transform-R – Stadtviertel lebenswert und sozial-gerecht gestalten
Wie kann die Mobilität in einem Stadtviertel so gestaltet werden, dass die Aufenthaltsqualität verbessert wird? Das möchte die Stadt Offenbach im Projekt „transform-R“ des Regionalverbands FrankfurtRheinMain erproben. Durch ein Reallabor, also dem praktischen Ausprobieren vor Ort, sollen Erkenntnisse gewonnen werden, um Stadtviertel lebenswerter, ökologischer und sozial gerechter zu gestalten.
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Neue Wege für das Senefelderquartier
Aktuelles
Online-Umfrage
Die Teilnahme dauert nur wenige Minuten. Sie haben die Möglichkeit, das Reallabor im allgemeinen sowie die Modalfilter und Stadtmöbel im Einzelnen zu bewerten. Wir freuen uns über Ihren Beitrag!
Bitte beachten Sie, dass eine Teilnahme nur einmalig möglich ist, um Verfälschungen zu vermeiden.
Hier geht's zur Online-Umfrage zum Reallabor transform-R (Öffnet in einem neuen Tab)
Dies ist die zweite Online-Umfrage. Die Ergebnisse der ersten Umfrage vom 15. bis 30. September 2025 waren Grundlage für die Planungen des Reallabors.
Was passiert mit meinen Daten?
Rückblick Eröffnungsfest Reallabor transform-R
Die Stadt Offenbach hat das Reallabor „transform-R“ am 02.07.2026 mit einem bunten Fest am Wendehammer Gabelsbergerstraße offiziell eröffnet. Rund 200 Anwohnerinnen und Anwohner sowie Interessierte nutzten den Tag, um sich über die geplanten Maßnahmen zu informieren und erste Rückmeldungen zu geben.
Tatkräftig unterstützt vom städtischen Eigenbetrieb ESO füllte sich die Straße auf dem Wendehammer für den Nachmittag mit Bildern aus Kreide, mit spielenden Kindern, mit Musik, und mit Grün – ein Vorgeschmack auf ein verkehrsberuhigtes und lebenswertes Quartier. Mitarbeitende der Stadt Offenbach und des Büros Planersocietät standen für Fragen und Anmerkungen bereit. Für Unterhaltung sorgten das Quartiersmanagement mit Riesenseifenblasen und die Landespolizei mit einem kurzweiligen Verkehrsparcours für die Kleinsten. Die Initiative der Mainarbeit Offenbach Honjok lud zudem dazu ein, Kästen zu bepflanzen, die anschließend im Quartier verteilt wurden. Bei dieser Aktion wirkte auch Bürgermeister Andreas Bruszynski aktiv mit.
Das Projektgebiet
Das Projektgebiet umfasst das Senefelderquartier und die Unterführung zwischen Bismarckstraße und Marienstraße (westlich des Hauptbahnhofs, in Verlängerung der Luisenstraße).
Was passiert konkret?
Mit dem Ziel, die Aufenthaltsqualität zu verbessern und das Quartier attraktiver und sozial gerechter zu gestalten, werden im Rahmen des Reallabors verschiedene Maßnahmen implementiert. Der Zeitrahmen dafür beträgt in Offenbach vorerst 12 Monate. In dieser Zeit werden Messungen von der Goethe Universität durchgeführt, Beteiligungsformate für Anwohnende angeboten und bei Bedarf Anpassungen vorgenommen. Bei positivem Verlauf werden die Maßnahmen verstetigt.
Aufenthaltsqualität schaffen
Neu geschaffene Aufenthaltsorte an verschiedenen Standorten im Quartier sind seit dem 19. Juni aufgebaut und statten das Quartier mit neuen Treffpunkten und grünen Oasen aus.
- Sitz-Pflanz-Kombinationen sorgen für Schatten, liefern Sitzplätze und Treffunkte
- Pflanzkübel bringen mehr Grün in die Stadt
- Fahrradreparaturstation und Radabstellanlagen wurden am südlichen Bahnhofseingang aufgestellt
Mindestens ein weiteres Sitzmöbel ist geplant und wird in einer partizipativen Aktion mit Bürgerinnen und Bürgern gebaut. Sobald ein Termin feststeht, wird alles um die Aktion auf dieser Seite veröffentlicht.
Verkehrsbelastung reduzieren
Über die letzten Jahre hat sich das Verkehrsaufkommen in der gesamten Stadt gewandelt – so auch im Quartier: Eine zu Beginn der Planungen durchgeführte Verkehrsuntersuchung hat Hinweise gegeben, dass das Senefelderquartier gerne als Umgehung der umliegenden Hauptverkehrsstraßen genutzt wird. Mit sogenannten „Modalfiltern“ soll sich der Autoverkehr nun wieder mehr auf diese verlagern – und damit weg von den Anwohnerstraßen.
