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Stadt Offenbach

Historie Hauptbahnhof

Der Hauptbahnhof blickt auf eine lange und ereignisreiche Geschichte zurück. Er hat das Gesicht der Stadt Offenbach grundlegend und tiefgreifend verändert - von einer vergleichsweise kleinen, industriell geprägten zu einer modernen, multikulturellen und dienstleistungsorientierten Stadt im Herzen einer Metropolregion.

Fotografin/Fotograf unbekannt

Als die Bahnlinie Frankfurt–Bebra in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts über Offenbach nach Hanau verlegt wurde, lag die Trasse und auch der Bahnhof noch außerhalb der Stadt auf unbebautem Gebiet. Entlang der Trasse wurden südlich die Marienstraße und nördlich die Bismarckstraße geführt. Auf dem Gebiet der heutigen Bismarckstraße auf Höhe des Stellwerks befand sich zu diesem Zeitpunkt noch der jüdische Friedhof, der in Teilen für die Baumaßnahmen trotz massiver Proteste der jüdischen Gemeinde an die Stadt abgetreten werden musste. Als neue und wichtige Verkehrsachse wurde die Kaiserstraße angelegt. Repräsentativ, im Stil eines großstädtischen Boulevards, verband sie den Hauptbahnhof mit dem historischen Stadtzentrum am Main. Entlang der neuen Straße begann sich bereits ab 1880 die Lücke zwischen Bahnhof und Stadt zu schließen. Diese Entwicklung hatte zur Folge, dass der Bau eines repräsentativen Bahnhofsvorplatzes, wie in anderen Städten üblich, versäumt wurde.

Um 1930, Fotografin/Fotograf unbekannt

Anfangs fuhren nur einige wenige Züge, aber um 1910 bereits so viele, dass die Schranken für Fuhrwerke, Fuß- und Autoverkehr täglich zusammengerechnet mehrere Stunden geschlossen werden mussten. Um diese Situation zu entspannen, entstand die Idee für ein großes Bauvorhaben: ab 1912 begann man, die Gleise auf einen 4,5 Meter hohen Bahndamm zu verlegen. Tunnel verbanden die Stadtteile fortan miteinander. Die Höherlegung hatte auch Folgen für das Bahnhofsgebäude, das baulich angepasst und mit mehreren Unterführungen für den Fußverkehr und den Betrieb ausgestattet wurde. Einen umfänglichen Neubau gab die Wirtschaftslage nach dem 2. Weltkrieg nicht her. Von 1923 bis 1927 wurde das Empfangsgebäude im Stil des Expressionismus und Art Déco mit einer klaren funktionalen Aufteilung umgestaltet: So fanden sich die Bahnhofsgaststätte und die Wartesäle im Westflügel, denen ein Außenbereich vorgelagert war. Im Ostteil des Gebäudes waren die Einrichtungen für Gepäck- und Expressgutabfertigung untergebracht. Unterhalb der Gleise wurden drei Tunnel angelegt: eine durchgängige Personenunterführung, die den Zugang zu den Bahnsteigen sicherstellte, sowie zwei Stichtunnel, die für Gepäck und Bahnpost genutzt wurden, jedoch inzwischen außer Betrieb sind. Die Inbetriebnahme des umgestalteten Empfangsgebäudes erfolgte Ende 1927. 

Einweihung der höhergelegten Bahnanlage am 13. August 1925

Für viele Offenbacherinnen und Offenbacher ist das Bahnhofsgebäude seit der Höherlegung ein wichtiges Bindeglied zwischen Innenstadt und Senefelder Quartier. An der Ostseite des Bahnhofs wurde Ende der 1980er Jahre eine große Fläche als Zentraler Omnibusbahnhof entwickelt, der aber bereits ab Mitte der 1990er Jahre mit Inbetriebnahme der S-Bahn seine Bedeutung wieder verlor. Die Konkurrenz zum S-Bahnnetz betraf auch den Hauptbahnhof. Ein Großteil seiner Verkehrsfunktionen als Fern- und Regionalbahnhof verschwand mit der Zeit.

Dieser Verlust von Bedeutung und Verkehr hatte zur Folge, dass die Schalter der Deutschen Bahn geschlossen wurden und 2014 der letzte Ladenmieter auszog. Seitdem ist nur ein kleiner Teil des zweistöckigen Gebäudes geöffnet, nämlich die Zugänge zu den Gleisen.

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