Umgestaltung Goethering: Magistrat beschließt Variante als Grundlage für weitere Planungen
06.02.2026
Von vier zu einer Variante: Das Amt für Planen und Bauen soll die Variante 1 „Sonnenseite“ als Planungsgrundlage für die Umgestaltung des Goetherings weiterverfolgen. Dies beschloss der Magistrat in seiner letzten Sitzung vorbehaltlich der Abstimmung durch die Stadtverordneten im Februar. Auch die Bürgerinnen und Bürger aus der Beteiligung hatten sich für diese Variante ausgesprochen. Derzeit ist der Goethering vor allem für Fußgänger und Radler gefährlich, weil sie dort leicht übersehen werden. Mit der beschlossenen Variante soll es für alle Verkehrsteilnehmenden sicherer werden. Außerdem entstehen weitere Grünflächen mit 300 möglichen Baumpflanzungen sowie mehr Aufenthaltsqualität zum Erholen und Spielen.
Bei der Variante 1 „Sonnenseite“ finden sich die Flächen für Autos und Busse überwiegend auf der Westseite. Auf der Ostseite entstehen großzügige Grünflächen sowie ein separat geführter Zweirichtungsradweg. Die Grünflächen sind somit als Freizeit- und Erholungsflächen direkt vom Nordend erreichbar.
Bei der Planung wird zudem eine mögliche Straßenbahn berücksichtigt. Gemeinsam mit der Stadt Frankfurt wird seit 2022 in einer Machbarkeitsstudie die Wiedereinführung im Stadtgebiet Offenbach geprüft. Erste Ergebnisse dieser Studie werden Mitte 2026 erwartet. Eine Trassenvariante verläuft über den Goethering mit Fortsetzung über den Nordring / die Hafenallee. Falls die Studie positiv ausfällt, folgen vertiefende Untersuchungen und weitere Planungen.
Kosten und Zeitplan der Maßnahme
Die Gesamt-Projektkosten schätzt das Amt für Planen und Bauen auf ca. 40 Millionen Euro. Die Baukosten werden dabei mit ca. 30 Millionen Euro angenommen. Rund 10 Millionen Euro werden für Planungskosten, Gutachten, Kampfmittelsondierung und umfangreiche bauzeitliche Verkehrsführungen kalkuliert. Zur Refinanzierung der Planungskosten stehen Mittel des Städtebauförderprogramms „Sozialer Zusammenhalt“ bereit. Für die bauliche Umsetzung sollen weitere Fördermittel nach dem Projektbeschluss – denn dann gibt es eine konkrete Kostenschätzung - über das Mobilitätsfördergesetz (MobFöG) beantragt werden.
Nach dem Beschluss in der Stadtverordnetenversammlung kann das Vergabeverfahren für die weiteren Planungsschritte erfolgen. Damit kann noch in 2026 mit der Fortsetzung der Planung begonnen werden. Mit einem Baubeginn für die Umgestaltung des Goetherings rechnet die Stadt voraussichtlich im Jahr 2028.
Hintergrund
Der Goethering spielt eine zentrale Rolle im Offenbacher Verkehrssystem. Er verbindet die Stadtteile Nordend, Kaiserlei sowie den Hafen und ist auch Verbindung zur Autobahn. Im Juli 2025 beauftragte die Stadt das Planungsbüro Bauchplan und con.sens Mobilitätsdesign. Ziel war es, eine tragfähige Entscheidungs- und Planungsgrundlage für die künftige Gestaltung des Goetherings herbeizuführen. Es wurden insgesamt vier verschiedene Varianten erarbeitet, zwei davon wurden nach eingehender Bewertung genauer untersucht. Der Unterschied liegt vor allem in der Anordnung der Verkehrs- und Grünflächen.