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Stadt Offenbach

Entwicklungen am Stellwerk in der Bismarckstraße

Die Stadt Offenbach hat die Liegenschaft Bismarckstraße 118 erworben. Sie will den Bereich rund um das historische Stellwerk neu ordnen. Entstehen soll ein öffentlicher Platz und ein neuer Übergang von der südlichen Innenstadt ins Senefelder Quartier. Das Stellwerk soll als prägendes Element im Stadtraum sichtbar und neu genutzt werden. Auf dem östlichen Grundstücksteil soll ein gemeinschaftliches Wohnprojekt entstehen. Die Stadt verfolgt zudem das Ziel, gemeinschaftliches Wohnen als Thema in Offenbach zu verankern.

Aktuelle Baumaßnahmen

Die Entwicklungen rund um das Stellwerk und die Bismarckstraße schreiten weiter voran. In den letzten Jahren wurden die Bestandsgebäude abgerissen und das Stellwerk einer behutsamen Schadstoffsanierung unterzogen. Diverse Zwischennutzungen haben die Fläche in der Übergangszeit bespielt, zunächst hatten die Interkontinentalen Gärten für rund zwei Jahre hier ihr Zuhause. 

Im Oktober 2025 haben erste vorbereitende Baumaßnahmen für die Sanierung des Stellwerks begonnen. Diese wird in den nächsten Monaten weiter durchgeführt und die zukünftige Nutzung als zivilgesellschaftlicher, niedrigschwelliger Ort vorbereitet. Grundlage hierfür bietet ein politischer Grundsatzbeschluss der Stadtverordnetenversammlung aus April 2024. Anschließend soll die Vorfläche gemäß den Ergebnissen des städtebaulich-freiraumplanerischen Wettbewerbs aus dem Jahr 2022 umgestaltet werden. Das gemeinschaftliche Wohnen soll den Abschluss der baulichen Entwicklungen darstellen. 

Abbruch der Bestandsgebäude
Das Stellwerk nach der Schadstoffsanierung

Zwischennutzungen

Die Gärten von oben

Interkontinentale Gärten

Zwischen Abbruch und Schadstoffsanierung und Beginn der Baumaßnahmen lag die Bismarckstraße in den Jahren 2024 und 2025 brach. In dieser Zeit fanden hier die Interkontinentalen Gärten, ein Gemeinschaftsprojekt von Diamant Offenbach / Museum of Urban Culture und SCAPE°, ihr Zuhause. Die Baugrube, die der Abbruch der Bestandsgebäude hinterlassen hatte, wurde zentrales Element und grüne Oase. Die Fläche wurde zuvor von der Stadt verkehrssicher hergerichtet und für die Zwischennutzung vorbereitet. Über zwei Jahre belebten Urban Gardening und zahlreiche Veranstaltungen die Fläche, die nun der baulichen Umgestaltung entgegenblickt. 

Kino während des Großen Frankfurter Bogen-Sommers

Großer Frankfurter Bogen-Sommer: Veranstaltung "Platz am Stellwerk"

Im Rahmen des Großen Frankfurter Bogen-Sommers und kuratiert von der HfG-Absolventin Cornelia Stehling fanden vom 26. August bis zum 4. September 2022 diverse Veranstaltungen am Stellwerk statt. In Ausstellungen konnten sich interessierte Bürger über die Ergebnisse des städtebaulich-freiraumplanerischen Wettbewerbs sowie das Wohnbauvorhaben der Gemeinnützigen Baugesellschaft mbH Offenbach (GBO) informieren. Es gab ein Speed-Dating zum gemeinschaftlichen Wohnen, Führungen durch das historische Stellwerk und zum ehemaligen jüdischen Friedhof, Musikprogramm und sogar Filmvorstellungen. 

Das Gelände und die diversen Vorhaben konnten so erstmals einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt werden. Für die Realisierung der Veranstaltungen hatte sich die Stadt erfolgreich beim GFB-Zukunftspreis beworben. 

