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Stadt Offenbach

Radfahren im Alltag – Gemeinsam zum Erfolg mit Radlotsinnen

Als eine wichtige Klimaschutzmaßnahme in der Stadt Offenbach am Main werden seit 2014 jährlich Radfahrkurse für Frauen angeboten, die noch nicht Rad fahren können oder sich dabei noch nicht sicher fühlen. Dabei besteht das Angebot für alle Frauen, die in Offenbach wohnhaft sind. Aufgrund der soziodemographischen Situation in der Stadt, sind es meistens Frauen mit Migrationshintergrund, die in den Kursen Rad fahren lernen. Gerade bei dieser Zielgruppe besteht ein großes Umstiegspotential, welches für die Steigerung des Radverkehrsanteils in der Stadt genutzt werden soll.

Das Projekt "Radfahren im Alltag" richtet sich an Frauen, die bereits Rad fahren gelernt haben, aber sich im Alltags- und Straßenverkehr nicht sicher fühlen und deshalb das Rad noch nicht als alltägliches Verkehrsmittel benutzen. Dabei erfolgt die Ansprache der Frauen über etablierte Netzwerke, wie Frauenvereine, Migrationsvereine, Nachbarschaftsnetzwerke wie das Quartiersmanagement in Offenbach, ausländische und deutsche Gemeinden und über die Teilnehmenden der Radanfängerinnen-Kurse der letzten Jahre. Ein wichtiges Anliegen des Projekts ist es, dass die Teilnehmerinnen ein Bewusstsein für die Klimaschutzthematik bekommen und durch ihr Handeln aktiv zum Klimaschutz beitragen können.

Der Schritt das Gelernte in den Alltag zu integrieren soll gelingen, in dem über Radfahrteams (Ein Radfahrteam besteht immer aus einer Frau die geübt im Radfahren ist und einer Radfahranfängerin) den Frauen Unterstützung angeboten wird, das Radfahren auf der Straße und in der Innenstadt zu erlernen. Die Teampartner werden aus den im Rahmen der Radverkehrsförderung und in der Klimaschutzarbeit aufgebauten Netzwerken akquiriert: unter anderem ADFC Offenbach, Klimapaten, Initiative OFFCourse.

Zielsetzung und die geplanten Aktivitäten

Zur Förderung und Stärkung des Radverkehrs, um Fahrradmobilität attraktiver und sicherer zu gestalten und den Radverkehrsanteil zu steigern, werden in Offenbach bereits seit einigen Jahren kontinuierliche Maßnahmen zur Verbesserung realisiert.

Da Offenbach durch seine flache Topographie, einem kleinen Stadtzentrum und der guten Anbindung der Radwege in die Nachbarstädte sehr gut für Radfahrerinnen und Radfahrer geeignet ist, können Marketingmaßnahmen einen wichtigen Beitrag zur Steigerung des Radverkehrs leisten. Der Radfahrkurs für Frauen gehört zu einer diesen Maßnahmen und soll mit dem Projekt ‚Radfahren im Alltag‘ weiter entwickelt werden.

Bei dem Projekt bilden Radfahrlotsinnen mit ihrer Radfahranfängerin ein Team, machen sich gemeinsam auf den Weg und entdecken dabei wahrscheinlich auch selbst ihre Stadt nochmal aus einem anderen Blickwinkel. Das Ziel ist dabei, dass die Anfängerinnen nicht gleich nach den Kursen allein auf der Straße unterwegs sind, sondern die Möglichkeit haben, zunächst als Übergang mit (stundenweiser) Unterstützung und Begleitung das Fahrrad zunehmend für alltägliche Wegstrecken zu benutzen. Die Teams treffen sich ab dem 11. Juni über einen Zeitraum von drei Monaten einmal wöchentlich für zirka zwei Stunden. Eine Ansprechpartnerin steht bei Fragen zur Verfügung.

Durch die Radfahrkurse für Frauen soll eine Steigerung des Radverkehrsanteils erreicht werden, indem die Teilnehmerinnen verkehrssicheres Radfahren erlernen. In 2019 wurde bereits der erste Durchgang erfolgreich abgeschlossen. Insgesamt haben 6 Frauen sowohl am Aufbaukurs, als auch am Verkehrssicherheitstraining und am „Radfahren im Alltag“ teilgenommen. Bei Letzterem hatten die Schülerinnen 15 Wochen die Möglichkeit, 2 Stunden pro Woche mit einer zugeteilten Fahrradlotsin Wege des Alltags zusammen und nach Wunsch mit Fahrradtaschen und Anhänger zu Übungszwecken zurückzulegen und dadurch mehr Sicherheit beim Fahren zu erlangen.

Die Stadt Offenbach mit ihren beteiligten Partnern möchte mit dem Projekt nicht nur einen vertiefenden Anschluss an die Anfängerinnenkurse bieten, sondern die Teilnehmerinnen auch nach Abschluss der Kurse weiterhin zu mehr Sicherheit im Straßenverkehr begleiten. Denn nur so kann ein tatsächlicher Mobilitätsumstieg gelingen.

Das Projekt musste in den Jahren 2020 und 2021 coronabedingt ausfallen. Derzeit arbeitet die Stadt an einem ähnlichen Format, um den Radverkehr in Offenbach zu stärken und somit aktiv zum Klimaschutz beizutragen.

Phasen des Projekts

Das Projekt ist in drei Phasen gegliedert.

Für Frauen, die noch kein eigenes Fahrrad haben, arbeitet die Stadt eng mit Fahrradinitiativen wie OffCourse zusammen, um auch ihnen den Besitz eines Fahrrads zu ermöglichen.

Das Projektziel ist es, mehr Menschen in Offenbach auf alltäglichen Wegen auf das Fahrrad zu bringen. Um die Zielerreichung messen zu können, soll das Projekt evaluiert werden. Dafür soll vor und nach Abschluss der Radfahrteams erhoben werden wie viele Wege und welche Distanzen mit dem PKW oder dem ÖPNV zurück gelegt werden und welche Wege nach der Teambegleitung durch das Fahrrad ersetzt werden. Um den langfristigen Effekt zu messen sollen darüber hinaus auch noch einmal nach sechs Monaten das Verkehrsverhalten evaluiert werden.

Partner

Beteiligte Partner sind das Büro TeamRed mit Unterstützungsleistungen, Frau Nicole Matheis als Radfahrlehrerin sowie die Jugendverkehrsschule und das Stadtteilbüro Lauterborn mit der Unterstützung des Sattelfestes 2019. Dazu unterstützen als Partner noch die Offenbacher Projektentwicklungsgesellschaft OPG mit der Kampagne "Bike OF", der ADFC Offenbach und die Lokale Agenda.

Förderung

Das Projekt läuft vom 01.12.2018 bis zum 30.11.2020 und wird mit 90% aus Mitteln der Nationalen Klimaschutzinitiative des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit gefördert. Das Förderkennzeichen lautet: 03KKW0257.


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