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Stadt Offenbach

Ein Herz für kleine Flugsäuger

Die Stadt hofft zusätzlich auf ganz besondere, geflügelte Gäste: Mit sechs in die Fassade integrierten Röhren bietet sie in ihrem Besucherzentrum des Wetterparks, das gleichzeitig Portal des Regionalparks ist, Fledermäusen eine neue Behausung.

Es müssen nicht immer alte Gemäuer oder Dachböden sein, die den kleinen Flugkünstlern Unterschlupf bieten. Auch in Neubauten lassen sich Fledermaus-Quartiere einrichten. Dass selbst ein mit Zinkblechen verkleidetes Gebäude den bedrohten Flugsäugern einen Sommerschlafplatz zur Verfügung stellen kann, zeigt die Stadt Offenbach auf dem Buchhügel.

Auf Initiative des Offenbacher Amtes für Umwelt, Energie und Klimaschutz und unter der naturschutzfachlichen Empfehlung und Begleitung durch das Friedberger Planungsbüro NaturProfil hat das Frankfurter Architektenbüro Meixner – Schlüter – Wendt sechs Fledermaus-Quartierröhren in die Fassade integriert. Sie dienen als Sommerschlafplätze unter anderem für Große Abendsegler, Zwerg-, Breitflügel- oder Rauhaut-Fledermäuse.
Zur Freude der Stadt Offenbach als Auftraggeberin, der Stadtwerke Offenbach Unternehmensgruppe (SOH) als Bauherrin und der Offenbacher Stadtinformation Gesellschaft (OSG), die das Besuchermanagement verantwortet, haben der Naturschutzbund (NABU) und das Land Hessen dieses Engagement der Kommune um den Artenschutz bedrohter Fledertiere jetzt besonders gewürdigt.

Als hessenweit 850. Gebäude ist das im Juli 2014 eröffnete Besucherzentrum im Wetterpark Offenbach als „Fledermausfreundliches Haus“ ausgezeichnet worden. NABU-Landesvorsitzender Gerhard Eppler überreichte dazu ein Zertifikat an die Stadt Offenbach, vertreten durch Umweltamtsleiterin Heike Hollerbach und übergab auch eine farbenfrohe, wetterfeste Plakette aus Edelstahl, die nun den Eingang des Hauses zieren wird.


Fledermausschlitze am Wetterpark

Die städtische Behörde sieht in der Bereitstellung von Fledermausquartieren ein Stück Umweltbildung und will mit den Sommerschlafplätzen im Wetterpark auf die Bedrohung der Flugsäuger aufmerksam machen. Ihr Amt werde dazu begleitend Vortragsveranstaltungen und Exkursionen anbieten, kündigt Heike Hollerbach an. 

Mit der 2006 gestarteten Aktion „Fledermausfreundliches Haus“ setzt sich der NABU gemeinsam mit dem Land Hessen und der Stiftung Hessischer Naturschutz für den Erhalt und den Bau von Fledermausquartieren ein. In Hessen leben 19 der weltweit rund 1000 Arten. Ihr Bestand ist stark rückläufig, weil sich ihre natürlichen Lebensbedingungen drastisch verschlechtert haben, so die NABU-Projektleiterin Petra Gatz. Mehr als die Hälfte der heimischen Fledermausarten sei auf den überlebenswichtigen Unterschlupf an Gebäuden angewiesen.

Ansprechpartnerin ist Petra Gatz
Telefon 06441 6790425
petra.gatznabu-hessende


Die nützlichen Insektenvertilger, die europaweit unter Schutz stehen und als Untermieter weder Lärm machen noch die Bausubstanz schädigen, finden immer weniger lebenswichtige Unterschlupfmöglichkeiten wie Baumhöhlen, Mauerspalten oder Dachstühle.

Im Besucherzentrum des Wetterparks hat Diplom-Ingenieur Martin Goldhammer sechs Fledermaus-Flachkästen aus Holzbeton bündig in die Fassade eingelassen. Auf Empfehlung der NaturProfil-Planer Martin Schaefer und Claus Rosenstein sind sie nach Südwesten ausgerichtet. Dadurch entsteht für die Fledertiere ein angenehmeres Raumklima. Die nachtaktiven Flugkünstler können die Behausungen zur Aufzucht ihrer Jungen und als Tagesversteck nutzen.

Die Öffnungen sind für die Tiere leicht anzufliegen. An einem kleinen hölzernen Rillenbrett vor dem Eingang können sie sich gut festkrallen. Die Höhlungen weisen nach oben, so dass kein Niederschlagswasser eindringen und der Kot der Tiere nach unten herausfallen kann. Die Einflugweite wurde so dimensioniert, dass die Fledermäuse gut eindringen können, Feinde wie Marder oder Katzen jedoch ferngehalten werden.

„Wir freuen uns“, sagt OSG-Geschäftsführerin Regina Preis, „dass wir mit unserem Besucherzentrum nicht nur auf den Klimaschutz aufmerksam machen, sondern auch einen Beitrag zum Schutz der heimischen Fledermausbestände leisten können.“

Nach Einschätzung der Naturschutzexperten bietet die Umgebung auf dem Buchhügel mit seinen vielen Biotopen ideale Jagdbereiche für Fledermäuse. Nun finden sie hier ebenfalls hervorragende Quartiermöglichkeiten.

Wer sich für die NABU-Aktion „Fledermausfreundliches Haus“ interessiert und sein Anwesen fledermausfreundlich umgestalten möchte, findet auf der Internetseite des NABU Hessen nähere Informationen:


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