKompliment wird auf Catcalling aufmerksam gemacht und deutlich gemacht: Catcalls sind keine Komplimente, sondern übergriffiges Verhalten. Ziel ist es, zu sensibilisieren und das Thema stärker in die Öffentlichkeit zu bringen. Auch das Frauenbüro Offenbach beteiligt sich mit unterschiedlichen Formaten und Aktionen an diesem Tag.