Sophie von La Roche-Preis 2026 ausgeschrieben: Bewerbungen bis 12. April
12.02.2026
Wie steht es um die Rolle der Frauen in Offenbach, ihre künstlerischen und kreativen Freiräume und Ausdruckmöglichkeiten? Was sind ihre Themen? Antworten auf diese und andere Fragen sucht der auf die Schriftstellerin Sophie von La Roche zurückgehende Preis, der seit 2009 alle zwei Jahre von der Stadt Offenbach am Main vergeben wird. Mit 1.500 Euro dotiert, zeichnet der Preis besonderes Engagement und hervorragende Leistungen auf kulturellem, sozialem und gesellschaftspolitischem Gebiet aus. Bewerben können sich natürliche und juristische Personen, Frauenprojekte, Vereine, Institutionen und Verbände, die sich mit ihrer Arbeit für Gleichberechtigung und Gleichstellung besonders hervorheben.
Die bisherigen Preisträgerinnen repräsentieren, jede auf ihre Art, eine andere Facette von Frauen in der Offenbacher Gesellschaft. Nicht alle waren Tonangeberinnen wie die Initiatorin von FrauenEnergie Grete Steiner im Jahr 2009 oder 2022 das Team von Catcallsofoffenbach, die sexualisierte Äußerungen von Männern gegenüber Frauen unter ankreiden und sichtbar machen. Oder durchsetzungsstark wie die Leiterin des Kickers Fanprojekts Antje Hagel (2020) oder Steph Taibi, die 2018 für das Selbstverteidigungsangebot ihres Vereins Songmoo e.V. ausgezeichnet wurde. Stiller, aber nicht weniger eindrucksvoll die Arbeit der iranischstämmige Künstlerin Parastou Forouhar, die den Preis 2011 erhielt. Sie arbeitet mit unterschiedlichen Mitteln, um etwa die Situation von Frauen in der Gesellschaft zu veranschaulichen. Ähnlich wie die 2013 ausgezeichnete Filmemacherin Angela Freiberg, die für den Film „Geboren in Offenbach“ gemeinsam mit Nina Werth über einen Zeitraum von vier Jahren drei muslimische Schwestern auf der Suche nach einem eigenen Leben begleitete. Besonders auch das Engagement der Preisträgerin 2024: Die am 8. März 1929 geborene Lore Ringwald gilt als eine Pionierin der Frauenbewegung in Offenbach und hat in ihrer politisch aktiven Zeit die Einrichtung der pro familia Geschäftsstelle und des Frauenhauses maßgeblich vorangetrieben.
„Jeder der bisherigen Preisträgerinnen hat mit ihrem Schaffen einen wichtigen Beitrag geleistet, Frauen und Mädchen in Offenbach zu stärken und sichtbar zu machen“, sagt Dr. Inga Halwachs vom Frauenbüro. „Wir brauchen solche Frauen, solche Vorbilder, und wollen außergewöhnliches Engagement ehren, deshalb freuen wir uns auf Bewerbungen oder Vorschläge von Frauen oder auch Initiativen.“
Eine Jury unter dem Vorsitz der Stadträtin Gertrud Marx wird aus allen Bewerbungen die neunte Sophie von La Roche-Preisträgerin ermitteln. „Für eine gute Entscheidungsgrundlage ist es wichtig, dass die Bewerbungen auf Kriterien wie Projektentstehung und Ablauf, Zielgruppe und Projektbeteiligte, Nachhaltigkeit und Innovation des Projekts eingehen. Bei der Bewerbung von Personen sind das Engagement und Erläuterungen zur Person aufzuführen“, erläutert Dr. Inga Halwachs, Kommunale Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte.
Bis Sonntag, 12. April 2026, können Bewerbungen direkt beim Frauenbüro, Berliner Straße 100, oder per E-Mail an frauenbuerooffenbachde eingereicht werden. Weitere Informationen gibt es auf der Homepage des Frauenbüros: http://www.offenbach.de/fuer-frauen-und-maedchen/
Die Preisverleihung findet im Juni 2026 statt.