Inhalt anspringen

Stadt Offenbach

Offenbach setzt neue Zeichen: Stadt bekommt eigene Schriftart

27.05.2026 – Die Stadt Offenbach modernisiert ihr Erscheinungsbild – und knüpft dabei an eine stolze Tradition an. Das Herzstück des neuen Erscheinungsbildes ist eine eigene Schriftart, die der Schriftkünstler Marc Schütz mit großem Engagement aus einer historischen Offenbacher Schrift von Rudolf Koch entwickelt hat.

Oberbürgermeister Dr. Felix Schwenke betont: „Offenbach hat Stärken, die nicht jeder auf den ersten Blick sieht. Ein modernes, unverwechselbares Erscheinungsbild hilft uns, diese Stärken sichtbar zu machen – verlässlich, professionell und mit einer Handschrift, die wirklich unsere eigene ist. Wir haben das Wissen externer und interner Fachleute genutzt und ein Ergebnis geschaffen, das zu Offenbach passt. Die neue Schrift ,OF Soul‘ baut auf einer Tradition unserer Stadt auf, die über 100 Jahre reicht und Moderne und Tradition verbindet."

Bürgerinnen und Bürger erkennen den Absender Stadtverwaltung seit Jahren an einem blauen Balken am linken Rand mit dem Logo unten links bei Flyern, Broschüren und Plakaten. Diesen Wiedererkennungseffekt will die Stadt in angepasster Form weiter nutzen, durch die eigene Schrift markant stärken - und gleichzeitig eine modernere Außenwirkung erzielen. 

Eine Schrift für eine Stadt

„OF Soul“ heißt die neue Schriftart für die Stadt Offenbach – in Anlehnung an die erfolgreich ins Leben gerufene Image- und Standortkampagne „Soul OF Hessen“. Entwickelt hat sie der Schriftkünstler Marc Schütz, ehemaliger Dozent an der Hochschule für Gestaltung, Kreativdirektor des Gestaltungsbüros SchultzSchultz und ausgewiesener Kenner der Typografie, im Auftrag des Amtes für Öffentlichkeitsarbeit. 

1927 entwarf der Schriftkünstler Rudolf Koch in der Offenbacher Schriftgießerei Gebr. Klingspor eine geometrische Groteskschrift aus klaren Formen: Kreisen, Quadraten, Dreiecken. Sie erhielt den schlichten Namen „Kabel" und ist bis heute weltweit im Einsatz. Das Werk von Koch wird in Offenbach bewahrt: im Klingspor Museum, benannt nach Karl Klingspor, dessen Sammlung moderner Buch- und Schriftkunst die Basis für das Museum bildet.

Schütz hatte die Kabel bereits 2016 neu interpretiert. Im Klingspor Museum studierte er früheste Schriftmuster und entwickelte daraus die Schriftfamilie „Neue Kabel" mit 18 Schriftschnitten und 1.100 Zeichen – modern genug für digitale Anwendungen, nah genug am Original. Auf dieser Grundlage entstand nun  „OF Soul" noch einmal maßgeschneidert für die Stadt Offenbach. Die Buchstaben erinnern an Kochs kalligrafischen Federstrich; besondere Varianten der Vokale verbinden – so die Absicht des Gestalters – Vergangenheit und Gegenwart. Die Idee einer eigenen Hausschriftart haben zwei bekannte Städte inspiriert: Berlin und Wien nutzen ebenfalls markante Hausschriften, die ohne weitere Erklärung für ihre Stadt stehen. 

Auch das Logo der Stadt Offenbach wurde mit der neuen Schriftart versehen; es bleibt ansonsten in Form und Farbe gleich, wurde bei dieser Gelegenheit jedoch um den bisher fehlenden Zusatz „Stadt“ erweitert.

Cyan: Die Farbe als Absenderkennung

Auch über das Logo hinaus behält die Stadt die starke Hausfarbe Cyan mit der Kontrastfarbe Weiß bei: Das kräftige Blaugrün leitet sich aus der Hintergrundfarbe des Offenbacher Stadtwappens ab. Sechs weitere Akzentfarben ergänzen die Palette, jeweils mit einer helleren Schattierung. 

