Fragen und Antworten zum Parkraumkonzept
Im Mai 2025 hat das beauftragte Planungsbüro PB Consult seinen Abschlussbericht zum Parkraumkonzept für die Ortskerne von Bieber und Bürgel vorgestellt. Dieses basiert auf einer zuvor erfolgten Bürgerbeteiligung, bei der Anwohnende sowohl online als auch bei einer Veranstaltung Anmerkungen zum Thema Parkraum eingebracht haben.
Warum wurde das Parkraumkonzept entwickelt?
Eine der zentralen Maßnahmen und Zielsetzungen des Städtebauförderprogramms "Lebendige Zentren Bieber & Bürgel" ist die Erstellung eines Parkraumkonzeptes. Dieses Programm wurde zwischen 2017 und 2021 im Rahmen eines umfassenden Beteiligungsverfahrens erarbeitet. Dabei wurden die Erfahrungen und Hinweise der Einwohner*innen vor Ort aktiv einbezogen und berücksichtigt.
Warum soll der Parkraum geordnet werden?
In verschiedenen Straßen in Bieber und Bürgel parken Anwohnende sowie Besucher*innen ihre Fahrzeuge trotz unzureichender Fahrbahnbreite am Straßenrand. Das Parken in diesen Bereichen ist bereits zum jetzigen Zeitpunkt teilweise ordnungswidrig, auch wenn es bislang selten geahndet wurde. Ziel ist es, dass Parken besser zu organisieren, damit es künftig mehr Platz für Fußgänger*innen gibt. Ziel ist aber vor allem, die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmenden, insbesondere für Kinder und ältere sowie gehbehinderte Menschen zu erhöhen und die Zugänglichkeit für Notfall- und Versorgungsfahrzeuge zu gewährleisten. Zu berücksichtigen ist, dass es in den alten Ortskernen häufig keine oder nur sehr schmale Gehwege gibt und der Straßenraum deshalb nicht ausschließlich den Autos vorbehalten werden kann. Die Veränderungen zielen auch darauf ab, den Aufenthalt in den historischen Ortsmitten angenehmer und das Ortsbild attraktiver zu gestalten. Dies war ein zahlreich geäußerter Wunsch aus der Bürgerbeteiligung.
Welche Zielsetzungen hat das Konzept?
Das Parkraumkonzept für die Stadtteile Bieber und Bürgel zielt auf mehrere Aspekte ab:
- Stärkung des Fuß- und Radverkehrs,
- Verbesserung der Sicherheit im Straßenraum,
- Aufwertung des Ortsbilds der historischen Kerne,
- Steigerung der Aufenthaltsqualität in beiden Stadtteilen,
- effizientere Nutzung und Strukturierung des vorhandenen Parkraums,
- Verringerung des Parksuchverkehrs,
- Schaffung einer gerechteren Flächenverteilung im öffentlichen Raum,
- Förderung alternativer Mobilitätsangebote wie Carsharing,
- langfristige Anpassung an sich veränderndes Mobilitätsverhalten.
Welche Maßnahmen empfiehlt der Abschlussbericht für die Umsetzung?
Der Abschlussbericht schlägt für die Umsetzung einen dreistufigen Ansatz vor. Diese Maßnahmen können zeitlich aufeinander folgend angegangen werden.
Dabei soll ein Kompromiss zwischen den Bedürfnissen der Anwohnenden nach Parkraum und dem Wunsch nach attraktiveren öffentlichen Räumen gefunden werden.
Vorgeschlagene Maßnahmen sind:
1. Einführung eines Parkraummanagements:
Eine effizientere Nutzung des vorhandenen Parkraums soll dazu beitragen, Konflikte zu reduzieren und die Lebensqualität in den betroffenen Gebieten zu erhöhen.
- Einführung von Bewohnerparkzonen in Wohngebieten,
- Einrichtung von Kurzzeitparkzonen entlang der Geschäftsstraßen,
- Regulierung der Parkraumnutzung durch Beschilderung oder Bewirtschaftung.