Hintergrund

Anfang 2018 erwarb die Stadt Offenbach im Rahmen des Städtebauförderprogramms „Sozialer Zusammenhalt“ die Liegenschaft. Mit dem Vorhaben soll mehreren Zielen des Integrierten Entwicklungskonzepts für die südliche Innenstadt und das Senfelderquartier Rechnung getragen werden: der Einbindung ehemaligen Bahnanlagen ins Quartier, der Vernetzung der beiden durch den Bahndamm getrennten Stadtteile und der Förderung des gemeinschaftlichen Wohnens.

Vor Ort soll das denkmalgeschützte Stellwerk als städtisches Kleinod nachgenutzt und einer neuen, lebendigen Nutzung zugeführt werden. Darüber hinaus soll eine kleine öffentliche Freifläche entstehen und zur Bismarckstraße hin ein gemeinschaftliches Wohnprojekt. 

  • 11.05.2022 Stadtteile & Quartiersmanagement

    Neubelebung des Areals um das historische Stellwerk

    Die ehemalige Bahnnebenfläche soll vielfältigen Nutzungen zugeführt werden - eine öffentliche Freifläche, gemeinschaftliches Wohnen und neues Leben für das Stellwerk

Städtebaulich-landschaftsplanerischer Wettbewerb

Zur Neukonzeption des Grundstücks lief zuletzt ein städtebaulich-landschaftsplanerischer Wettbewerb. Dieser umfasste als Ideenbereich auch einen Teil des Busbahnhofs sowie die nördlich der Bismarckstraße liegende Grünfläche des historischen jüdischen Friedhofs. Zudem berücksichtigte er die im Zuge der Umgestaltung voraussichtlich notwendige neue Verkehrsführung der Bismarckstraße. Im Vorfeld des Wettbewerbs wurden im Juni 2021 die Interessen und Vorschläge der Offenbacher Bürgerinnen und Bürger erfragt. Die Ergebnisse der Bürgerbeteiligung können Sie unten einsehen.

Die weiß gestrichelte Fläche an der Bismarckstraße 118 wird als erstes realisiert, die anderen Flächen sollen jetzt schon in die Konzeption einfließen, können aber erst zu einem späteren Zeitpunkt realisiert werden.

Ausstellung Ideen-Wettbewerb

Die Ergebnisse des Wettbewerbs wurden in einer ersten Ausstellung zwischen dem 4. und 14. Juli 2022 im Rathaus präsentiert. Sie werden im Rahmen der Veranstaltungsreihe zum Großen Frankfurter Bogen-Sommer erneut vor Ort in der Bismarckstraße öffentlich gemacht.

Parallel zu dem Freiraumwettbewerb sammelte die GBO Vorschläge zu Grundriss und Größe des Gebäudes für das gemeinschaftliche Wohnen. Bei der Jurysitzung, die ebenfalls am 10. Juni stattfand, konnte der Entwurf des Büros Gerstner Kaluza Architektur GmbH überzeugen. Auch die Ergebnisse dieses Wettbewerbs werden bei der Veranstaltungsreihe präsentiert

  • 15.06.2022 Stadtwerke Offenbach

    Neubau mit viel Spielraum für gemeinschaftliches Wohnen

    Wer abseits der klassischen Konstellation von Familie, Single oder Paar neue Wohnformen ausprobieren möchte, hat es immer schwerer: Freie Wohnungen sind rar und meist nicht groß genug bemessen.
Bismarckstraße 118 - Blick vom Busbahnhof aus in Richtung Osten - rechts im Vordergrund bestehendes Gebäude, das abgerissen wird. Im Hintergrund die altkatholische Kirche.

