Inhalt anspringen

Stadt Offenbach

Iftar-Empfang beleuchtet Bedeutung der Bestattungskultur

18.03.2026

Unter der Leitung von Integrationsdezernent Martin Wilhelm (ganz rechts im Bild) nahmen Gäste aus Politik, Gesellschaft und den Religionsgemeinschaften am Iftar-Empfang teil.

Die Stadt Offenbach am Main hatte im Februar zum jährlichen Iftar-Empfang geladen, der in diesem Jahr ein besonders sensibles und existentielles Thema in den Fokus rückte. Es ging um die Bestattungskultur in einer vielfältigen Stadtgesellschaft. Unter der Leitung von Integrationsdezernent Martin Wilhelm versammelten sich zahlreiche Gäste aus Politik, Gesellschaft und den Religionsgemeinschaften im Sozialraum des Rathauses. Unter den Gästen waren auch Waltraud Schäfer, Geschäftsführerin des Ausländerbeirats und des Stadtverordnetenbüros, sowie Pfarrer Andreas Puckel von St. Franziskus, die in diesem Jahr zum letzten Mal am Empfang teilnahmen. Gemeinsam begingen sie das Fastenbrechen und förderten den interkulturellen Dialog.

Integrationsdezernent Martin Wilhelm unterstrich in seiner Begrüßungsrede die symbolische Bedeutung des Veranstaltungsortes: „Dieser Abend findet bewusst hier in unserem Sozialraum im Rathaus statt. Er ist ein Ort, der auch als offene Plattform für Begegnung, Austausch und die Förderung des gemeinschaftlichen Miteinanders in Offenbach konzipiert ist.“  Wilhelm hob die Vielfalt Offenbachs hervor, in der Menschen aus über 150 Nationen eine Heimat gefunden haben. „Unsere Vielfalt ist unsere größte Stärke“, so Wilhelm, der den Iftar-Empfang bereits zum vierten Mal in seiner Funktion begleiten durfte. Er betonte, dass die Stadt Offenbach bereits seit dem Jahr 2000 spezielle muslimische Gräberfelder anbietet, die den religiösen Vorgaben entsprechen: „Dies zeigt nicht nur unsere Anerkennung der religiösen und kulturellen Vielfalt Offenbachs, sondern auch unser praktisches Handeln und unser tiefes Verständnis dafür, dass jeder Mensch in unserer Stadt würdevoll und im Einklang mit seinen Überzeugungen Abschied nehmen kann.“

Hauptrednerin des Abends war Gabriele Schreiber, Leiterin der Städtischen Friedhöfe vom Eigenbetrieb Stadt Offenbach (ESO), die tiefe Einblicke in die islamische Bestattungskultur in Offenbach gab. Schreiber zitierte das Sprichwort „Heimat ist dort, wo man die Gräber seiner Vorfahren weiß“ und verknüpfte es mit der Offenbacher Realität: „An jenem Tag (2. September 1999) fand die erste muslimische Beisetzung auf unserem Neuen Friedhof statt. Seit diesem Moment haben wir 601 Menschen nach islamischem Ritus hier in Offenbach zur letzten Ruhe gebettet.“ Sie betonte die emotionale und gesellschaftliche Bedeutung dieser Möglichkeit: „Indem Familien ihre Angehörigen hier begraben, geben sie unserer Stadt das größte Versprechen, das ein Mensch geben kann: Das Versprechen, für immer hier zu bleiben.“

Schreiber lobte die „hervorragende Zusammenarbeit“ mit dem Ausländerbeauftragten Abdelkader Rafoud, die von gegenseitiger Wertschätzung und einem freundschaftlichen Miteinander geprägt sei. Als konkretes Ergebnis dieser Kooperation kündigte sie einen neuen, modernen Raum für rituelle Waschungen im Zuge der aktuellen Sanierung der Trauerhalle an, der der Bedeutung dieses heiligen Aktes Rechnung tragen soll.

Gleichzeitig sprach Schreiber die zukünftigen Herausforderungen an: „In den ersten beiden Gräberfeldern sind heute bereits nur noch Beibelegungen in bereits erworbenen Gräbern möglich. Und wir müssen uns der Realität stellen, dass auch das dritte Feld bereits in etwa ein bis zwei Jahren komplett belegt sein könnte.“ Sie zeigte sich jedoch zuversichtlich, mit dem bewährten Geist der Kooperation und dem vertrauensvollen Dialog mit Abdelkader Rafoud auch hier Lösungen zu finden, die der Würde der Verstorbenen und den Bedürfnissen der Lebenden gerecht werden, unter Einbeziehung regionaler Entwicklungen und im Austausch mit anderen Kommunen im Rhein-Main-Gebiet.

Der Iftar-Empfang endete mit einem gemeinsamen Fastenbrechen und bot den Teilnehmenden die Gelegenheit, den interkulturellen Austausch in entspannter Atmosphäre fortzusetzen. Die Stadt Offenbach bekräftigte damit einmal mehr ihr Engagement für Integration, Vielfalt und ein respektvolles Miteinander aller Bürgerinnen und Bürger. 

Hintergrund:

Offenbach ist mit über 140.000 Einwohnern eine der größten Städte Hessens und bekannt für ihre kulturelle Vielfalt und ihre dynamische Entwicklung. Die Stadt engagiert sich aktiv für Integration und ein respektvolles Miteinander aller Bürgerinnen und Bürger.

Erläuterungen und Hinweise

Bildnachweise