2. Gezielte Umgestaltung ausgewählter Straßen:
Der vorliegende Abschlussbericht zielt nicht darauf ab, die Anzahl der Parkplätze im gesamten Stadtteil zu verringern. Dies wäre aufgrund der hohen Nachfrage nach Parkplätzen und des Mangels an Ausweichflächen nicht sinnvoll. Stattdessen sieht das Konzept eine Neuordnung bestimmter Straßen und Plätze vor.
Ziel ist es, die verschiedenen Bedürfnisse aller Verkehrsteilnehmenden besser zu berücksichtigen. Um dies zu erreichen, sind Umgestaltungen in einigen Bereichen notwendig. Im Konzept wurden gestalterische Ideen entwickelt. So wurden beispielhaft für beide Stadtteile unterschiedliche Straßentypen herausgesucht: Straßen mit sehr schmalem Querschnitt im historischen Ortskern ohne oder mit schmalem Bürgersteig (Oberhofstraße und Bürgerstraße), etwas breitere Straßen mit Bürgersteig in den gründerzeitlichen Quartieren (Phillip-Reis-Straße), der Bürgerplatz sowie Geschäfts- und Durchgangsstraßen (Aschaffenburger Straße, Langstraße und Offenbacher Straße).
Die Straßen enthalten typische Merkmale, die es bei einer Umgestaltung zu beachten gilt. Auch können unterschiedliche Möglichkeiten aufgezeigt werden. Um die Möglichkeiten zur Umgestaltung zu veranschaulichen, wurden erste Testentwürfe erstellt. Diese Skizzen zeigen beispielhaft, wie eine Neuordnung dort aussehen könnte. Dabei wurden verschiedene Aspekte berücksichtigt: Wie kann der Verkehr sinnvoll gelenkt und beruhigt werden? Wie lassen sich Kreuzungsbereiche sicherer gestalten? Wo können Einfahrten am besten berücksichtigt werden? Welche Möglichkeiten gibt es für mehr Begrünung? Wie kann der Straßenraum durch Möblierung wie Bänke oder Fahrradständer aufgewertet werden?
Die Entwürfe zeigen auf, welche Veränderungen praktisch umsetzbar und für die Verbesserung des Stadtbildes nützlich wären. Sie helfen dabei, die Ideen des Abschlussberichtes greifbar zu machen und mögliche Lösungen zu visualisieren. Sie sind noch keine fertige Planung.
Im Fokus steht dabei die Neuordnung des Parkraums in der Langstraße, am Bürgerplatz und in der Bürgerstraße in Bürgel und der Aschaffenburger Straße, Philipp-Reis-Straße und Oberhofstraße in Bieber.
Der Abschlussbericht schlägt vor: Ausgewählte Straßen, die als „Fokusstraßen“ gelten, als Pilotprojekte zu nutzen. Diese Straßen sollen mehr Grün und Bänke erhalten, um die Aufenthaltsqualität zu verbessern. Damit verbunden sind:
- Verkehrsberuhigung:
- Einrichtung verkehrsberuhigter Geschäftsbereiche in den Geschäftsstraßen beider Ortsteile,
- Schaffung verkehrsberuhigter Bereiche in den sonstigen Ortskernstraßen.
- Förderung der Verkehrssicherheit und alternativer Mobilitätsangebote:
- Verbesserung der Fußgängerinfrastruktur,
- Installation von Fahrradabstellanlagen,
- Ausbau des Carsharing-Angebots,
- Prüfung der Ausweitung des Bikesharing-Angebots.
- Verbesserung von Nachhaltigkeit und Stadtbild:
- Schaffung von Baumstandorten und Grünbeeten/-inseln,
- Verwendung versickerungsfähiger Oberflächen für Parkstände
3. Langfristige stufenweise Umgestaltung weiterer Straßen:
- Schrittweise Umgestaltung weiterer Straßen nach dem Vorbild der Pilotprojekte,
- (weiterhin) Prüfung von Möglichkeiten zum Erwerb von Flächen für Quartiersgaragen.
