Stadt und Zivilgesellschaft erarbeiten neues Konzept für Vielfalt und Teilhabe
28.11.2025
Die Stadt Offenbach hat am 22. November mit einer breit angelegten Auftaktveranstaltung den Startschuss für die Erarbeitung eines neuen, umfassenden „Konzepts für Vielfalt und Teilhabe“ gegeben. Im „Ostpol Offenbach“ versammelten sich Vertreterinnen und Vertreter der Zivilgesellschaft, der Stadtverwaltung sowie engagierte Jugendliche, um gemeinsam die Zukunft des Zusammenlebens in Offenbach zu gestalten.
Die Veranstaltung, die unter dem Motto „Zivilgesellschaft und Stadt wirken Hand in Hand bei der Erstellung eines Konzepts für Vielfalt und Teilhabe“ stand, markiert einen Paradigmenwechsel in der städtischen Integrationspolitik. Sozial- und Integrationsdezernent Martin Wilhelm betonte in seiner Begrüßungsrede die Dringlichkeit der Neuausrichtung: „Unser Integrationskonzept von 2004 ist veraltet. Es entstand in einer Zeit, als Deutschland seine Rolle als Einwanderungsland noch diskutierte. Die Rahmenbedingungen haben sich seither grundlegend gewandelt.“ Wilhelm führte weiter aus, dass das alte Konzept den aktuellen Realitäten nicht mehr gewachsen sei, da es zu stark auf die Integration von Zuwandernden fokussierte und die breitere Dimension von Vielfalt – jenseits von Herkunft, auch Aspekte wie Religionszugehörigkeit oder Geschlechtsidentität – nicht umfassend abbildete.
Dezernent Martin WilhelmEin umfassendes ‚Konzept für Vielfalt und Teilhabe‘ ist unerlässlich, um unsere Integrationspolitik zukunftsorientiert neu auszurichten.
Wilhelms Begrüßung galt insbesondere den jungen Gästen der Integrierten Gesamtschule Lindenfeldschule und des Albert-Schweitzer-Gymnasiums. „Euer Engagement ist ein starkes Zeichen für die Zukunft Offenbachs“, würdigte er die Schülerinnen und Schüler, die ihre jugendlichen Perspektiven in den Prozess einbringen werden, unter anderem durch das begleitende Projekt „IntegraTI!“.
Die Moderation des Fachtags übernahmen Dr. Bettina Reimann und Dr. Julia Burgold vom Deutschen Institut für Urbanistik (Difu). Nach einer Einführung in die Ziele und den Ablauf der Veranstaltung folgten Impulsvorträge von Integrationsbeauftragtem Luigi Masala, der die Veränderung der Stadtgesellschaft und deren Folgen für die Integrationsarbeit beleuchtete, sowie von Adiam Zerisenai, die die Bedeutung der Antidiskriminierungsarbeit hervorhob.
In intensiven Plenumsdiskussionen und anschließenden Tischgruppen tauschten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer über die Frage aus, was die Veränderungen der Gesellschaft für das Verständnis von Integration und Zusammenleben bedeuten. Themenschwerpunkte wie Sprache, Diskriminierungsfreiheit, Empowerment, die Nutzung von Potenzialen und Ressourcen, Diskriminierungserfahrungen sowie quartiersbezogene Angebote wurden diskutiert. Ziel war es, relevante Themenschwerpunkte „mit Leben zu füllen“, Herausforderungen zu benennen, Lösungsansätze zu entwickeln und zu identifizieren, welche Akteurinnen und Akteure bereits aktiv sind und wer noch eingebunden werden muss.
Die Ergebnisse des Tages werden als wichtige Grundlage für den weiteren Erarbeitungsprozess des neuen Konzepts dienen. Luigi Masala informierte zum Abschluss über die nächsten Schritte. Die breite Einbindung von Zivilgesellschaft und Stadt ist dabei essenziell, um ein starkes Fundament für eine Gemeinschaft in Offenbach zu schaffen, die Vielfalt lebt und Teilhabe für alle ermöglicht.