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Stadt Offenbach

Ökologische Landschaftspflege durch Schafe und Ziegen

28.05.2021 – Die Stadt Offenbach setzt zur ökologischen Landschaftspflege Ziegen und Schafe ein. Als lebende Rasenmäher beweiden sie die städtischen Wiesen.

Die Schafe stehen in einem begrenzten Bereich und sorgen dort dafür, dass die Wiese nicht mit Gehölzen zuwächst.

Heike Hollerbach, Amtsleiterin vom Amt für Umwelt, Energie und Klimaschutz erklärt: “Wir gehen immer mehr zur ökologischen Landschaftspflege der Wiesen und Weiden über, weil dies Geld spart und auch die Natur- und Artenschutzfunktionen in unserem engen städtischen Raum stärkt. Daher hat die Stadt Offenbach mit der Schäferin einen Vertrag zur Beweidung städtischer Wiesenflächen durch ihre Schafe und Ziegen geschlossen. Die Beweidung löst die bisher durchgeführte Mahd ab.“

Der Schwerpunkt liegt dabei im Offenbacher Mainbogen. Der mehrjährige Vertrag sichert das Projekt ab und regelt die Rahmenbedingungen bezüglich Anzahl und Flächen. „Wir haben in einem aufwendigen Abstimmungsprozess und nach Durchführung eines Pilotverfahrens über ein Jahr, mit den beteiligten Organisationen wie dem Amt für Stadtplanung, Verkehrs- und Baumanagement und dem Amt für Wirtschaftsförderung und Liegenschaften, die Nutzungsarten und die Form der Pflege abgestimmt“, ergänzt Hollerbach.

Die Beweidung der Wiesen steht im Sinne einer ökologischen Landschaftspflege. Die Wiesen werden nicht mehr einheitlich abgemäht, sondern es bleiben von den Tieren verschmähte Einzelpflanzen oder Inseln stehen, die wiederum Insekten, Spinnen und anderen Kleintieren mehr Lebensraum bieten können.

An den Pflanzenteilen können sich Schmetterlinge entwickeln. Vögel finden in Pflanzeninseln Rückzugsräume.

So entsteht in der Weidesaison ein abwechslungsreiches Mosaik aus abgeweideten Bereichen, offenen Bodenstellen, dort wo die Weidetiere sich am meisten aufhalten und dichter stehenden Pflanzen. Damit gibt es mehr Strukturen auf den Wiesen, von denen verschiedene Wildtierarten profitieren können. Im Gegensatz zur Mahd sterben weniger Insekten und es können beispielsweise Ameisenburgen fortbestehen. Durch verbleibende Blütenpflanzen wie Disteln finden Insekten länger Nahrung. Schafe können in ihrem Fell Samen und Pflanzenteile und sogar kleine Tiere zwischen den verschiedenen Wiesen transportieren und so auf andere Wiesen einbringen. Die Beweidung kann sich mit all diesen Aspekten längerfristig positiv auf die lokale Artenvielfalt auswirken.

Beweidung mit Tieren wie Schafen und Ziegen ist auch wichtig für den Erhalt wertvoller Kulturlandschaften. Die Weidetiere erhalten mit ihrem Verbiss Wiesen, die sonst schnell mit Gehölzen zuwachsen würden und sorgen für dichter wachsende Gehölzsäume entlang der Wiesen. Dabei gehen die Weidetiere bedeutend schonender vor als Mähgeräte. Leider gibt es immer weniger Menschen, die den Beruf des Schäfers oder der Schäferin ausüben. Daher ist es sehr erfreulich, in Offenbach eine Schäferin zu haben.

Die Weidetiere sorgen in temporär durch mobile Weidezäune begrenzten Bereichen dafür, dass die Wiesen nicht mit Brombeeren und anderen Gehölzen zuwachsen. Dabei werden sie von Herdenschutz- und Hütehunden bewacht, die mit auf der Weide stehen

Die Beweidung bereichert auch das Landschaftsbild und bringt die Menschen in Kontakt mit den Weidetieren, was vielfach bereits sehr positiv aufgenommen worden ist. Lokal sind die Tiere schon vielen Bürgerinnen und Bürgern bekannt, vor allem durch die bereits als Testlauf erfolgte Beweidung im vergangenen Jahr. Gerade in Zeiten, in denen kaum Urlaub oder Veranstaltungen möglich sind, bietet die Beweidung im Mainbogen eine willkommene Attraktion.


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