Diese Maßnahmen sollen schrittweise umgesetzt werden, um die Parkraumsituation nachhaltig zu verändern und den öffentlichen Raum in Bieber und Bürgel zu erreichen.
Welche Ideen enthält der Abschlussbericht für die Langstraße?
Darin ist vorgeschlagen, die Langstraße in einen verkehrsberuhigten Geschäftsbereich umzuwandeln. Das könnte erreicht werden durch:
- eine Verkehrsberuhigung:
- Reduzierung der zulässigen Geschwindigkeit auf 20 Kilometer pro Stunde.
- eine Neuordnung des Parkens:
- Einrichtung von schräg angeordneten, markierten Parkbuchten,
- Temporäre Beschränkung der Parkplatznutzung während der Geschäftszeiten für Kundenverkehr,
- Reduzierung des Seitenrandparkens,
- Insgesamt leichte Reduzierung des Seitenrandparkens zugunsten anderer Nutzungen,
- Kompensation entfallender Parkplätze durch Schaffung eines Car-Sharing-Angebots.
- eine fußgängerfreundliche Gestaltung:
- Verbreiterung der Flächen für den Fußverkehr,
- Verbesserung der Sicherheit beim Überqueren der Straße durch bessere Sicht,
- eine Verbesserung der Aufenthaltsqualität und des Stadtbilds:
- Schaffung von Aufenthaltsorten, Installation von Sitzgelegenheiten,
- Erhöhung der Attraktivität durch Begrünung.
- Parkmöglichkeiten für den Radverkehr:
- Bereitstellung ausreichender Fahrradstellplätze.
Fazit: Die Langstraße könnte zu einer attraktiven, belebten Achse im gewerblichen Zentrum Bürgels umgestaltet werden. Dabei will die Stadt das durch den Bau des Mainzer Rings gewonnene Gestaltungspotenzial nutzen.
Die vorgeschlagenen Änderungen zielen darauf ab, die Straße neu zu beleben. Der Plan sieht vor, den Raum, der bisher von parkenden Autos dominiert wird, in einen attraktiven Ort zu verwandeln. Zukünftig soll die Straße zum Verweilen einladen und gleichzeitig als lebendiger Geschäftsbereich funktionieren. Dabei bleibt die gute Erreichbarkeit für Kund*innen ein wichtiger Aspekt. Das Ziel ist eine ausgewogene Gestaltung, die sowohl den Aufenthalt als auch den Einkauf angenehm macht.
Welche Ideen enthält der Abschlussbericht für den Bürgerplatz?
- Verkehrsberuhigung:
- Empfehlung zur Einführung von Schrittgeschwindigkeit für mehr Sicherheit.
- Reduzierung des Parkraums:
- Umwandlung der Parkplätze in attraktive öffentliche Bereiche,
- Neue Positionierung der verbleibenden Parkplätze am Rand des Platzes.
- Aufenthaltsqualität und Stadtbild:
- Ganzheitliche Umgestaltung von umlaufenden Straßen und Platzfläche (im weiteren Prozess),
- Schaffung von mehr multifunktional nutzbarer Fläche,
- Umgestaltung zu einem lebendigen Treffpunkt der Gemeinschaft, einem attraktiven Erholungs- und Begegnungsort.
- Entwicklung zur Mobilitätsstation:
- Dalles als potenziellen Standort für eine Mobilitätsstation prüfen,
- gestalterische Integration in den Platz und Aufwertung der Bushaltestelle,
- mögliche Erweiterung des Mobilitätsangebots durch ein Car- und ein Bikesharing-Angebot.
Fazit: Es soll ein Gleichgewicht zwischen Parkplätzen und lebenswerten Stadträumen gefunden werden.