Rückblick Bürgerbeteiligung

Nach Abschluss der Bestandsaufnahme und Ideensammlung wurden die Ergebnisse ausgewertet und zusammengefasst. Sie können im unten stehenden PDF eingesehen werden. Die Ergebnisse der Beteiligung wurde den Teilnehmenden des freiraumplanerisch-städtebaulichen Wettbewerbs zur Verfügung gestellt und gingen so mit in die Konzeption ein.  

Video Wettbewerb zur Gestaltung der Freiflächen an der Bismarckstraße

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Wettbewerb zur Gestaltung der Freiflächen an der Bismarckstraße

Bestandsituation und Planungsziele für die Freifläche

Grundsätzliche Überlegungen:

  • Die Flächen beidseits der Bismarckstraße haben verschiedene Anbindungen: in Richtung der Stadteile südlich und nördlich der Bahn, Hauptbahnhof, Busbahnhof, Martin-Luther-Park. Die Flächen sind geprägt vom starken Durchgangsverkehr auf der Bismarckstraße. Diese bildet derzeit eine große Barriere.
    Die Verbindung zwischen Bahnunterführung und Groß-Hasenbach-Straße ist eine Hauptachse des Fuß- und Radverkehrs.
  • Die Grünflächen nördlich der Bismarckstraße bieten kaum Aufenthaltsqualität und sind auch nicht gut gepflegt. (Die Randbereiche werden vermutlich als Toilette missbraucht.) Südlich der Bismarckstraße sind kaum genutzte betonierte Flächen mit alten Gestaltungselementen.
    Die begrünte Böschung des Bahndamms wirkt sich gestalterisch kaum auf das Umfeld aus und hat auch keine ökologische sowie stadtklimatische Bedeutung.
  • Zwei Baufelder sollen die neu zu konzipierenden öffentlichen Grün- und Freiflächen räumlich fassen, die im Wettbewerb hinsichtlich ihrer Größe und Anbindung an den Freiraum zu definieren sind. Neben dem Brandwandabschluss der Bismarckstraße 118 ist dies ein Baufeld auf dem heutigen Busbahnhof.
  • Nutzungen mit halböffentlichem Charakter wie Gastronomie, Kultur-, Vereins- und Gemeindeleben am Rand der Flächen sind erstrebenswert: Im an die Brandwand angrenzenden Baufeld ist ein gemeinschaftliches Wohnbauprojekt vorgesehen.
  • Spielangebote für Kinder eignen sich aufgrund der Unfallgefahr durch den Straßenverkehr nicht. Zudem existieren zwei Spielplätze in unmittelbarer Nähe. Angebote für Erwachsene oder Jugendliche sind dagegen erwägenswert.

Freiraumplanerische Ziele

  • Die Bestandsgrünflächen nördlich der Bismarckstraße sollen durch die  Neuordnung der vorhandenen Strukturen unter Beibehaltung des Baumbestands aufgewertet werden.
    Auflichtung und Einbeziehung der Randbereiche, um „Restflächen“, die regelmäßig Müllablagerungen anziehen zu beseitigen und eventuell zukünftigen vorzubeugen.
  • Insgesamt soll mehr Grün auf den Flächen südlich der Bismarckstraße entstehen und damit ein nachhaltiges Regenwassermanagement gefördert werden.
    Attraktive grünplanerische Gestaltung des Übergangs angrenzender privater zu den öffentlichen Grünflächen.

Städtebauliche Ziele

  • Definition der Übergänge zwischen privaten und öffentlichen Bereichen, hinsichtlich der Freiflächen und hinsichtlich der Erdgeschosszone der Gebäude.
  • Unabhängige (öffentliche) Zugänglichkeit und Sichtbarkeit des Stellwerks sicherstellen.
  • Vorschläge entwickeln für die Nutzung und Belebung des Hochbunkers.
Blick vom Busbahnhof aus in Richtung Norden - rechts im Vordergrund die Überdachung des Busbahnhofs. Im Hintergrund die Grünfläche nördlich der Bismarckstraße und der historische Bunker.

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