Kranzniederlegung zum Gedenken an die Widerstandskämpfer des Nationalsozialismus
21.07.2026
Am 20. Juli 1944 versuchte Claus Schenk Graf von Stauffenberg gemeinsam mit weiteren Widerstandskämpfern, Adolf Hitler durch ein Attentat zu töten und das nationalsozialistische Terrorregime zu stürzen. Der Anschlag scheiterte. Viele der Beteiligten und vermeintlichen Mitverschwörer wurden anschließend verfolgt, hingerichtet oder in den Tod getrieben. Heute erinnert der 20. Juli an die Frauen und Männer, die sich der NS-Diktatur widersetzten und daran, dass Mut, Verantwortung und Zivilcourage wesentliche Grundlagen einer freiheitlichen Demokratie sind.
Am gestrigen Montag, 20. Juli, versammelten sich Offenbacherinnen und Offenbacher gemeinsam mit Stadtkämmerer Martin Wilhelm zu einer Kranzniederlegung vor dem Offenbacher Rathaus. Das Gedenken fand vor der Flammen-Skulptur des Offenbacher Künstlers Bernd Rosenheim statt, die an die Opfer des nationalsozialistischen Terrors erinnert.
In seiner Ansprache würdigte Wilhelm die Männer und Frauen des Widerstands, die aus Gewissenspflicht und ohne Sicherheit auf Erfolg einem gewalttätigen und antidemokratischen Regime entgegentraten. „Wir erinnern heute an sie, weil ihr Handeln uns daran erinnert: Freiheit und Demokratie sind keine Selbstverständlichkeit. Sie sind kein Zustand, den man einmal erreicht und dann für immer besitzt. Sie müssen geschützt, gepflegt und gegen äußere wie gegen innere Bedrohungen verteidigt werden“, betonte der Stadtkämmerer.
Zugleich stellte Wilhelm den Bezug zur Gegenwart her. Auch heute gelte es, demokratische Werte zu schützen und entschieden gegen Antisemitismus, Rassismus und Menschenfeindlichkeit einzutreten. „Deshalb geht es beim Gedenken an den 20. Juli nicht nur um die Vergangenheit. Es geht auch um die Frage, was wir heute daraus mitnehmen“, erklärte Wilhelm. „Umso beschämender ist es, wenn der Name Claus Schenk Graf von Stauffenbergs, wie erst in der vergangenen Woche geschehen, für Gewaltfantasien gegen demokratische Politikerinnen und Politiker missbraucht wird. Eine solche Instrumentalisierung verharmlost die nationalsozialistische Diktatur, verhöhnt den Widerstand und überschreitet eine Grenze, der wir entschieden entgegentreten müssen“, so Wilhelm weiter. Der 20. Juli zeige, dass auch einzelne Stimmen etwas bewegen können. Oft reiche es, nicht wegzusehen, wenn man etwas als falsch erkennt.
Mit der Kranzniederlegung würdigte die Stadt Offenbach die Menschen des Widerstands gegen den Nationalsozialismus und setzte zugleich ein Zeichen für Demokratie, Menschlichkeit und Verantwortung. Im Anschluss an die Ansprache legte Stadtkämmerer Martin Wilhelm den Kranz gemeinsam mit Bürgermeister Andreas Bruszynski, Stadträtin Helena Wolf und Stadtverordnetenvorsteher Sven Malsy an der Flammen-Skulptur nieder.