Für die Umgestaltung des Platzes gibt es bereits erste Ideenskizzen. Diese Ideen können in die weiteren Planungsschritte einfließen. Der vorliegende Abschlussbericht betrachtet hauptsächlich die Straßen- und Verkehrswege rund um den Platz. Er macht keine detaillierten Vorschläge zur Gestaltung des Platzes selbst. Stattdessen legt er zwei grundlegende Ziele fest: Zum einen ist darin vorgeschlagen, die Anzahl der Parkplätze zu verringern. Zum anderen soll der Platz neue Funktionen erhalten, die ihn attraktiver machen. Die genaue Planung, wie der Platz umgestaltet werden kann, erfolgt in einem eigenen Prozess, der sich an das Konzept anschließt.
Welche Ideen enthält der Abschlussbericht für die Bürgerstraße?
Die Bürgerstraße könnte ein verkehrsberuhigter Bereich werden. Das soll erreicht werden durch:
- Verkehrsberuhigung:
- Reduzierung der zulässigen Geschwindigkeit auf Schrittgeschwindigkeit,
- Gestaltung als "unechte Einbahnstraße" durch Untersagung der Einfahrt von einer Seite,
- Gewährleistung der notwendigen Restfahrbahnbreite von mindestens 3,05 Metern.
- Neuordnung des Parkens:
- Errichtung markierter Parkplätze,
- Anzahl der Parkplätze könnte dem bestehenden Angebot entsprechen, allenfalls geringfügige Reduzierung erforderlich.
- Fußgängerfreundliche Gestaltung:
- Die Straße könnte so umgestaltet werden, dass Fußgänger*innen die Straßenbreite sicher nutzen können. Dabei wird angestrebt, dass sich alle Verkehrsteilnehmenden den Raum gleichberechtigt teilen („shared space“).
- Straßenraumgestaltung:
- Die Straße könnte einheitlich gestaltet werden, ohne Höhenunterschiede zwischen Fahrbahn und Gehweg. Das bedeutet, dass die gesamte Straßenbreite auf einem Niveau liegt. Die Parkplätze sollen versickerungsfähige Oberflächen erhalten, die Regenwasser durchlassen.
- Aufenthaltsqualität und Stadtbild:
- Vorschlag das westliche und östliche Ende der Straße zu begrünen,
- Schaffung von Aufenthalts- und Sitzmöglichkeiten.
Fazit: Die Bürgerstraße soll als positives Beispiel für andere Ortskernstraßen dienen.
Die Straße soll vorrangig umgestaltet werden, weil sie eine wichtige Verbindung darstellt. Sie verbindet den Bürgerplatz im Ortszentrum mit dem Ufer des Mains. Durch die Umgestaltung soll diese Verbindungsfunktion noch stärker betont und sichtbar gemacht werden. Die Ideenskizze zielt darauf ab, trotz des schmalen Straßenquerschnitts eine gerechtere Flächenaufteilung zu schaffen und die Aufenthaltsqualität zu verbessern, ohne dabei das Parkraumangebot erheblich zu reduzieren. Der Entwurf sieht vor, den begrenzten Platz in der schmalen Straße besser zu nutzen. Ziel ist es, den Raum gerechter zu nutzen und die Straße einladender zu gestalten. Dabei soll die Zahl der Parkplätze weitgehend erhalten bleiben.
Welche Ideen enthält der Abschlussbericht für die Aschaffenburger Straße?
Die Aschaffenburger Straße könnte zu einem verkehrsberuhigten Geschäftsbereich werden. Das könnte erreicht werden durch:
- Verkehrsberuhigung:
- Reduzierung der zulässigen Geschwindigkeit auf 20 Kilometer pro Stunde,
- keine sonstigen Einschränkungen des Busverkehrs.
- Neuordnung des Parkens:
- Markierte Parkstände in unregelmäßiger Anordnung,
- Reduzierung der durchgehenden, längsangeordneten Parkmöglichkeiten,
- temporäre Beschränkung der Parkplatznutzung tagsüber, um Kundenverkehr Vorrang zu geben (zum Beispiel mit Parkscheibe).
