Internationale Wochen gegen Rassismus 2026 in Offenbach
Unter dem Motto „100% Menschenwürde. Zusammen gegen Rassismus und Rechtsextremismus“ setzt auch Offenbach ein deutliches Zeichen für Menschenrechte, Freiheit, Gleichheit, Demokratie und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Die Antidiskriminierungsstelle lädt zu drei kostenfreien Veranstaltungen im Zusammenhang mit den Internationalen Wochen gegen Rassismus ein.
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Rassismus im Gesundheitswesen: Patient*innenperspektiven als Schlüssel zu gerechter Versorgung
Vortrag und Diskussion
Donnerstag, 19. März 2026
18 bis 20 Uhr
Stadthaus, Berliner Straße 60
Rassismus im Gesundheitswesen wirkt nicht nur auf individueller Ebene, sondern ist häufig strukturell verankert – mit direkten Folgen für Versorgungsqualität, Patient*innensicherheit und Vertrauen in medizinische Institutionen. Studien zeigen Unterschiede in Diagnostik, Schmerzbehandlung, Kommunikation und Zugang zu Leistungen. Gleichzeitig berichten Patient*innen von Erfahrungen des Nicht-Ernst-Genommen-Werdens, Ausgrenzung und Benachteiligung. Diese Perspektiven sind kein Randaspekt, sondern zentral für eine gerechte und qualitativ hochwertige Gesundheitsversorgung.
Im Vortrag wird zudem das Projekt „Rassismus im Gesundheitswesen – Rassismuskritische Bildung und Organisationsentwicklung im Gesundheitswesen“ der Stiftung für die Internationalen Wochen gegen Rassismus vorgestellt und bindet dabei aktuelle Studien mit ein. Im Fokus stehen konkrete Ansätze für medizinische und pädagogische Fachkräfte sowie strukturelle Handlungsmöglichkeiten für politische Entscheidungsträger*innen. Ziel ist es, Rassismus nicht als individuelles Fehlverhalten, sondern als Qualitäts- und Gerechtigkeitsfrage zu verstehen – und daraus praktikable Schritte für eine rassismuskritische und partizipative Gesundheitsversorgung abzuleiten.
Referentin: Cora Weißert-Hartmann ist studierte Sozialwissenschaftlerin. Sie arbeitet als politische Bildnerin mit den Schwerpunkten Rassismuskritik, Medienpädagogik und Diversitätssensible Bildung im Kontext Schule und Gesundheitswesen.
Eine Anmeldung ist bis zum 15. März unter Angabe von Namen, Pronomen*, Organisation und Veranstaltungstitel an event50offenbachde möglich.
Interaktives Theater „Meschugge“ zu Rassismus und Antisemitismus
Das passiert wirklich
Mittwoch, 25. März 2026
16 bis 20 Uhr
Rathaus, Saal 2, Berliner Straße 100
Das interaktive Theaterstück, entwickelt und präsentiert von Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus Offenbach, beleuchtet die Komplexität von Rassismus und Antisemitismus.
Auf der Bühne werden Alltagsszenen dargestellt, in denen Rassismus und Antisemitismus sichtbar werden – in der Schule, im Freundeskreis, im öffentlichen Raum. Es sind Situationen, die viele junge Menschen kennen: als Betroffene, als Mitwissende oder als Zuschauende.
Das Besondere: Das Publikum bleibt nicht passiv. Schüler*innen sind ausdrücklich eingeladen, sich einzubringen, Stellung zu beziehen und eigene Erfahrungen und Handlungsmöglichkeiten zu diskutieren. Erwachsene, vor allem Eltern, Bezugspersonen und Fachkräfte sind aufgefordert, zuzuhören und Perspektiven junger Menschen ernst zu nehmen.
Ziel des Projekts Meschugge ist es, deutlich zu machen: Rassistische und antisemitische Diskriminierung ist real, sie betrifft junge Menschen unmittelbar und sie braucht Erwachsene, die bereit sind hinzuhören, statt zu bewerten oder zu relativieren.
Im Anschluss an das Theaterstück findet ein moderiertes Nachgespräch statt, in dem Raum für Fragen, Austausch und Reflexion geschaffen wird.
Projekt: Meschugge ist ein Projekt des DRK-Kreisverband Offenbach e.V., ausgezeichnet unter anderem mit dem Hessischen Integrationspreis (2019) und dem Hessischen Präventionspreis (2023), gefördert im Landesprogramm „Hessen – aktiv für Demokratie und gegen Extremismus“.
Von 19 bis 20 Uhr besteht die Gelegenheit zur Vernetzung bei Snacks und Getränken.
Eine Anmeldung ist bis zum 20. März unter Angabe von Namen, Pronomen*, Organisation und Veranstaltungstitel an: event50offenbachde möglich.
Empowerment-Workshop
Rassismuserfahrungen und künstlerischer Ausdruck: Unsere Stimmen zählen!
Samstag, 28. März 2026
16 bis 20 Uhr
Stadtteilbüro Mathildenviertel, Krafftstraße 29
Der Workshop richtet sich an Menschen, die selbst Rassismus erleben oder erlebt haben. In einem geschützten Rahmen schaffen wir Raum, um Erfahrungen sichtbar zu machen, einzuordnen und eigene Ausdrucksformen zu finden.
Im Mittelpunkt steht Kunst als Handlungsstrategie: Schreiben, Spoken Word, Zeichnen oder andere kreative Formen dienen dazu, Erlebtes zu verarbeiten, Perspektiven zu teilen und Selbstwirksamkeit zu stärken. Dabei geht es nicht um Performance oder Bewertung, sondern um Ausdruck, Austausch und gegenseitige Anerkennung.
Der Workshop ist ein Safer Space für rassismuserfahrene Menschen, um sie in ihrem Selbstermächtigungsprozess zu bestärken. Gemeinsam wollen wir Handlungsspielräume im Umgang mit rassistischen Erfahrungen reflektieren.
Referent: Zafer Cin ist Bildungsreferent und arbeitet seit vielen Jahren zu Rassismus, Diskriminierung, Gewaltprävention und kritischer Männlichkeit. Er ist sowohl in der Bildungsarbeit als auch in der direkten Arbeit mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen aktiv.
In seinen Workshops verbindet er politische Bildung mit biografischen und künstlerischen Zugängen. Ein besonderer Fokus liegt darauf, die Perspektiven von Betroffenen ernst zu nehmen, Räume für Empowerment zu schaffen und rassismuskritische Arbeit lebensnah umzusetzen.
Neben seiner pädagogischen Arbeit nutzt Zafer Cin unter anderem Poetry und performative Methoden als Ausdrucksform, um Erfahrungen von Ausgrenzung, Widerstand und Selbstermächtigung sichtbar zu machen.
Eine Anmeldung ist bis zum 25. März unter Angabe von Namen, Pronomen* und Veranstaltungstitel an event50offenbachde möglich.
Alle Veranstaltungen sind kostenfrei. Falls für die Teilnahme Unterstützung benötigt wird, wie etwa Gebärdensprachdolmetschen, Dolmetschen, Kinderbetreuung oder Begleitung wegen Sehbehinderung, bittet die Antidiskriminierungsstelle vorab um Kontaktaufnahme unter event50offenbachde.