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Stadt Offenbach

Zwei Kulturpreisträger und ein der Pandemie abgetrotztes Kulturleben

24.02.2022 – Erstmals seit den Einschränkungen ab Frühjahr 2020 empfing Oberbürgermeister und Kulturdezernent Dr. Felix Schwenke am Montagabend wieder Vertreterinnen und Vertreter der Kulturvereine und Kultureinrichtungen zum jährlichen Kulturneujahrsempfang. Eingeladen waren pandemiebedingt gut hundert Gäste im Capitol, je eine Vertreterin oder ein Vertreter der Offenbacher Kulturvereine und -institutionen.

Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit: v.l.n.r.: Michael Beseler, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied, Pfarrer Kurt Sohns, katholischer Vorstand, Ernst Buchholz, evangelischer Vorstand; Oberbürgermeister Dr. Felix Schwenke, Mark Dainow, jüdischer Vorstand.

Schwenke erinnerte einerseits an das Engagement der Stadt seit 2020: Fast 400.000 Euro Coronahilfen hat die Stadt an Vereine, Kultureinrichtungen und soloselbständige Künstlerinnen und Künstler in dieser Zeit ausgeschüttet. Andererseits betonte der Oberbürgermeister: „Mir ist aber auch völlig klar, keinen einzigen einzelnen Verein und keine einzige einzelne freie Einrichtung hätten alleine diese Mittel komplett retten können. Das Engagement von Vereinsmitgliedern und Betreibern der Einrichtungen war und ist bis heute beispielhaft.“ Schwenke dankte nachdrücklich für dieses bürgerschaftliche Engagement zum Aufrechterhalten der Kulturangebote in Offenbach. Auch dem Team von Kulturmanagement und Museen dankte der Kulturdezernent für das engagierte Handeln in schwierigen Zeiten: „Auch wenn meine Leute in der Verwaltung das als bezahlten Beruf machen, so sind sie aber auch Menschen und müssen ja ebenfalls Kreativität und Motivation trotz aller Rückschläge aufrecht erhalten. Das geht nur mit der passenden Hingabe zur Kultur.“ Projekte wie den „Kleinen Offenbacher Kultursalon“ im Capitol, das Festival „Parkside im Hof“ oder die Autokinokonzerte „SommernachtsTräume“ hob Schwenke als der Pandemie abgetrotzte Vorzeigeprojekte besonders hervor.

Als coronabedingte Ausnahme wurden in diesem Jahr gleich zwei Kulturvereine geehrt: Die Jungendkunstschule wurde Kulturpreisträgerin des Jahres 2020 und die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Kulturpreisträgerin des Jahres 2021. Angesichts der Ukraine-Krise unterstrich der Oberbürgermeister bereits am Montagabend die Notwendigkeit solcher Gesellschaften: „Auch 77 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg ist Frieden in Europa keineswegs selbstverständlich, sondern muss jeden Tag aufs Neue erarbeitet werden. Genau deshalb ist eben auch die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit keine nebensächliche Organisation für Liebhaber und Feinschmeckerinnen, sondern ein wichtiger Motor der dauerhaften, täglich neuen Aufklärung für Frieden.“ Laudator für die Gesellschaft war der Psychologe und Kulturwissenschaftler Winno Sahm, der den Beitrag der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit für das Zusammenleben und –gehören in einer heutigen Gesellschaft und den elementaren Beitrag gegen den Antisemitismus unterstrich.

Jugendkunstschule: v.l.n.r.: Dr. Enno Knobel, 1. Vorsitzender, Barbara Meyer, Leiterin, Oberbürgermeister Dr. Felix Schwenke.

Den Preisträger des Vorjahres, die Jugendkunstschule, nannte Schwenke „ein außerordentlich gutes und nicht wegzudenkendes Stück Offenbach“; nicht allein, wie er augenzwinkernd betonte, weil er als junger Mensch selbst dort Kurse besucht habe, sondern wegen der hessenweit anerkannten Qualität der Arbeit. Sabine Süßmann von „Besser leben in Offenbach“ hielt hier die Laudatio und pries eine Einrichtung, die Kreativität und freies Denken anrege und Generationen von Offenbacherinnen und Offenbacher auf den Weg zur selbst ausgeübten künstlerischen Arbeit gebracht habe; nicht zuletzt die erste ihrer Art in Hessen. Die Vorsitzenden der beiden Vereine, Stadtrat a.D. Dr. Enno Knobel und Kämmerer a.D. Michael Beseler dankten im Namen der Vereine für die Auszeichnungen.

An neuen Einrichtungen in Offenbach konnte der Oberbürgermeister gleich zwei nennen, die Wetter- und Klimawerkstatt und die Druckwerkstatt. Neu im Team sind Dominik Gussmann in der Druckwerkstatt sowie Lukas Svatek-Storch und Stephanie Funk im Stadtarchiv. Dem langjährigen Direktor des Klingspor Museums, Dr. Stefan Soltek, dem Dr. Schwenke noch einmal für sein langjähriges Engagement dankte, folgte zum Jahresende die neue Direktorin Dr. Dorothea Ader.

Den musikalischen Rahmen gestaltete ein Klaviertrio aus Musikern des Capitol Symphonie Orchesters mit jüdisch timbrierter Musik von Max Bruch und Maurice Ravel, die mit edlen Streicher- und Klavierklängen stilvoll die Veranstaltung bereicherten.

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