- Fußgängerfreundliche Gestaltung:
- Verbreiterung der Fußwege,
- Freihaltung von Einmündungen und Kreuzungsbereichen gemäß Straßenverkehrsordnung,
- mehr sichere Straßenübergänge für Fußgänger*innen.
- Verbesserung von Aufenthaltsqualität und Stadtbild:
- Umwandlung einiger Parkplätze in Grünflächen mit zum Beispiel Bäumen und Pflanzen,
- Schaffung von Sitzmöglichkeiten,
- Ermöglichung von Außengastronomie.
- Verbesserung der Radverkehrsinfrastruktur:
- Bereitstellung ausreichender Fahrradabstellanlagen
Fazit: Die Aschaffenburger Straße könnte in eine belebte, attraktive Straße für alle Verkehrsteilnehmenden umgewandelt werden.
Dabei soll die Erreichbarkeit für den Kundenverkehr gewährleistet bleiben, während gleichzeitig mehr Raum für Fußgänger*innen, Radfahrende und Aufenthaltsorte geschaffen wird.
Welche Ideen enthält der Abschlussbericht für die Philipp-Reis-Straße?
Hier ist vorgeschlagen, die bestehende Verkehrsführung (Einbahnstraße bis Salzburger Straße) zu belassen. Vorgeschlagen wird zudem:
- Neuordnung des Parkens:
- Vorwiegend wechselseitige Anordnung der Parkstände,
- Reduzierung der Parkplätze von rund 20 auf etwa 15 Stellplätze,
- Einführung eines "Wechselprinzips" für die Parkplatznutzung: Am Tag stehen sie allen zur Verfügung gegen Gebühr oder mit Parkscheibe, in der Nacht nur Bewohner*innen mit Parkausweis.
- Fußgängerfreundliche Gestaltung und Verkehrssicherheit:
- Freie Sicht an Grundstückszufahrten durch gezielte Platzierung von Beeten und Fahrradständern.
- Aufenthaltsqualität und Stadtbild:
- Umgestaltung einiger Flächen in begrünte Bereiche mit Aufenthaltsmöglichkeiten,
- Verbesserung der Oberflächenbeschaffenheit,
- Schaffung von Baumstandorten zur Hitzereduzierung,
- Integration von Grünbeeten.
- Radverkehr:
- Installation von Fahrradbügeln zur Verbesserung der Abstellmöglichkeiten.
Fazit: Die Philipp-Reis-Straße ist eine wichtige Achse zwischen der Aschaffenburger Straße und dem Bahnhof Bieber, das soll betont werden.
Der Abschlussbericht zielt darauf ab, die Philipp-Reis-Straße aufzuwerten und ihre Bedeutung als Verbindungsweg zu stärken. Es soll ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Parkmöglichkeiten, Verkehrssicherheit und Aufenthaltsqualität geschaffen werden. Die geplanten Änderungen sollen die Straße für alle Verkehrsteilnehmenden attraktiver machen und gleichzeitig die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel fördern.
Welche Ideen enthält der Abschlussbericht für die Oberhofstraße?
Die Straße könnte in einen verkehrsberuhigten Bereich umgewandelt werden. Hierzu ist vorgeschlagen:
- Verkehrsberuhigung:
- Reduzierung der zulässigen Geschwindigkeit auf Schrittgeschwindigkeit,
- Freigabe in nur eine Fahrtrichtung.
- Neuordnung des Parkens:
- Markierung von Parkständen,
- Parkstände ausschließlich für Bewohner*innen (Bewohnerparkausweis erforderlich).
- Fußgängerfreundliche Gestaltung und Verkehrssicherheit:
- Gleichberechtigte Nutzung der gesamten Straßenbreite durch alle Verkehrsteilnehmenden / Verbesserung der Situation für Fußgänger*innen („shared space“),
- für eine bessere Sicht an Einmündungsbereichen soll der Parkraum neu strukturiert werden.
