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Stadt Offenbach

Mehr Druck auf Müllsünder mit neuem Verwarnungs- und Bußgeldkatalog

28.11.2025

Wer seinen Müll achtlos in die Umwelt wirft, muss künftig tief in die Tasche greifen. Insbesondere im Bereich der Abfallentsorgung und der Verunreinigung durch Hundekot sieht der neue Offenbacher Bußgeldkatalog empfindliche Geldbußen vor, die eine klare abschreckende Wirkung erzielen sollen und bundesweit zu den höchsten zählen.

Der Magistrat der Stadt Offenbach hat am 19. November den umfassend aktualisierten „Verwarnungs- und Bußgeldkatalog zur Allgemeinen Gefahrenabwehr und Sauberkeit“ beschlossen. Die neue Verwaltungsvorschrift gilt ab sofort. Ziel der Neuregelung ist es, durch angepasste Regelsätze die Verunreinigung des öffentlichen Raums wirksamer zu bekämpfen.

Konsequentes Vorgehen gegen „Littering“ und Hundekot

Die Stadtverwaltung reagiert mit den neuen Regelsätzen, also den Bußgeldhöhen die im Normalfall festgesetzt werden, jedoch im Einzelfall auch nach oben abweichen können, auf den Wunsch vieler Bürgerinnen und Bürger nach mehr Sauberkeit. Einige Beispiele:

  • Zigarettenkippen und Kaugummis: Das Wegwerfen einer einzelnen Zigarettenkippe oder eines Kaugummis wird nun mit einem Regelsatz von 120 Euro geahndet.
  • Kleinabfälle: Wer Gegenstände wie Getränkebecher, Pappteller, Taschentücher oder Essensreste (zum Beispiel Bananenschalen) fallen lässt, muss mit einem Bußgeld zwischen 100 Euro und 250 Euro rechnen.
  • Hundekot: Besonders streng werden auch Verstöße durch Hundehalter geahndet. Wer Hundekot auf Straßen und Gehwegen nicht beseitigt, zahlt künftig 400 Euro. Geschieht dies auf Rasenflächen, Liegewiesen oder gar Kinderspielplätzen, erhöht sich das Bußgeld auf 500 Euro. Zudem wird kontrolliert, ob geeignete Tüten mitgeführt werden – wer keine dabeihat, zahlt 45 Euro.

Illegale Müllentsorgung und Sperrmüll

Auch im Bereich der illegalen Müllablagerung wurden die Sätze drastisch angepasst. Wer Sperrmüllgegenstände (zum Beispiel einen Stuhl oder Koffer) illegal ablagert, muss mit mindestens 200 Euro rechnen. Für abgestellte Restmülltüten bis 50 Liter Volumen sind 200 Euro fällig, für große Müllsacke jeweils 400 Euro.

Besonders teuer wird es bei großen Mengen: Für illegale Sperrmüllablagerungen von über einem Kubikmeter sind Bußgelder bis zu 10.000 Euro vorgesehen. In besonders gravierenden Fällen kann der Ermessensspielraum zudem genutzt werden, um von diesen Regelsätzen noch weiter nach oben abzuweichen.

„Kein Kavaliersdelikt“: Stadtrat Weiß zu den neuen Regeln

Stadtrat Paul-Gerhard Weiß begründet die Verschärfung der Sanktionen mit der Notwendigkeit, das Stadtbild nachhaltig zu schützen. „Die deutliche Anhebung der Bußgelder ist kein Selbstzweck, sondern eine notwendige Antwort auf die berechtigten Beschwerden aus der Bürgerschaft über Verschmutzungen im öffentlichen Raum. Ein sauberes Offenbach ist unser gemeinsames Ziel. Wir wollen damit den Großteil der Menschen schützen, die sich an die Regeln halten, und denjenigen, die unser Stadtbild rücksichtslos beeinträchtigen, klare Grenzen aufzeigen. Müll einfach fallen zu lassen oder illegal abzuladen, ist kein Kavaliersdelikt, sondern ein Verhalten auf Kosten der Allgemeinheit.“

Die Erhöhung der Bußgeldsätze alleine reicht allerdings nicht aus, weiß Christian Broos, Leiter der Stabsstelle Sauberes Offenbach. „Natürlich sind ein konsequentes Ahnden der Verstöße sowie intensive Ermittlungs- und Kontrolleinsätze notwendig. Hierzu sind die Müllermittler des Ordnungsamtes täglich im Stadtgebiet unterwegs, bei größer angelegten Kontrollen gemeinsam mit der Stadtpolizei.“ Die Erfolge sprechen für sich, so wurden 2024 über 70.000 Euro an Bußgeldern nur für illegale Ablagerungen verhängt. Seit 2021sind es insgesamt knapp 280.000 Euro.  In diesem Jahr, mit einem besonderen Schwerpunkt auf Kleinmüllverschmutzungen, wurden beispielweise 126 Kippenschnicker erwischt, die alleine über 12.000 Euro an Bußgeldern zu berappen haben. Diese Umweltsünder müssen zukünftig noch tiefer in die Tasche greifen.

Doch Sauberkeit ist auch eine Gemeinschaftsaufgabe. Bürgerinnen und Bürger können aktiv mithelfen, das Stadtbild zu verbessern, indem sie festgestellte Verunreinigungen oder illegale Müllablagerungen schnell und unkompliziert melden. Hierfür steht der Offenbacher Mängelmelder auf der städtischen Internetseite zum Download zur Verfügung. Mit der App können Fundorte, inklusive Foto und GPS-Daten, direkt an die zuständigen Stellen der Stadtverwaltung übermittelt werden, damit diese die Beseitigung und zeitnahe Ermittlung möglicher Verursacher veranlassen können.

„Wir haben uns hierbei an Bußgeldkatalogen aus anderen Städten orientiert. Wer auch bei uns in der Innenstadt unterwegs ist, erkennt schnell, dass die Notwendigkeit für ein härteres Vorgehen erforderlich ist. Wir haben also keinen Anlass bei den Regelsätzen hinter anderen Städten zurückzubleiben“, erklärt Ordnungsdezernent Weiß die Erwartung. 

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