Hintergrund
Der Offenbacher Hauptbahnhof fristet seit vielen Jahren ein Schattendasein und hat sich vom repräsentativen Eingang zur Stadt in einen unattraktiven Ort am Rande des Geschehens verwandelt: das Empfangsgebäude steht leer, die Bahnsteige sind nicht barrierefrei zu erreichen und die denkmalgeschützten Bauten weisen erhebliche Sanierungsrückstände auf.
Die Stadt verhandelt seit vielen Jahren mit der Deutschen Bahn und der Landespolitik über die Aufwertung des Bahnhofs: Es geht um mehr Bahnhalte in Offenbach, einen barrierefreien Zugang und die Neugestaltung des Bahnhofsumfelds. Die Deutsche Bahn hat zwischenzeitlich ein Sanierungsprogramm erarbeitet und möchte 2026 zunächst die Barrierefreiheit angehen. Im Anschluss sollen als Ausklang des Programms „Sozialer Zusammenhalt südliche Innenstadt“ voraussichtlich ab 2025 die Freiflächen im Bahnhofsumfeld neugestaltet werden.
Machbarkeitsstudie
Die Belebung des Empfangsgebäudes durch neue Nutzer und seine denkmalgerechte Sanierung stehen bisher aber weiterhin im Hintergrund. Die Initiative Hauptbahnhof (Öffnet in einem neuen Tab) setzt sich seit Herbst 2017 dafür ein, das Gebäude wieder als öffentlichen Raum erlebbar zu machen. Zum Beispiel durch bahnnahe Nutzungen sowie Einrichtungen und Angebote, die der Stadtgesellschaft Nutzen bringen. Gemeinsam mit der Stadt skizzierte die Initiative Hauptbahnhof das Leistungsbild einer Machbarkeitsstudie zur Revitalisierung dieses wichtigen Gebäudes. Die Studie sollte aufzeigen, welcher Nutzungsmix aus wirtschaftlich vermietbaren und nicht-rentablen Teilflächen im Gebäude möglich ist, welche Sanierungskosten anfallen und welche Strategien zur Entwicklung der Immobilie umsetzbar sind. Das Ergebnis der Studie liegt nun vor und kann unten heruntergeladen werden.
Im Rahmen eines erweiterten Grundsatzbeschlusses rückte die Belebung des Empfangsgebäude 2023 damit verstärkt in den Fokus für eine öffentliche Nutzung. Das Kulturdenkmal sei sollzu sanierten und – mindestens – im östlichen Gebäudetrakt sozialen, bildungsorientierten und kulturellen Nutzungen zur Verfügung gestellt werden. Die Stadt befindet sich in aktiven Gesprächen mit der Deutschen Bahn.