- Straßenraumgestaltung:
- Die Straße könnte einheitlich gestaltet werden, ohne Höhenunterschiede zwischen Fahrbahn und Gehweg. Das bedeutet, dass die gesamte Straßenbreite auf einem Niveau liegt.
- Die Parkplätze sollten versickerungsfähige Oberflächen erhalten, die Regenwasser durchlassen.
- Aufenthaltsqualität und Stadtbild:
- Grünbeeten an den Grundstücksgrenzen einrichten, zum Beispiel als gemeinschaftliches Nachbarschaftsprojekt,
- Prüfung der Möglichkeiten für Fassadenbegrünung.
Fazit: Es könnte eine attraktive Achse zwischen Ortskern und Aschaffenburger Straße entstehen.
Der Abschlussbericht zielt darauf ab, die Oberhofstraße von einer vom ruhenden Verkehr dominierten Straße in einen verkehrsberuhigten Bereich mit höherer Aufenthaltsqualität und verbesserter Verkehrssicherheit umzuwandeln. Es soll ein Bereich entstehen, in dem sich Menschen gerne aufhalten und sicher bewegen können. Dabei wird angestrebt, sowohl die Parkbedürfnisse der Anwohner*innen zu berücksichtigen als auch einen einladenden öffentlichen Raum zu schaffen. Ziel ist es, den Verkehr zu beruhigen und die Straße für alle attraktiver zu machen.
Die Oberhofstraße könnte dann als Beispiel für andere Ortskernstraßen dienen und zeigen, wie auch in engen Straßenräumen die Situation für alle Verkehrsteilnehmenden verbessert und ein schöneres Stadtbild erreicht werden kann.
Würde die Umsetzung der im Abschlussbericht empfohlenen Maßnahmen den Einzelhandel gefährden?
Für viele Menschen ist das Auto ein wichtiger Teil ihrer täglichen Fortbewegung. Deshalb sieht das Konzept gezielt Kundenparkplätze in der Nähe von Geschäften vor. Vorteil hierbei ist, dass vorhandene Parkplätze nicht dauerhaft von Langzeitparkern belegt werden und somit mehr Kund*innen der Zugang zu lokalen Geschäften erleichtert wird.
Allerdings ist das Auto nicht die einzige Möglichkeit, um voranzukommen. Kundschaft erreichen die Läden und Restaurants auch mit dem Bus, dem Fahrrad oder zu Fuß. Zahlreiche Untersuchungen zeigen, dass eine ganzheitliche Betrachtung aller Fortbewegungsarten zu einer Belebung von Einkaufsstraßen beitragen kann.
Werden bald überall in Bieber und Bürgel Parkgebühren am Straßenrand erhoben?
In den Ortskernen von Bieber und Bürgel ist der Platz begrenzt. Dieser Raum soll fair genutzt werden - von Anwohnenden, Berufstätigen und Besucher*innen gleichermaßen. Um das zu erreichen, werden verschiedene Möglichkeiten in Betracht gezogen. Eine Option ist die Begrenzung der Parkdauer, eine andere die Einführung von Parkgebühren in bestimmten Bereichen mit Einzelhandel und Gewerbe oder Bewohnerparkbezirken. Diese Maßnahmen können dazu beitragen, den vorhandenen Platz gerechter zu verteilen. Das Ziel ist es, den öffentlichen Raum ausgewogen zu nutzen, sodass er allen Verkehrsteilnehmenden zugutekommt.
Welche Möglichkeiten gibt es, um den Parkdruck in den Ortskernen zu reduzieren?
Mit den Bürger*innen wurde durch die Bürgerbeteiligung zu diesem Parkraumkonzept, aber auch schon in den Beteiligungen zum Stadtteilentwicklungskonzept Bürgel, dem Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzept „Mitte machen Bieber Bürgel“ sowie dem Verkehrsentwicklungsplan über Für und Wider von Quartiersgaragen diskutiert.
