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Stadt Offenbach

Umbau des Bürgeler Reichstags mit prägnanter Säule beginnt Mitte des zweiten Quartals

26.02.2026

Der Magistrat der Stadt Offenbach hat gestern die Neugestaltung des „Reichstags“ im Bürgeler Mainvorgelände beschlossen. Der in die Jahre gekommene Ort soll neu belebt und seiner historischen Bedeutung gerecht werden. Der Baubeginn ist nach Ausschreibung der Bauleistungen für Mitte des zweiten Quartals geplant. Zentrales Gestaltungselement wird eine künstlerisch gestaltete Säule sein, die an die Geschichte erinnert.

Der „Reichstag“ in Bürgel ist ein Ort historischer Relevanz: Im Jahr 1018 fand hier unter Kaiser Heinrich II. eine Reichsversammlung statt. Diesem Bezug wird der rund 300 Quadratmeter große Platz mit seiner derzeitigen Gestaltung allerdings kaum gerecht, auch eine adäquate Nutzungsaufteilung des Freiraums ist wenig erkennbar. Bereits 2017 wurden daher erste Vorschläge zur Neugestaltung durch den ortsansässigen Verein „Pro Bürgel e.V.“ entwickelt. Nachdem die Umsetzung aus finanziellen Gründen zunächst ruhte, ermöglichte der Start des Städtebauförderprogramms „Lebendige Zentren: Mitte machen - Bieber und Bürgel“ 2024 eine Neuplanung.

Sie zielt darauf ab, die historische Bedeutung des Ortes sichtbar zu machen. Erarbeitet wurde sie vom Landschaftsplanungsbüro Ulrike Stockert unter Beteiligung interessierter Bürgelerinnen und Bürgeler – beispielsweise im Rahmen eines Workshops Ende 2024 oder zuletzt auf der Sitzung der Lokalen Partnerschaft im November 2025. Zukünftig soll eine halbkreisförmige Anordnung von Hecke und Sitzelementen an die historische Reichsversammlung erinnern. Gleichzeitig schafft ein bewusstes Öffnen der Hecke eine neue Sichtachse zum Main, was die Aufenthaltsqualität und die soziale Kontrolle innerhalb des Bereichs deutlich erhöhen soll. Barrierefreiheit wird durch die Pflasterung des Bereichs zu den neuen Sitzmöglichkeiten gewährleistet. Ergänzend werden drei weitere Bäume im Mainvorgelände neu gepflanzt, die die naturnahe Umgebung weiter bereichern.

Das Herzstück der Umgestaltung bildet eine bildhauerisch gestaltete Säule. Diese wird zwei Faksimiles mit der Abschrift einer Chronik der damaligen Reichstagung tragen, gestiftet und finanziert von mehreren Bürgeler Bürgern. Weitere Informationen zur Historie sowie eine Übersetzung finden sich auf einer zusätzlich aufgestellten Informationstafel. Für die Gestaltung der Säule wurde der Steinmetzmeisterbetrieb Stefan Schneider aus Offenbach ausgewählt. Die Auswahl des Entwurfs für diese Säule ist das Ergebnis eines vorgeschalteten Wettbewerbs unter lokalen Steinmetzen. Eine Jury, zusammengesetzt aus Bürgeler Anwohnern und Verwaltungsvertretern, konnte aus fünf eingereichten Vorschlägen wählen. Ausschlaggebend für diese Entscheidung waren die überzeugende Gestaltung sowie eine gelungene Platzierung der Faksimile. Für die Finanzierung der Säule hat der Verein „Pro Bürgel e.V.“ eine Beteiligung in Aussicht gestellt, was dem starken bürgerschaftlichen Engagement für dieses Projekt weiter Ausdruck verleiht.

Amtsleiter Ron Reck ist angetan von dem besonderen Ort und äußerte sich zu der beschlossenen Umgestaltung: „Die Bedeutung des Reichstags für Bürgel ist uns natürlich bewusst. Es ist daher gut, dass die Planungen im Rahmen des Förderprogramms in den vergangenen Monaten nun so weit fortschreiten konnten, dass einer Realisierung der Maßnahme nichts mehr entgegensteht. Weiterhin war die Idee, einen kleinen Wettbewerb lokaler Steinmetze in das Projekt zu integrieren, ein voller Erfolg und hat alle Beteiligten gefordert.“

Aktuell werden die finalen Planunterlagen und die Ausschreibungen der Bauleistungen erstellt. Der Baubeginn ist für Mitte des zweiten Quartals vorgesehen, die Fertigstellung voraussichtlich bis Ende Juli 2026.

Weitere Informationen sind unter www.offenbach.de/mitte-machen oder per E-Mail über das Kernbereichsmanagement mitte-machen-manageroffenbachde erhältlich.

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