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Stadt Offenbach

Stadt plant Sanierung des Wiener Hofs in Offenbach-Bieber

30.01.2026

Der Erhalt des Veranstaltungslokals Wiener Hof im Stadtteil Bieber rückt einen entscheidenden Schritt näher. Der Magistrat hat in seiner jüngsten Sitzung den Fahrplan für eine umfassende Sanierung des Gebäudes beschlossen. Wenn die Stadtverordneten in ihrer Februarsitzung dem Vorhaben zustimmen und die dafür vorgesehenen Mittel von 3,8 Millionen Euro freigeben, können anschließend die Planungsleistungen ausgeschrieben werden. Oberbürgermeister Dr. Felix Schwenke: „Der Wiener Hof ist für viele Menschen ein wichtiger Treffpunkt und seit Jahren ein etablierter Ort für Kultur und Musik. Die letzte Zeit war für diese Kultgaststätte alles andere als einfach. Statik und der mangelhafte Brandschutz haben einen Betrieb des Veranstaltungssaals nicht mehr möglich gemacht. Auch die Gastronomie muss jetzt für die Sanierung eine längere Zeit ruhen. Umso mehr freut es mich aber, dass wir heute sagen können: Der Wiener Hof hat eine Zukunft! Nach der Sanierung wird er wieder öffnen können.“

Mit der Umsetzung der Sanierung soll die OPG Offenbacher Projektentwicklungsgesellschaft, ein Tochterunternehmen der Stadtwerke Offenbach, beauftragt werden. Sobald der städtische Haushalt 2026 vom Land Hessen genehmigt wurde, darf die Sanierungsmaßnahme mit den formalen und fachlich notwendigen Vorbereitungen beginnen. Entsprechend den Vorgaben des Vergaberechts wird die OPG daraufhin zunächst die Planungsleistungen ausschreiben. In diesem Verfahren werden qualifizierte Planungsbüros sowie spezialisierte Gutachter gesucht, die im Detail klären, wie das Gebäude saniert werden muss, um allen heutigen rechtlichen und technischen Standards zu genügen. Danach folgt die detaillierte Ausarbeitung der notwendigen Maßnahmen, die dann auch Aufschluss geben über die genauen Kosten für die Sanierung. 

„Unser Ziel ist es, dass die Öffentlichkeit, die Künstler und Musiker den Wiener Hof möglichst schnell wieder nutzen können. Heute kann man ein konkretes Datum aber noch nicht seriös nennen. Es sind Vorbereitungen im Gebäude, Planungen, ein Baugenehmigungsverfahren, Ausschreibungen und anschließende Vergaben nötig – sofern ausreichend Angebote zu verantwortbaren Preisen eingehen. Bis außen sichtbare Arbeiten beginnen, wird es daher noch lange dauern“, sagt OB Schwenke. „Bis dahin kann vielleicht der Eindruck entstehen, dass nichts passiert. Das bedeutet aber keineswegs Stillstand, sondern ist den genannten Abläufen geschuldet, die stets vor Beginn der außen sichtbaren Arbeiten notwendig sind.“

Zur Beschleunigung ist vorgesehen, während der Ausführungsplanungen bereits den Bauantrag für die Umsetzung der Sanierungsmaßnahmen vorzubereiten und bei der Bauaufsicht einzureichen. Während dieses Genehmigungsverfahrens können dann die Ausschreibungsunterlagen für die erforderlichen Bauleistungen erstellt werden, sodass die Ausschreibung direkt nach Baugenehmigung starten kann, um ein Bauunternehmen mit der Umsetzung der Sanierung beauftragen zu können.

Umfang der geplanten baulichen Maßnahmen

Der Zustand des Wiener Hofs lässt einen dauerhaften Betrieb, insbesondere des Veranstaltungssaals, nicht mehr zu. Die baulichen Mängel erstrecken sich vom Keller über Erd- und Obergeschoss bis in den Dachraum. Ende 2023 wurde bereits der erste Rettungsweg ertüchtigt und ein provisorischer zweiter Rettungsweg in den Innenhof angelegt. Zu beseitigen sind zudem brandschutztechnische und statische konstruktive Mängel des Gebäudes, welche in einer im Sommer 2024 vorgelegten umfangreichen Untersuchung der Gebäudesubstanz festgestellt wurden.  

Im Keller wurden bereits verschiedene Sicherungsmaßnahmen mittels Stahlstützen durchgeführt. Zur dauerhaften Stabilisierung des Tragwerks werden weitere Maßnahmen wie Ringanker und Zugbänder im Außenmauerwerk sowie eine Aussteifung des Dachstuhls erforderlich. Die innenliegende Haupttreppe erfüllt die statischen Anforderungen an einen Fluchtweg nicht und ist daher vermutlich komplett zu erneuern. Nach Fertigstellung der statisch konstruktiven Maßnahmen erhalten alle Räume neue Boden-, Wand- und Deckenbeläge. Damit das Gebäude künftig weniger Energie benötigt, ist gemäß den gesetzlichen Vorgaben entweder eine Innen- oder Außendämmung vorgesehen.

Neben den baulichen Maßnahmen sind auch alle technischen Anlagen zu erneuern. Dies betrifft sowohl den Ersatz der alten Ölkesselanlage inklusive der Heizungsverteilung, die Trinkwasseranlage als auch die komplette elektrische Gebäudeinstallation. Zudem ist die vorhandene, im Dachraum befindliche Lüftungsanlage für den Veranstaltungssaal zu erneuern. Ergänzend zur neuen Gebäudetechnik ist eine Photovoltaikanlage geplant.

Bedeutung des Wiener Hofs

Der Wiener Hof ist seit Jahrzehnten ein bedeutender Bestandteil des sozialen Lebens – nicht nur für den Stadtteil Bieber. Der Gastronomiebetrieb wurde sehr gut angenommen und bietet auch im Sommer, im schattigen Biergarten, einen Treffpunkt für Jung und Alt aus dem näheren Umfeld. Insbesondere als Kulturstandort mit regelmäßigen Musikveranstaltungen hat sich der Wiener Hof, auch über die Grenzen der Stadt hinaus, einen Bekanntheitsgrad erworben. Im Jahr 2013 wurde dem Betreiber des Wiener Hofs der Kulturpreis der Stadt Offenbach am Main verliehen. Auch die durch den Pächter organisierten Feste wie der „Tanz in den Mai“ oder die Fastnachtsfeier waren beliebte Veranstaltungen für die Offenbacherinnen und Offenbacher. Daneben wurde neben dem Gastraum auch der Festsaal im ersten Obergeschoss gerne für größere Feste und Veranstaltungen von Vereinen und ortsansässigen Unternehmen gebucht. 

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