Neben Fragen der Akzeptanz aufgrund der konkreten räumlichen Lage kommen die Gutachter*innen des Abschlussberichts zu folgenden Erkenntnissen:
Es gibt derzeit keine geeigneten Flächen für größere Quartiersgaragen in den untersuchten Gebieten von Bieber und Bürgel.
Mehrere Vorschläge wurden aus verkehrsrechtlicher Sicht überprüft. Sie wurden jedoch als ungeeignet bewertet. So waren zum Beispiel Gründe dafür, dass die vorgeschlagene Quartiersgarage in Bürgel (südlich des Bürgerplatzes) ungeeignet war, folgende:
- Zu kleine Fläche (nur Platz für circa 20 bis 30 Fahrzeuge) und damit voraussichtlich kein wirtschaftlich tragfähiges Betriebskonzept möglich,
- hohe Kosten für Grunderwerb, Abriss und Neubau.
- problematische Zufahrt (sehr schmal und schlecht einsehbar).
- Der Abschlussbericht empfiehlt, den Ausbau von Sharing-Angeboten, Radverkehr und weitere Verbesserungen der ÖPNV-Anbindung zu fördern.
- Der Abschlussbericht empfiehlt, weiter nach Flächen für Quartiersgaragen zu suchen. So ergeben sich langfristig immer wieder Optionen. In Bieber wird angeregt, besonders den Bereich um den Bahnhof für mögliche P&R-Parkplatzerweiterungen zu prüfen.
Inwieweit dient der Abschlussbericht als Vorlage für die konkrete Umsetzung?
Der nun vorliegende Abschlussbericht hat den Charakter einer Handlungsempfehlung. Auf dieser Basis ist nun zu entscheiden, ob und welche Vorschläge kurz-, mittel- und langfristig umgesetzt oder auch überarbeitet werden sollen. Beschlossen wird das Parkraumkonzept dann durch die Stadtverordnetenversammlung.
Dieses beschlossene Parkraumkonzept ist dann ein strategisches Planungsinstrument für unsere Stadt. Es dient als Grundlage für zukünftige Entscheidungen und Maßnahmen im Bereich des Parkraummanagements. Das Parkraumkonzept bildet somit die Basis für eine strukturierte und zielorientierte Weiterentwicklung des Parkraums in den Stadtteilen. Die einzelnen Maßnahmen aus dem Konzept müssen dann aber noch konkret geplant werden – sodass auch hierbei noch Einfluss auf die konkrete Umsetzung genommen werden kann.
Wie verbindlich sind die Vorschläge aus dem vorgelegten Abschlussbericht?
Der Abschlussbericht hat den Charakter einer Handlungsempfehlung. Er liefert Vorschläge und Ideen, wie die Parkraumsituation in Bieber und Bürgel verbessert werden könnte.
Die vorgeschlagenen Maßnahmen sind nicht verbindlich. Es handelt sich um konzeptionelle Überlegungen, die als Grundlage für zukünftige Planungen und Entscheidungen dienen sollen.
Im Bericht werden die Vorschläge oft als "Empfehlungen" bezeichnet. Dies unterstreicht den beratenden Charakter des Konzepts.
Bei den dargestellten Ideenskizzen wird explizit erwähnt, dass es sich nicht um detaillierte Entwurfspläne handelt. Diese Visualisierungen helfen dabei, sich die möglichen Veränderungen besser vorzustellen.
Es wird betont, dass bei einer konkreten Umsetzung noch weitere Aspekte berücksichtigt werden müssen, die im Konzept nicht detailliert behandelt wurden (zum Beispiel Straßenbeleuchtung, Materialauswahl, Barrierefreiheit).
Das Konzept sieht eine schrittweise Umsetzung vor, was bedeutet, dass Anpassungen und Überprüfungen im Laufe der Zeit möglich und wahrscheinlich sind.
Wie wurden die Bürger*innen bisher an der Erstellung eines Parkraumkonzeptes beteiligt?
