Die Ausstellung "between contra-dictions" bei den KUNSTANSICHTEN 2026
Sonntag, 31.05.26, ab 17 Uhr: Perfomance
Der Versuch, ihre Gegenwart mit der Vergangenheit zu versöhnen, brachte Leyla Kurani zu der Erkenntnis, wie tiefgreifend sie bestimmte Erfahrungen prägen. Was sie – und, wie Kurani glaubt, auch die meisten anderen – bewegt, ist nicht das bloße Wissen um die Realität eines Anderen, sondern der Akt, diese Realität gelebt oder erfahren zu haben, sei es als ungewollter Beobachter oder als aktiver Komplize.
In dieser künstlerischen Arbeit setzt sich die Künstlerin mit dem Thema der Gefangenschaft unter Besatzung auseinander. Kurani begreift Gefängnisse in diesem Kontext als gezielte Orte der Demütigung und Entmenschlichung. Da Besatzung niemals in Isolation geschieht, sondern ein gesellschaftlicher Prozess ist, kann auch das Verständnis dieser Realität nicht isoliert stattfinden.
Durch ihre Performance sucht sie eine Form des Verstehens, die über den reinen Intellekt hinausgeht. Kurani nutzt die Präsenz der Zuschauer:innen nicht als Ziel an sich, sondern als notwendigen Teil eines kollektiven Erlebens. Indem sie sich Prozessen der Dehumanisierung aussetzt, ermöglicht Kurani es sich als Künstlerin, eine Realität physisch zu durchleben, die sie allein nicht bewältigen könnte. Die Zuschauer:innen werden dabei zum unentbehrlichen Gegenüber in einer geteilten Beobachtung von Unterdrückung und menschlicher Konsequenz.
Leyla Amal Kurani
Die künstlerische Praxis von Leyla Amal Kurani (*1996) ist tief in ihrer dualen Biografie verwurzelt. Nach ihrer Kindheit und Jugend in Amman, Jordanien, und einem anfänglichen Studium der Innenarchitektur in Mainz, vertieft sie heute ihre interdisziplinäre Arbeit an der HfG Offenbach. An der Schnittmenge von Performance und Bildhauerei untersucht sie die Spannungsfelder zwischen den Kulturen sowie die tiefgreifenden Erfahrungen von Ungleichheit und Unterdrückung. Die Trennung von der Heimat, die sie prägte, sowie die Erinnerungen an Verlust und drastische Veränderungen üben einen großen Einfluss auf ihr Werk aus. Insbesondere angesichts der politischen Unruhen im Nahen Osten und des Einflusses, den ihr Passland auf ihre Heimat ausübt, sieht sie sich in der Pflicht, nicht nur sich selbst und ihre eigene Geschichte zu beobachten, sondern auch jene zu schützen, die diese 3 Geschichte mitgeformt haben. Ihre Arbeiten überführen diese Reibungspunkte zweier Welten in eine eindringliche materielle und körperliche Sprache.
Künstlerische Arbeit im Bereich:
- Fotografie
- Bildhauerei
- Performance
- Sonstiges
Gemeinschaftsatelier Tschatsch
2.OG
Bernardstraße 77 a
63067 Offenbach
Öffnungszeiten
Freitag, 29. Mai, 19 - 22 Uhr: Vernissage
Samstag, 30. Mai, 16 - 22 Uhr
Sonntag, 31. Mai, 13 - 19 Uhr