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Stadt Offenbach

Lokale Agenda 21 gewinnt mit „Paten für KindergartenKinder“

06.01.2026

Gemeinsam große Sprünge machen: Das Patenmodell bringt Kinder und Jugendliche zusammen.

Die Stadt Offenbach am Main teilt mit, dass die Lokale Agenda 21 (LA21) Offenbach mit ihrem wegweisenden Projekt „Paten für KindergartenKinder – Jugendliche fördern Kinder“ von der Jury einstimmig zum Preisträger des Integrationspreises 2026 gewählt wurde. Das 2001 initiierte Programm fördert seit über zwei Jahrzehnten auf einzigartige Weise Sprachkompetenz, interkulturellen Austausch und bürgerschaftliches Engagement.

Das prämierte Projekt entstand als direkte Reaktion auf den dringenden Bedarf an gezielter Sprachförderung in Offenbacher Kitas. Damals besaßen etwa in einer Offenbacher Kita nur drei von 118 Kindern die deutsche Staatsangehörigkeit, und keines hatte Deutsch als Muttersprache.

Im Kern des Projekts steht der Selbsthilfecharakter und die intensive, generationsübergreifende Beziehung: Jugendliche ab 16 Jahren aus Offenbacher Schulen, oft selbst mit Migrationshintergrund, übernehmen für ein Schuljahr eine Patenschaft. Sie besuchen wöchentlich „ihr“ Patenkind in der Kita und gestalten diese Zeit spielerisch, wodurch die Kinder vertrauensvoll die deutsche Sprache lernen und anwenden.

Doppelte Wirkung und nachhaltiger Erfolg: Das Projekt erzielt eine doppelte Wirkung: Die Kindergartenkinder erweitern spielerisch ihre Deutschkenntnisse, stärken ihr Selbstvertrauen und fördern ihre Entwicklung. Sprache wird dabei als Schlüssel zu Bildung und Teilhabe verstanden. Die jugendlichen Paten übernehmen Verantwortung, entwickeln sich zu Vorbildern und lernen Werte wie Zuverlässigkeit und Empathie. Die Patenschaft bietet zudem Einblicke in pädagogische Berufsfelder und wird durch Workshops und eine offizielle Ehrung, die auch die „offizielle Würdigung für ehrenamtliche Tätigkeit des Landes Hessen“ einschließt, gewürdigt.

Die Jury zeigte sich insbesondere beeindruckt von dem nachhaltigen Erfolg des Projekts, das seit über 25 Jahren fast 800 Jugendliche engagiert hat. Ehemalige Paten sind heute selbst zu Schlüsselfiguren im sozialen und pädagogischen Bereich geworden, einige sogar in leitenden Positionen, was die Langzeitwirkung des Projekts eindrucksvoll belegt.

Ein Beteiligter fasst den Wert des Projekts zusammen: Es „vereint mehr als trennt“ und ist ein „Sinnbild dafür, dass wir uns alle als gegenseitige Chance sehen sollten.“ Das Projekt fördert Integration von klein auf durch Sprache, Begegnung und gegenseitige Verantwortung und stellt ein herausragendes Beispiel für gelebtes Miteinander und nachhaltige Bildungsförderung in Offenbach dar.

„Das Projekt ‚Paten für KindergartenKinder‘ ist ein herausragendes Beispiel für gelebte Integration und bürgerschaftliches Engagement in unserer Stadt“, erklärt Sozialdezernent und Jury-Vorsitzender Martin Wilhelm. „Es zeigt eindrucksvoll, wie durch persönliche Begegnungen und den Aufbau von Vertrauen wichtige Brücken gebaut und entscheidende Grundlagen für die Zukunft unserer jüngsten Bürgerinnen und Bürger gelegt werden. Die generationsübergreifende Wirkung, die nachhaltigen Erfolge und die authentische Hilfe zur Selbsthilfe haben die Jury zutiefst überzeugt. Dieser Preis ist eine Anerkennung für eine Initiative, die Offenbach nachhaltig prägt.“

Die Auswahl des Preisträgers erfolgte durch eine Jury, bestehend aus Vertreterinnen und Vertretern zentraler Offenbacher Institutionen und der Zivilgesellschaft. Zu den Mitgliedern zählten unter anderem der Stadtverordnetenvorsteher Stephan Färber, Integrationsdezernent und Jury-Vorsitzender Martin Wilhelm, der Vorsitzende des Ausländerbeirats Abdelkader Rafoud, sowie Vertreterinnen und Vertreter des Evangelischen Stadtdekanats Frankfurt und Offenbach, der Katholischen Kirche – Pastoralraum Offenbach, der Industrie- und Handelskammer Offenbach, des Sportkreises Offenbach, der Interessengemeinschaft Offenbacher Schulleitungen, der Jüdischen Gemeinde Offenbach, des Deutschen Gewerkschaftsbunds, der Moscheegemeinden, der Kommunalen Frauenbeauftragten, des Kommunalen Integrationsbeauftragten sowie aus Publizistik und Presse. Diese breite Zusammensetzung unterstreicht die Relevanz und den Rückhalt des Preises in der Stadtgesellschaft.

Der mit 1.000 Euro dotierte Integrationspreis wird jährlich verliehen und würdigt herausragendes Engagement im Bereich der Integration. Die offizielle Preisverleihung und Feierstunde für die LA21 Offenbach wird 2026 stattfinden.

Die Lokale Agenda 21 Offenbach setzt sich für nachhaltige Entwicklung und bürgerschaftliches Engagement ein, um die Lebensqualität in Offenbach zu verbessern.

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