Die Stadt Offenbach hat das Wissen und die Erfahrungen der Menschen vor Ort von Anfang an in die Planung einbezogen. Bereits bei der Erstellung des Städtebaulichen Entwicklungskonzepts gab es verschiedene Beteiligungsmöglichkeiten wie Rundgänge, Workshops, Online-Veranstaltungen und Plenumssitzungen. Dabei wurde mehrfach über Verkehrsprobleme in den Ortskernen gesprochen und es wurden Verbesserungsvorschläge gesammelt.
Um all diese Informationen fachgerecht zu verarbeiten, hat die Stadt Experten beauftragt, ein Parkraumkonzept zu entwickeln. Auch hier konnten sich die Bürger*innen auf zwei Wegen beteiligen.
So fand am 23. April 2024 im Stadtteilbüro in Bieber eine Bürgerversammlung zum Thema statt. Die Einladung erfolgte über den städtischen Newsletter, die Offenbach-Post, den Verteiler der Lokalen Partnerschaft, den Newsletter der AG Öffentlichkeitsarbeit der Lokalen Partnerschaft sowie mittels Aushängen des Kernbereichsmanagements in beiden Stadtteilen.
In der Veranstaltung wurden die Projektziele und die Ergebnisse der Parkraumanalyse durch das Büro PB Consult vorgestellt. Im anschließenden interaktiven Teil konnten Teilnehmende ihre Anmerkungen, Hinweise und Kommentare auf Plänen und Wandtafeln abgeben. Gezielt erfragt wurden Mängel / Kritik am Vorgehen der Konzeptbearbeitung, Ideen / Wünsche zur ergänzenden Behandlung und sonstige, vor allem konkrete verkehrliche Hinweise.
Parallel lief vom 23. April bis 10. Mai 2024 eine Online-Beteiligung: Sie fokussierte auf die Abfrage zur verkehrlichen Situation der beiden Ortskerne. Bürger*innen setzten auf einer interaktiven Karte Marker zur Verortung von Falschparkern, erhöhtem Parkdruck und Potenzialflächen – etwa für Begrünung und eine Quartiersgarage.
Zudem konnten die Teilnehmenden Vorschläge und allgemeine Hinweise eingeben.
Es gab insgesamt 450 Anmerkungen.
Die Ergebnisse der Bürgerbeteiligung wurden im Konzept berücksichtigt:
- Die Teilnehmenden bestätigten weitgehend die Erkenntnisse aus der Parkraumanalyse.
- Viele Anregungen und Wünsche der Menschen flossen in die Handlungsempfehlungen ein, zum Beispiel Umgestaltungsmaßnahmen, Verkehrsberuhigung, Begrünung und Entsiegelung.
Das Konzept versucht, einen Kompromiss zwischen den verschiedenen, sich teilweise auch konträr gegenüberstehenden Bedürfnissen (Parkraum versus Aufenthaltsqualität) zu finden.
Wird es vor der Umsetzung der baulichen Einzelmaßnahmen weitere Bürgerbeteiligung geben?
Ja. Jede Einzelmaßnahme bedarf einer detaillierten Planung, der sogenannten „Objektplanung“, die neben der umfänglichen Grundlagenermittlung (unter anderem exakte Lage von Leitungen, Hauszugängen, Fallrohren, Höhen) selbstverständlich auch die Abfrage von Anregungen der Anwohnenden sowie eventuell besonderer Nutzergruppen (zum Beispiel von Kindern bei Bedeutung als Schulweg) beinhaltet.
Zur Beteiligung wird zu gegebener Zeit über die Homepage der Stadt, das Kernbereichsmanagement und die Lokale Partnerschaft aufgerufen. Die Objektplanung setzt mit der Grundlagenermittlung nach Beschluss des Parkraumkonzepts ein. Den konkreten Bearbeitungsbeginn für die Straßenumbauten kann die Stadt derzeit noch nicht benennen.