Als Modalfilter bezeichnet man in der Verkehrsplanung eine bauliche Maßnahme, die den Durchgangsverkehr für Autos verhindert, während Rad- und Fußverkehr und Einsatzfahrzeuge weiterhin passieren können. Gleichzeitig sollen die vorhandenen Fahrradstraßen Senefelder- und Schäfer-/Arndtstraße in ihrer für den Radverkehr gestärkt werden.
- Die Kreuzung Schäferstraße/Hermannstraße wird für den Kfz-Durchgangsverkehr gesperrt, Fuß- und Radverkehr sind hiervon ausgenommen.
- Die Kreuzung Senefelder Straße/Gustav-Adolf-Straße wird für den Kfz-Durchgangsverkehr gesperrt, Fuß- und Radverkehr sind hiervon ausgenommen.
- Einbahnstraßenregelung in der Schäferstraße in dem südlichen Abschnitt. Die Zufahrt zur Tiefgarage des Penny ist weiterhin in beide Richtungen möglich, die Einbahnstraße ist für den Radverkehr in Gegenrichtung freigegeben.
- Einbahnstraßenregelung in der Hermannstraße in dem Abschnitt zwischen Senefelder Straße und Schäferstraße. Die Einbahnstraße ist für den Radverkehr in Gegenrichtung freigegeben
Beteiligungen
Die frühzeitige Beteiligung der Menschen vor Ort ist ein zentraler Bestandteil des Projekts. Besonders wichtig sind dabei die Perspektiven derjenigen, die sich täglich im Quartier bewegen. Bereits Anfang 2024 führte die Goethe-Universität Frankfurt eine erste Haushaltsbefragung durch. Dabei wurden Bewohnerinnen und Bewohner zu zentralen Themen des Projekts befragt. Ab Mitte 2025 wurde die Beteiligung weiter ausgebaut:
- 15. bis 30. September 2025: Online-Umfrage
Bürgerinnen und Bürger konnten ihre Wünsche und Anregungen zur Mobilität und Aufenthaltsqualität im Senefelderquartier einbringen. 326 Personen beteiligten sich daran. Die Ergebnisse sind hier zusammengefasst: Ergebnisse PDF-Datei 1,69 MB - 24. Oktober 2025: Workshop im Quartier
Im Anschluss an die Umfrage wurden gemeinsam mit Bürger:innen Ideen für das Reallabor entwickelt. Rund 25 Personen nahmen teil und diskutierten unter drei Leitfragen über Herausforderungen und Chancen im Quartier. Die wichtigsten Ergebnisse sind im Folgenden zusammengefasst:
„Was ist Ihnen für das Reallabor wichtig“?
„Was wünschen wir uns wo im Quartier“?
„Das Senefelderquartier: Blick in die Zukunft“
FAQ
Der Laborcharakter bringt es mit sich, dass viel ausprobiert wird, mitgestaltet werden kann und soll um gemeinsam mit den Anwohnerinnen und Anwohnern die bestmögliche Lösung zu entwickeln. Hier greifen wir häufige Fragen und Einwände auf und ordnen sie ein.
Was versteht man unter einem Reallabor?
Gibt es eine wissenschaftliche Grundlage?
Keine Durchfahrt für Autos — was ist mit Rettungskräften?
Aufenthaltsqualität durch Poller?
Wohin fließt so der Auto-Verkehr?
Reichen die Fahrradstraßen im Quartier nicht aus?
Was bedeutet das für den Einzelhandel im Quartier?
Was für Effekte verspricht man sich davon?
Was bedeutet das für den Radverkehr?
Hintergrund
Die Stadtverordneten haben im September 2024 die Teilnahme der Stadt Offenbach am Forschungsprojekt „transform-R“ des Regionalverbands FrankfurtRheinMain beschlossen. Das Projekt hat das Ziel, innovative Ansätze für eine klimafreundliche Mobilität zu erforschen und weiterzuentwickeln. Ein zentraler Bestandteil ist dabei die Neugestaltung des öffentlichen Raums – denn Straßen, Plätze und Wege sind nicht nur Verkehrsflächen, sondern auch Lebensräume. Im Fokus stehen soziale Aspekte wie eine gerechte und bedarfsgerechte Verteilung der Flächen zwischen allen Verkehrsteilnehmenden sowie die Steigerung der Lebensqualität in Städten und Gemeinden. Kommunen und Landkreise werden gezielt dabei unterstützt, nachhaltige Mobilitätslösungen und wirksamen Klimaschutz vor Ort umzusetzen und so die Verkehrswende aktiv mitzugestalten.
Im Rahmen des Forschungsprojekts wird das Reallabor dabei intensiv wissenschaftlich begleitet. Das Projekt wird durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt gefördert. Neben dem Regionalverband FrankfurtRheinMain sind an der Projektumsetzung die Goethe-Universität Frankfurt am Main, das ISOE - Institut für sozial-ökologische Forschung und das ifeu - Institut für Energie- und Umweltforschung beteiligt. Unterstützt wird die Umsetzung in Offenbach zudem durch das Verkehrsplanungsbüro Planersocietät.