Bürgerinformationen sind künftig an einer schräg gestellten Farbfläche in Cyan zu erkennen, auf der das Stadtlogo sitzt. Titel können über blaue Balken hervorgehoben werden. Eine Designlinie für positive Botschaften mit einem Rahmen in Cyan und dem Leitspruch „Soul OF Hessen“ verbindet das neue Design mit der bestehenden Image- und Standortkampagne, die das Offenbacher Stadtmarketing in Zusammenarbeit mit der städtischen Wirtschaftsförderung entwickelt hat.

Wiedererkennbarkeit 

Hinter der neuen Gestaltung steckt der Anspruch: Wo Stadt Offenbach draufsteht, ist auch Stadt Offenbach drin. Und umgekehrt: Wo Stadt Offenbach aktiv ist, soll das auch erkennbar sein. In einer Zeit, in der täglich Hunderte von Informationen die Menschen erreichen, verleiht das einheitliche Design offiziellen Mitteilungen Gewicht. Es signalisiert: diese Information kommt aus seriöser, verlässlicher Quelle.

Die Stadtverwaltung besteht aus zahlreichen dezentralen Organisationseinheiten. Nicht immer war in der Vergangenheit der Absender bei allen Produkten sofort erkennbar – auch durch die Vielzahl an verwendeten Schriftarten. Mit guten Vorlagen, klaren Formatvorgaben und definierten Qualitätsstandards sowie Beratung durch das Amt für Öffentlichkeitsarbeit soll es allen Fachbereichen leicht gemacht werden, dazu beizutragen, dass die Stadtverwaltung als Absender schnell erkannt wird. 

Typisch Offenbach

Was das neue Design besonders macht, ist der Weg dorthin. Das Amt für Öffentlichkeitsarbeit bat zunächst mehrere Agenturen, das bestehende Design aus dem Jahr 2014 zu bewerten und Verbesserungsvorschläge einzureichen.

Die Kritik der Agenturen war deutlich: Das bisherige Schriftartenpaket galt als zu uneinheitlich, die Farbgebung als zu wenig prägnant. Aus diesen fachlichen Einschätzungen entwickelte das Amt für Öffentlichkeitsarbeit den weiteren Prozess. Es entwickelte nach Empfehlungen und Vorbildern einen neuen Farbkatalog und setzte die Idee einer eigenen Hausschrift um. 

Die Kosten wurden ohne zusätzlich bereitgestelltes Geld über das laufende Budget für Öffentlichkeitsarbeit abgedeckt. Für ein vollständiges Corporate Design werden normalerweise bis zu 300.000 Euro veranschlagt. Offenbach hat dagegen kaum mehr als ein Zehntel dieser Summe ausgegeben, unter anderem für die Bereitstellung der eigenen Hausschrift. Das neue Manual liegt nur in digitaler Form vor und wurde weit überwiegend mit eigenem Personal und vorhandenen Bordmitteln geschaffen. Es kann für zukünftig eventuell notwendige Veränderungen schnell angepasst und erweitert werden. 

„Im Mittelpunkt aller Überlegungen für ein zeitgemäßes Erscheinungsbild der Stadt stand für uns das Kostenbewusstsein. Dank geeigneter Vorlagen können Ämter und Behörden zudem auch weiterhin vieles kostengünstig selbst im Hause produzieren – ohne jedes Mal auf teure externe Grafikdienstleister und Agenturen zurückgreifen zu müssen“, erläutert Fabian El Cheikh, Leiter des Amtes für Öffentlichkeitsarbeit. 

Das neue Design wird auf der Internetseite und in den Sozialen Netzwerken ab sofort eingesetzt. Auch erste Produktionen und Präsentationen sind bereits umgesetzt. Bei allen weiteren Kommunikationsmitteln wie Flyern, Infoschreiben oder Plakaten wird es sukzessive eingeführt – vorhandene Bestände werden zunächst aufgebraucht, um Kosten zu sparen.

Erläuterungen und Hinweise